The Big Flow of the Pig Flu

Sonntag, 25. Oktober 2009

Meine Tante schlief noch als ich kam, um ihren Keller für eine Bandprobe vorzubereiten. Sie hat fünf kleine Töchter und da ich ja für mein Leben gerne Frauen herumkommandiere, sollten sie alle mit anpacken. Natürlich musste der Papa der Kleinen auch ran, obwohl er sichtlich verschnupft war. Bazillenschleuder, dachte ich mir.

Es war wirklich heftige Arbeit den Keller aufzuräumen, nach zwei Stunden war jedoch alles geschafft. Zum Abschluss wollte ich meine Cousinen noch mit ausgiebigen Ghetto-High-Fives loben, da stand auch schon meine Tante schlaftrunken im Türrahmen und rief “Nein, nicht High-Five!” Sie schickte die gesamte Baggage zurück in die Wohnung. Ihr Ehemann hatte sich schon unlängst verzogen. Fußball lief im TV. “Der Arzt hat gerade angerufen, sie hat Schweinegrippe.”

… fuck …

Im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass noch eine zweite die Schweinegrippe hätte. Frisch aus der Schule importiert. Ich habe sowieso schon den saisonal normalen Schnupfen. Jetzt aber die Schweinegrippe zu bekommen wäre schlecht. Vor allem, weil ich mit meiner 80-jährigen Oma zusammenlebe und da schon eine normale Grippe gefährlich werden kann. Die Frage lautet allerdings, wie viele haben sie schon und wissen’s nur nicht.

Nun ist es also wirklich möglich, dass eure liebe Schweinelippe die Schweinegrippe hat. Und ich dachte mir, wenn es Marylin Manson nach unserem letzten Sex nicht schaffen konnte mich anzustecken…

Morgen lasse ich mich testen. Ich darf nicht in die Arbeit, soll aber von zuhause aus mein Unwesen treiben. Von den Desinfektionsmitteln die ich mir besorgt habe, könnte ich mich bis an mein Lebensende besaufen (was dann wenige Minuten nach Verzehr dieser Mittel wäre). In diesem Sinne…

(ich hätte wohl doch auf meine Oma hören sollen als sie sagte “Räum dein Zimmer auf! Sieht aus wie im Schweinestall!”)

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Gratulation, Herr Nigk!

Mittwoch, 30. September 2009

“Roger, Sie waren jetzt vier verfickte Jahre lang ein verfickter Student. Irgendetwas das sie bereuen?”

Ja, in der Tat. Nämlich dass ich nicht alle Ischen geknallt habe, bei denen ich Chancen gehabt hätte.

“Was konnten Sie aus dem angebrochenem Studium von zwei Studiengängen lernen?”

Das Studieren nichts für mich ist.

“Wie sieht nun ihre Zukunft aus?”

Wer weiß das schon.

“Irgendwelche Ziele für die Zukunft?”

Ja. Am Leben bleiben.

“Vielen Dank für das freundliche Interview, Herr Nigk.”

Danke auch.

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Wie man Martyrs schaut

Sonntag, 20. September 2009

Du hast den Trailer gesehen, der dich neugierig gemacht hat. Im besten Fall hast du aber nur mal irgendwo gehört “Boah, der muss krass sein.” Such jetzt nicht nach weiteren Trailern. Tipp den Film nicht in YouTube ein, schon gar nicht in Google. Durchsuche keine Foren danach und lies keine Beiträge, über die du stolperst. Freunde die den Film schon gesehen haben, sollen die Klappe halten (tonal und physiognomisch). Kein Wort über den Film! Nicht einmal eine filmbewertende Grimasse sollen sie schneiden!

Halte dir einen Abend frei, an dem du alleine und vollkommen ungestört bist. Je älter die Nacht, umso besser.

