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Ich Drecksack …

Mittwoch, 6. Januar 2010 | Autor: Roger B. Nigk

… bin nach neun verfickten Tagen Krankenhaus endlich wieder zuhause. Ich werde darüber berichten. Muss vorher noch ein paar wichtige Sachen regeln.

Much love

Roger Buscapé Nigk

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Muskelfaserfurz

Sonntag, 20. Dezember 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Sitz gerade vorm Laptop mit einem Muskelfaserriss im Bauch. Und es ist nicht so ein Nadelstichschmerz-Muskelfaserriss (warum muss ich gerade an dieses brasilianische Baby denken in dem man mehr als 40 Nadeln gefunden hat?), sondern dieser Messer-rein-und-rumdreh-FSK-18-Schmerz. Dieser Schmerz im Bauch bei dem man die Beine nur zehn Zentimeter vom Boden heben kann. Der Schmerz bei dem man gleichzeitig schreit wenn man hustet. Der Schmerz eines Muskelfaserrisses bei dem man Fieber und Kopfweh bekommt und bei dem man leicht friert.
Gerade war ich draußen. Scheiße hab ich gezittert. Mein Bauch war total verhärtet und das hat echt scheiß weh getan. Ich bin wie ein abgefuckter Drücker in geduckter Haltung durch die Straßen gehumpelt. Aber ich bin ja hart im Nehmen, yeah. Das bisschen Aua …

Wenn ich nur mal richtig scheißen könnten würd’s mir ein bisschen besser gehen.


Eine Freundin ging mit dem Gitarristen in die Schule. Ich muss das immer jedem verzählen. ^^

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Das Schweinegerippe…

Dienstag, 3. November 2009 | Autor: Roger B. Nigk

… hat wie erwartet keine Schweinegrippe. Natürlich nicht. Der Arztbesuch war nur eine Ausrede um den Vormittag blau machen zu können.

Ich trage mal wieder viele Gedanken in mir, habe aber weder die Zeit, noch die geeigneten Worte um sie in diesen Blog zu pressen. Entschuldigt das bitte. Nur so viel: Ich habe so meine Probleme mit Autoritäten. Zu wenig angepasst, noch zu sehr Rebell.


Guter Text. Googlen.

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The Big Flow of the Pig Flu

Sonntag, 25. Oktober 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Meine Tante schlief noch als ich kam, um ihren Keller für eine Bandprobe vorzubereiten. Sie hat fünf kleine Töchter und da ich ja für mein Leben gerne Frauen herumkommandiere, sollten sie alle mit anpacken. Natürlich musste der Papa der Kleinen auch ran, obwohl er sichtlich verschnupft war. Bazillenschleuder, dachte ich mir.

Es war wirklich heftige Arbeit den Keller aufzuräumen, nach zwei Stunden war jedoch alles geschafft. Zum Abschluss wollte ich meine Cousinen noch mit ausgiebigen Ghetto-High-Fives loben, da stand auch schon meine Tante schlaftrunken im Türrahmen und rief “Nein, nicht High-Five!” Sie schickte die gesamte Baggage zurück in die Wohnung. Ihr Ehemann hatte sich schon unlängst verzogen. Fußball lief im TV. “Der Arzt hat gerade angerufen, sie hat Schweinegrippe.”

… fuck …

Im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass noch eine zweite die Schweinegrippe hätte. Frisch aus der Schule importiert. Ich habe sowieso schon den saisonal normalen Schnupfen. Jetzt aber die Schweinegrippe zu bekommen wäre schlecht. Vor allem, weil ich mit meiner 80-jährigen Oma zusammenlebe und da schon eine normale Grippe gefährlich werden kann. Die Frage lautet allerdings, wie viele haben sie schon und wissen’s nur nicht.

Nun ist es also wirklich möglich, dass eure liebe Schweinelippe die Schweinegrippe hat. Und ich dachte mir, wenn es Marylin Manson nach unserem letzten Sex nicht schaffen konnte mich anzustecken…

Morgen lasse ich mich testen. Ich darf nicht in die Arbeit, soll aber von zuhause aus mein Unwesen treiben. Von den Desinfektionsmitteln die ich mir besorgt habe, könnte ich mich bis an mein Lebensende besaufen (was dann wenige Minuten nach Verzehr dieser Mittel wäre). In diesem Sinne…

(ich hätte wohl doch auf meine Oma hören sollen als sie sagte “Räum dein Zimmer auf! Sieht aus wie im Schweinestall!”)