Guck dir den Film am Laptop oder PC an. Es ist einfach etwas vollkommen anderes den Bildschirm direkt vor der Fresse zu haben, als den Fernseher drei Meter vor einem im Eck. Die Lautsprecher zeigen direkt zu deinen Ohren. Der Volume-Regler ist dort, wo du ihn zum entspannten Heimatkomödien gucken nie hattest. Für das absolute Klangerlebnis, setzt du dir gute Kopfhörer auf. Laut drehen, Mann!

Du warst nochmal pissen, kacken und hast keinen Hunger oder Durst. Weg mit dem Popcorn, du bist nicht im Kino! Wenn noch nicht unlängst geschehen, schalt spätestens jetzt das Licht aus. Hock dich bequem auf deinen Arsch und drück auf Play. Glücklich bist du, wenn du französisch kannst. Untertitel lenken zu sehr vom Hauptgeschehen ab. Die deutsche Syncro ist jetzt nicht soooooo ultrakacke, mich hat sie aber doch sehr angekotzt. Im O-Ton soll das ganze nochmal einen Tacken intensiver rüberkommen.

Bevor ich’s vergesse, das Teil ist ein Horrorfilm, got it? Ein französischer Horrorfilm! Das ist kein Spaßkino hier. Das wurde geschaffen um dir einen dicken Schwanz in den Schädel zu rammen, der dir den zerebralen Tripper anhängen will. Lass die Finger davon wenn du nix verträgst! Für die, die immer noch nicht die Muffe bekommen haben:

Viel Spaß beim schauen …

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Na? Gesehen? Falls nein, aber du möchtest das noch nachholen, lies nicht weiter. Falls ja bzw. nein, aber du möchtest den Film auch nie sehen, lies schon weiter.

“Torture Porn” wurde im Zusammenhang mit dem Film oft gaaaaaaanz laut geschrien. Ich kann es nicht bejahen. Zuviele atmosphärische Einbußungen hätte man in Kauf nehmen müssen, wenn die Kamera nicht so schonungslos gewesen wäre. Der Film hätte ohne Draufhalten einfach nicht richtig gewirkt. Es ging darum, die Grenze des Machbaren mit einem finsteren Grinsen anzupissen. Außen stehend. Mit Halberektion. Trotzdem kein Torture Porn! Außerdem war die Kameraführung an einer speziellen Stelle doch sehr gnädig. Glück gehabt, sag ich da nur.

Zu der Story kann man vieles sagen. Ob billig um die Gewalt herum konstruiert oder nicht, sie offenbart eine nette Interpretation. Abwegig fand ich das ganze auch nicht. Wer weiß ob ähnliches nicht schon tatsächlich so gemacht wurde? Aufwendig organisiert von unverschämt reichen Sadisten. Ach Schwachsinn! Im Film geht’s schon ein bisschen abstrus zu, aber wie schon mal gesagt: Man muss sich einfach drauf einlassen. Denn tut man’s in diesem Fall, bekommt man etwas zu sehen, das man so noch nicht gesehen hat. Und das sagt jemand, der sich auf Slaughtered Vomit Dolls einen runterholt und dem auch die August Underground Reihe mehr als nur ein wild umschriebener Begriff aus behinderten Filmforen ist. Bei Martyrs geht’s dir ans Hirn! Du kannst deine Augen auf den Bildschirm legen und nichts sehen. Oder du kannst wegschauen und trotzdem alles spüren. Wieder ein Regisseur der sein Publikum ficken will. Wieder aus Frankreich. Und wieder ein Film der dort ab 16 zu haben ist! Ich kapier’s nicht. Erste Prüfung ergab ein klares ab 18. Das ist in Frankreich mit einigen Restriktionen verbunden. Nur Pornos müssen darunter leiden. Da kommt die französische Kulturministerin daher und sagt “Na, na! Prüft den schön noch einmal, ja?” und voilà, plötzlich geht was vorher nicht ging. Hängt natürlich wie so oft mit Geldmacherei zusammen. Dennoch könnte man fragen, warum denn keine Amoklauf-Meldungen aus Frankreich zu uns rüberschwappen? So viel krankes Zeug was es bei denen zu sehen gibt! Ich hatte deswegen mit einem Freund eine kurze oberflächliche Diskussion darüber und er vertrat die Auffassung, dass nicht die Filme oder Gewaltspiele daran schuld seien, sondern die Medien, die jeden Amokläufer “feiern”. Wenn man bedenkt, dass meist nur die amokmäßig rumwichsen, die unter “sozialer Querschnittslähmung” leiden und keine andere Chance sehen irgendwie zu öffentlicher Aufmerksamkeit/Berühmtheit zu gelangen, nehmen sie es sogar in Kauf, nach ihrem Märtyrertod nichts mehr von diesem Hype mitzukriegen. Es reicht das Gefühl zu wissen, dass danach jeder sein Gesicht kennen wird. Anderen muss man zwanzig Jungfrauen im Paradies versprechen …

Jetzt könnte man sich noch fragen warum dann nie Frauen Amok laufen. Hm, mal kurz drüber nachgedacht kann das daran liegen, dass nur Männer diesen gewaltigen Druck verspüren, einen hohen Status zu haben und erfolgreich zu sein. Bei Frauen prägt sich das inzwischen natürlich auch immer weiter aus, aber die haben ja nicht so sehr mit Testosteron zu kämpfen wie wir, haha. Außerdem richten Frauen ihre Aggressionen – entstanden aus dem Unvermögen in der Welt bestehen zu können – oft nur gegen sich selbst. Sieht man ja an SVV und dem ganzen Kram. Männer hingegen geben immer nur den anderen die Schuld, egal bei was. “Wäh, sie hat mich verlassen weil sie eine Schlampe ist.” Sie hat dich verlassen weil du ein verficktes Weichei bist. “Wäh, ich krieg keine geilen Weiber weil meine Eltern so hässlich sind und ich es deswegen auch bin.” Du kriegst keine Weiber weil du nicht mit Frauen reden kannst und einfach ein verficktes Weichei bist. “Wäh, ich krieg keinen Job weil die Lehrer mir so verschissene Noten geben.” Du hast verschissene Noten weil du statt lernen lieber im Internet gechattet und Ego-Shooter gespielt hast (wie so viele andere Menschen auch, die deswegen nicht Amok laufen) und das nach wie vor tust, statt deinen Arsch hochzukriegen. “Wäh, ich hab keine Freunde nur weil ich nicht mit dem Strom schwimme.” Du hast keine Freunde weil du erwartest, dass andere den ersten Schritt machen. Und du bist nicht nur zu blöd mit Frauen zu reden, du hast auch Schiss vor Fremden oder kriegst einfach nur dein Maul nicht auf. Dir fehlen einfach Social Skills, Mann! “Wäh, ich kann in dieser Welt nicht bestehen weil das ganze System ein Arschloch ist und ich mich nicht unterwerfen will!” Dir fehlt die männliche Tugend die Initiative zu ergreifen, Sachen in Angriff zu nehmen, Sachen zu ändern, dich anzupassen wo es sein muss und auf sympathische, charmante Weise DIR die Welt zu unterwerfen, statt umgekehrt! “Survival of the fittest”, motherfucker! Nicht die Stärksten überleben, sondern die Bestangepasstesten (was ein Wort, ey). Krieg dein Leben auf die Reihe, Depp! Es gibt so viele feige Weicheier die Selbstmord begehen OHNE andere mit in den Tod zu ziehen.

Zurück zu Martyrs. (krass wie weit man abdriften kann, wenn man etwas im Darm hat, das unbedingt rausmuss)