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After-Effects

Dienstag, 15. September 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Was war ich doch für ein blöder Wichser! Hatte gestern vor der Magen-Darm-Spiegelung vergessen die Antibiotika-Prophylaxe wegen meinem Mitralklappenprolaps einzuhalten! Mann, die Arzthelferin war ziemlich angepisst deswegen. War die gleiche der ich einer Woche zuvor lang und breit erklären musste, warum ich keinen Bock drauf hab Tabletten zu schlucken, die so groß sind wie mein kleiner Zeh (und der is’ echt riesig!). Diese kleine Streiterei hatte sie sich wohl gemerkt. Sie ließ mir nach unverschämt langer Wartezeit das Antiidiotiekum aufgelöst in einem kleinen Becher bringen. So schmeckt Scheiße also, jetzt weiß ich’s. Musste mir danach gleich mal stylische Boxershorts anziehen. “Der Schlitz gehört nach hinten.”, sagte mir die Endoskopie-Assistentin nachdem sie mir auf den Schwanz starrte. “Oh, sorry. Ich bin das so von meinen weißen Feinripp-Unterhosen so gewohnt.” Shorts umdrehen. Und nochmal kurzer Blick auf meinen Piepmann. Was ein Ferkel!

“Bitte hinlegen. Seitlich, auf die linke Seite mit dem Kopf nach vorne.”, “Äh wie. So?”, “Ja, nur gehört ihr Kopf da hin wo sich gerade ihre Füße befinden.”, “Du meinst so?”, “Mein Gott, Herr Nigk. Machen sie gerade Luft-Kamasutra?”, “Ich kenn nur Luftgitarre.”, “Jetzt legen Sie sich mal g’scheid hin!”

Ich bekam dieses Nadelkanülenzeugs reingepopelt und das wurde so kommentiert als sei’s was ganz schlimmes und ich solle tapfer sein. Dabei war es nichts anderes als meine allabendlichen Nadelfolterung die ich mir zufüge, weil ich mit mir selbst so sehr im Unreinen bin. Kaum ist alles verklebt bekomm ich schon mal ein bisschen Narkosesaft gespritzt. “Das brennt jetzt.”, sagt der Arzt. “Tut’s nicht.”, sag ich. “Aber das ist kein Propofol, oder?”, “Nein, das setzen wir erst ein wenn’s nötig wird.” Oooohhkaaaaayyyyyy. Ich darf also am Monitor Achterbahn durch meine Darmwindungen fahren. Supiiiiii! “Ey!” und drin war er, der dicke Zeigefinger des Arztes. “Ich muss testen ob sie locker sind.”, “Na jetz bin ich’s ganz sicher nich mehr!” Hätte das nicht die Assistentin machen können? Dann fragt mich nicht wie er’s geschafft hat, aber ich merkte gar nicht wie das Endoskop reinging. Muss ein fließender Wechsel zwischen Finger und Schlauch gewesen sein. Ich erkannte nur am Monitor dass da jetzt ein völlig anderer Film lief. Oder jemand hatte auf 9Live umgeschaltet.

Ihr wisst ja wie das als Mann ist. Man muss hart sein, darf nicht weinen und so. Zuerst die Tränen nach der Fingervergewaltigung verkneifen und dann auch noch so tun als ob einem die Darmspiegelung nicht weh tut, ja, ja. “Aua, aua, aua, Doktor! Wollen Sie mir grade den Blinddarm durchstoßen?”, “Sie haben einen ungewöhnlich kurvigen Darmverlauf. Ich muss mich ziemlich anstrengen um die Kurven gut zu nehmen.” Mein Arsch fühlte sich plötzlich an wie ein Rennsimulator. “nuschel nuschel, S-Kurve, nuschel.”, ging es zur Assistentin und mit einem stechenden Schmerz merkte ich schon was er damit meinte. S(chmerz)-Kurve.