Der Film is krass, aber kein Meisterwerk, entgegen der Meinung vieler anderer. Schrotflintenschüsse bei denen die Getroffenen meterweit nach hinten fliegen, fuck off. Das haben schon die Mythbusters getestet, dass des net hinhaut! Dann das Blut aus der Halsschnittwunde im Regen und die Halsschnittwunde an der Leiche im Close-Up. Schlecht! Die Prügel gegen Anna, in der man diesen türsteherähnlichen Typen nur von hinten sieht. SCHLECHT! Wenn ich noch ein bisschen weiter nachdenk, fällt mir sicher noch mehr ein. Irgendein unnatürliches Verhalten in einer bestimmten Situation oder sonstwas. Zuviele Macken um wirklich ein Meisterwerk zu sein! Funny Games ist für mich ein Meisterwerk. Unabhängig vom Horror-Genre: Fight Club. American Beauty. Little Children. Meisterwerke! Martyrs ist keins. Leider. Großes, großes Leider. Genauso wie bei Inside. Viel, viel unnötige Kacke, die mit einer verkohlten Hand einmal quer über die Leinwand (im malerisch-künstlerischen Sinne) wischt.

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Eden Lake

Mittwoch, 16. September 2009

Mal Bock auf einen Horrorstreifen, der dich extrem unbefriedigt auf den Abspann starren lässt, obwohl das Ende einfach nur genial ist? Horror der mehr in der Psyche entsteht, als durch drastische Bilder (solche sind zwar vorhanden, aber schocken den “eingefleischten” Kranke-Filme-Fan nicht wirklich). Das ist wieder so ein Kandidat wie “Funny Games” in dem man sich selbst dabei ertappt, wie man sich unmoralische Sachen wünscht. Ich glaube nicht dass James Watkins so wie Michael Haneke den Zuschauern seinen dicken Mittelfinger ins Penisloch wuchten will, aber so richtig lieb hat er sie nicht. Wie sonst kann man so ein Ende da hinknallen! ARGH!!!!

Ein Film auf den man sich einlassen muss. Natürlich kann ich mein Einfühlungsvermögen ausschalten und nach ner halben Stunde dann auch genervt den Fernseher (bzw. PC). Aber dann entgeht einem was. Wie Funny Games etwas das man sich zusammen mit der Freundin reinzieht. Und dann sagt man “Hey, hey, Kleines. Vergiss dieses verfickte Weichei da. Ich würd dich beschützen und gucken das alles klar geht. Jetzt nimm ihn in die Hand und massier ihn ein bisschen während wir weiterschauen. Aber zwick mich nicht wenn du mal wieder erschrickst, kay?”

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After-Effects

Dienstag, 15. September 2009

Was war ich doch für ein blöder Wichser! Hatte gestern vor der Magen-Darm-Spiegelung vergessen die Antibiotika-Prophylaxe wegen meinem Mitralklappenprolaps einzuhalten! Mann, die Arzthelferin war ziemlich angepisst deswegen. War die gleiche der ich einer Woche zuvor lang und breit erklären musste, warum ich keinen Bock drauf hab Tabletten zu schlucken, die so groß sind wie mein kleiner Zeh (und der is’ echt riesig!). Diese kleine Streiterei hatte sie sich wohl gemerkt. Sie ließ mir nach unverschämt langer Wartezeit das Antiidiotiekum aufgelöst in einem kleinen Becher bringen. So schmeckt Scheiße also, jetzt weiß ich’s. Musste mir danach gleich mal stylische Boxershorts anziehen. “Der Schlitz gehört nach hinten.”, sagte mir die Endoskopie-Assistentin nachdem sie mir auf den Schwanz starrte. “Oh, sorry. Ich bin das so von meinen weißen Feinripp-Unterhosen so gewohnt.” Shorts umdrehen. Und nochmal kurzer Blick auf meinen Piepmann. Was ein Ferkel!

“Bitte hinlegen. Seitlich, auf die linke Seite mit dem Kopf nach vorne.”, “Äh wie. So?”, “Ja, nur gehört ihr Kopf da hin wo sich gerade ihre Füße befinden.”, “Du meinst so?”, “Mein Gott, Herr Nigk. Machen sie gerade Luft-Kamasutra?”, “Ich kenn nur Luftgitarre.”, “Jetzt legen Sie sich mal g’scheid hin!”

Ich bekam dieses Nadelkanülenzeugs reingepopelt und das wurde so kommentiert als sei’s was ganz schlimmes und ich solle tapfer sein. Dabei war es nichts anderes als meine allabendlichen Nadelfolterung die ich mir zufüge, weil ich mit mir selbst so sehr im Unreinen bin. Kaum ist alles verklebt bekomm ich schon mal ein bisschen Narkosesaft gespritzt. “Das brennt jetzt.”, sagt der Arzt. “Tut’s nicht.”, sag ich. “Aber das ist kein Propofol, oder?”, “Nein, das setzen wir erst ein wenn’s nötig wird.” Oooohhkaaaaayyyyyy. Ich darf also am Monitor Achterbahn durch meine Darmwindungen fahren. Supiiiiii! “Ey!” und drin war er, der dicke Zeigefinger des Arztes. “Ich muss testen ob sie locker sind.”, “Na jetz bin ich’s ganz sicher nich mehr!” Hätte das nicht die Assistentin machen können? Dann fragt mich nicht wie er’s geschafft hat, aber ich merkte gar nicht wie das Endoskop reinging. Muss ein fließender Wechsel zwischen Finger und Schlauch gewesen sein. Ich erkannte nur am Monitor dass da jetzt ein völlig anderer Film lief. Oder jemand hatte auf 9Live umgeschaltet.

Ihr wisst ja wie das als Mann ist. Man muss hart sein, darf nicht weinen und so. Zuerst die Tränen nach der Fingervergewaltigung verkneifen und dann auch noch so tun als ob einem die Darmspiegelung nicht weh tut, ja, ja. “Aua, aua, aua, Doktor! Wollen Sie mir grade den Blinddarm durchstoßen?”, “Sie haben einen ungewöhnlich kurvigen Darmverlauf. Ich muss mich ziemlich anstrengen um die Kurven gut zu nehmen.” Mein Arsch fühlte sich plötzlich an wie ein Rennsimulator. “nuschel nuschel, S-Kurve, nuschel.”, ging es zur Assistentin und mit einem stechenden Schmerz merkte ich schon was er damit meinte. S(chmerz)-Kurve.

Keine Ahnung ob denen mein ständiges Gejammer auf den Sack ging, aber das letzte was ich noch weiß ist, dass der Arzt kurz die Untersuchung abbrach und dann brach auch schon mein Erinnerungsvermögen ab. Klassischer Filmriss. Ich wachte in einem eiskalten Raum auf. Mit Brustgürtel fixiert wie ein Irrer. Ich will aufstehen. “Liegen bleiben.”, sagt eine junge, braunhaarige Arzthelferin zu mir. Dann bleib ich eben liegen und huste die Trennwand neben mir an. Ein paar Minuten später kommt sie und will mir das Kanülenzeug abmachen. Sie zupft an den Pflastern als hätte sie Angst mir sonst den Arm wegzureißen. “Sie dürfen schon dran reißen, gute Frau.” Hat sie gemacht. Ich blieb natürlich steinhart, ich männlicher Mann, ich.
Kennt ihr diese Umschnallbänder, die man vor dem Blut abnehmen um den Arm geschnallt bekommt, damit die Venen schön prall sind? Das hat die benutzt, um so ein steriles weißes Ding auf meiner Einstichwunde festzudrücken. Zuhause setzte ich mich dann vor meinem Laptop um zu merken, dass ich diese teuer aussehende Schnalle noch immer dran hatte. Würde das Teil um meinen dünnen Penis passen, hätt ich’s behalten. Freitag bring ich’s zurück.

Kurzes Gespräch mit dem Arzt, bevor mein Vater mich wie einen alten Opa nach draußen bringen durfe. “Bei der Gewebeentnahme trat eine Blutung auf, die eigentlich nicht auftreten sollte. Wenn sie Blut erbrechen oder schwarzen Stuhl haben sollte, kommen Sie schnellstmöglich hier her oder rufen Sie mich umgehend am Handy an.” Ergebnisse würde mir zu einem nicht näher beschriebenen Zeitpunkt kommuniziert. Bis jetzt scheint aber alles in Ordnung zu sein. Toll, das einzige was ich jetzt weiß ist, dass ich nicht drauf stehe wenn ein Kerl mir seinen Finger in die Poperze schiebt und dass ich einen außergewöhnlich kurvigen Darmverlauf habe. Dinge die ein Mann definitiv wissen sollte bevor er das zeitliche segnet. “Ach ja, Herr Nigk. Sie dürfen auch heute noch wegen ihrer Blutung keine festen Speisen zu sich nehmen. Nur klare Flüssigkeiten!” Seit heute früh weiß ich was Hungereuphorie ist.

Frühstück war beschissen. Bauch hat heftig darauf reagiert. Mittagessen war kacke. Mir kam es vor als müsste ich jeden Bissen durch das Mittelstück einer Sanduhr pressen um ihn runterzukriegen. Hat mich aber nicht sonderlich gestresst, was mich echt verwundert hat. Einige von euch wissen vielleicht dass ich eigentlich immer große Probleme mit Schlucken hab…

Ein weiterer großer Schritt zur absoluten Freiheit!

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Feinkost Paranoia

Montag, 14. September 2009

Ich hab ‘nen Dorn im dritten Auge. Und was für einen! Muss mich allerdings jetzt schon korrigieren. Dorn ist eigentlich der falsche Ausdruck dafür. Speer, Pflock, Pfahl, Steinbohrer, laufende Kettensäge … wählt selbst.

Von meinen unzähligen Selbstversuchen mit schlechtem oder wahllos durchgemischtem Essen – immer auf der Suche nach DEM einzigartigen Geschmacksorgasmus – weiß ich ja, dass Durchfall so eine Rosette ganz schön zerbröseln kann. Deswegen nahm ich mir vor, alles rund rum schön einzufetten. Aus Bequemlichkeit natürlich nicht gemacht. Und jetzt sitz ich auf einem Hämorrhoidenkissen, das ich meinem 94 Jahre alten Nachbarn unter dem Arsch weggeklaut hab. Seine Pflegerin war so nett und hat mir die Tür aufgemacht damit ich mir Zucker leihen konnte. Für einen Kuchen. Freilich bring ich dann ein Stück vorbei wenn er fertig ist. Wie viel Zucker? Öhm ja, keine Ahnung. Ich sagte das was mir als erste einfiel. 900 Gramm. Komischer Blick an mich bevor sie in die Küche geht. Ich werde blitzschnell aktiv. Er beschwert sich nicht. Das Kilo Zucker das sie mir gab schüttete ich um einen riesigen Ameisenhaufen draußen im Garten. Ich glaub dass sie mich dabei gesehen hat. Egal. Das Kissen ist echt super. Es ist ein guter Resonanzkörper für meine Bauchgeräusche. Es klingt so als sei mein Darm eine Bowlingbahn auf der ein Strike nach dem anderen geworfen wird. Gleich werde ich mir ein Großmembran Mikro in den Bauchnabel stecken und das ganze aufnehmen. Wenn ich mal nicht im Minutentakt kacken muss. Auch wenn’s eklig klingt: Ich weiß schon gar nicht mehr ob ich scheiß oder schiff. Kann aber auch daran liegen, dass ich jetzt schon seit langer langer langer langer langer langer Zeit nichts mehr gegessen habe. Trotzdem geht’s mir unverschämt gut und ich spiele mit dem Gedanken eine wöchentliche Magen-Darmspiegelung in meinen Terminkalender aufzunehmen.

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Great!

Sonntag, 13. September 2009

Morgen Koloskopie und Ösophago-Gastro-Duodenskopie. Seit kurzem weiß ich dass das eine Darmspiegelung und das andere Magenspiegelung heißt. Seit vier Tagen darf ich nur bestimmte Sachen essen. Heute musste ich um 16 Uhr Abführmittel nehmen. Das beginnt erst jetzt richtig zu wirken. Zu welch unchristlicher Zeit! Das heißt wach bleiben obwohl ich hundemüde bin, denn ich möchte mir nicht im Schlaf das Bett vollscheißen. Aber wer kann schon an Schlaf denken wenn ihm das Arschloch brennt und beim Abputzen Blut am Klopapier klebt. Und morgen vier Stunden vor meinem Termin beim Gastroenterologen muss ich nochmal dieses Pulver in 150 ml Wasser auflösen, 2-3 Minuten rühren und dabei merken wie das Glas warm wird. Nicht zu vergessen zwei Stunden vorher die Antibiotika-Prophylaxe wegen meinem Mitralklappenprolaps. Dann muss ich mir noch das Wichsen verkneifen, denn die riechen das bei der Untersuchung bestimmt. Ziemlich scheiße das alles, aber auf das Propofol, auf das freu ich mich.

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He leaves us one masterpiece and tons of regrets

Sonntag, 13. September 2009

Wie immer bin ich spät dran mit irgendwas. Diesmal mit einem Gedenken an Rémy Belvaux, führender Kopf des Films “Man Bites Dog”, zu deutsch “Mann beißt Hund” (Originaltitel: C’est arrivé près de chez vous). Am 4. September 2006 hat er sich im Alter von 39 Jahren das Leben genommen. Warum weiß ich nicht. Wie weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass sein Film aus dem Jahre 1992 erschreckend viel Weitsicht hatte. Ein sehr eisiger Film. Sich breit machender Surrealismus rieselt wie Schneeflocken auf dich herab. Alles um dich herum wird weiß. Und wenn du aufstehst, das Zimmer verlässt und zurück zum Sofa schaust, kannst du sehen wo du gerade vorhin noch gesessen bist um dir einen sehr sozialkritischen Film reinzuziehen, den du dir eigentlich nur besorgt hast, weil er so brutal sei. Natürlich ist er brutal! Aber nur weil die Grenze zwischen Realität und Film eine sehr dünne ist. Tag für Tag sehen wir irgendwelche bescheuerten Reality-Formate, Dokumentationen über Rechtsextreme, Zuhälter, minderjährige Prostituierte und man fragt sich wann das Fernsehen so erfahrbar wird, dass man einfach ins Bild steigen kann um der ganzen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen, wenn es schon das Filmteam nicht tut (sonst riskieren sie ja die geilen Bilder die jeder sehen will). Werfen wir Torten auf die Verantwortlichen, so wie Rémy mit seinen Leuten einst auf Bill Gates.

Rémy, wir trinken einen Dead Baby Boy auf dich kranken aber genialen Wichser.

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Golden showerz

Donnerstag, 20. August 2009

Heute habe ich meine Ex-Freundin angepisst. Ich habe meinen kleinen Schwanz mit beiden Händen rausgeholt und einen fetten Strahl an ihr linkes Hosenbein gesetzt. Sie hätte mich um ein Haar dafür entmannt, aber wenn es um Schwanz einziehen geht, bin ich ja immer besonders schnell.

Eine Kommilitonin von ihr habe ich grade vorhin genauso angepisst, wenn nicht sogar mehr. Nun frage ich mich, in welcher Situation ich mich befinde, dass ich es mir mit einer solch unglaublichen Dreistigkeit erlauben kann, andere Frauen so mir nichts dir nichts anzupinkeln. Ich meine, Pisse is’ ja ein flüssiges Abfallprodukt und andere Leute mit Abfall zu bewerfen, das gehört nur in einem Hauptschulpausenhof zum guten Ton (so wie ein feuchter Furz bei einer brasilianischen Scat-Party). Natürlich, ich bin ein netter Kerl. Jeder Frau, die mit mir zusammen ist, widerfährt das größte Glück auf Erden. Aber nicht 24/7. Was ich durch meine wundervolle Art im Herzen einer Frau erzeuge, trete ich durch manche Tat brutal kaputt. So bin ich. Ein Hank Moody für die Kleinstadt. Nur ein viel beschissenerer Blogger als er.

“Es ist schön mit dir, aber nicht einfach.”

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Fritz Wunderlich – Ich küsse Ihre Hand, Madame

Donnerstag, 13. August 2009

Großartig!

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