Keine Ahnung ob denen mein ständiges Gejammer auf den Sack ging, aber das letzte was ich noch weiß ist, dass der Arzt kurz die Untersuchung abbrach und dann brach auch schon mein Erinnerungsvermögen ab. Klassischer Filmriss. Ich wachte in einem eiskalten Raum auf. Mit Brustgürtel fixiert wie ein Irrer. Ich will aufstehen. “Liegen bleiben.”, sagt eine junge, braunhaarige Arzthelferin zu mir. Dann bleib ich eben liegen und huste die Trennwand neben mir an. Ein paar Minuten später kommt sie und will mir das Kanülenzeug abmachen. Sie zupft an den Pflastern als hätte sie Angst mir sonst den Arm wegzureißen. “Sie dürfen schon dran reißen, gute Frau.” Hat sie gemacht. Ich blieb natürlich steinhart, ich männlicher Mann, ich.
Kennt ihr diese Umschnallbänder, die man vor dem Blut abnehmen um den Arm geschnallt bekommt, damit die Venen schön prall sind? Das hat die benutzt, um so ein steriles weißes Ding auf meiner Einstichwunde festzudrücken. Zuhause setzte ich mich dann vor meinem Laptop um zu merken, dass ich diese teuer aussehende Schnalle noch immer dran hatte. Würde das Teil um meinen dünnen Penis passen, hätt ich’s behalten. Freitag bring ich’s zurück.

Kurzes Gespräch mit dem Arzt, bevor mein Vater mich wie einen alten Opa nach draußen bringen durfe. “Bei der Gewebeentnahme trat eine Blutung auf, die eigentlich nicht auftreten sollte. Wenn sie Blut erbrechen oder schwarzen Stuhl haben sollte, kommen Sie schnellstmöglich hier her oder rufen Sie mich umgehend am Handy an.” Ergebnisse würde mir zu einem nicht näher beschriebenen Zeitpunkt kommuniziert. Bis jetzt scheint aber alles in Ordnung zu sein. Toll, das einzige was ich jetzt weiß ist, dass ich nicht drauf stehe wenn ein Kerl mir seinen Finger in die Poperze schiebt und dass ich einen außergewöhnlich kurvigen Darmverlauf habe. Dinge die ein Mann definitiv wissen sollte bevor er das zeitliche segnet. “Ach ja, Herr Nigk. Sie dürfen auch heute noch wegen ihrer Blutung keine festen Speisen zu sich nehmen. Nur klare Flüssigkeiten!” Seit heute früh weiß ich was Hungereuphorie ist.

Frühstück war beschissen. Bauch hat heftig darauf reagiert. Mittagessen war kacke. Mir kam es vor als müsste ich jeden Bissen durch das Mittelstück einer Sanduhr pressen um ihn runterzukriegen. Hat mich aber nicht sonderlich gestresst, was mich echt verwundert hat. Einige von euch wissen vielleicht dass ich eigentlich immer große Probleme mit Schlucken hab…

Ein weiterer großer Schritt zur absoluten Freiheit!

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Feinkost Paranoia

Montag, 14. September 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Ich hab ‘nen Dorn im dritten Auge. Und was für einen! Muss mich allerdings jetzt schon korrigieren. Dorn ist eigentlich der falsche Ausdruck dafür. Speer, Pflock, Pfahl, Steinbohrer, laufende Kettensäge … wählt selbst.

Von meinen unzähligen Selbstversuchen mit schlechtem oder wahllos durchgemischtem Essen – immer auf der Suche nach DEM einzigartigen Geschmacksorgasmus – weiß ich ja, dass Durchfall so eine Rosette ganz schön zerbröseln kann. Deswegen nahm ich mir vor, alles rund rum schön einzufetten. Aus Bequemlichkeit natürlich nicht gemacht. Und jetzt sitz ich auf einem Hämorrhoidenkissen, das ich meinem 94 Jahre alten Nachbarn unter dem Arsch weggeklaut hab. Seine Pflegerin war so nett und hat mir die Tür aufgemacht damit ich mir Zucker leihen konnte. Für einen Kuchen. Freilich bring ich dann ein Stück vorbei wenn er fertig ist. Wie viel Zucker? Öhm ja, keine Ahnung. Ich sagte das was mir als erste einfiel. 900 Gramm. Komischer Blick an mich bevor sie in die Küche geht. Ich werde blitzschnell aktiv. Er beschwert sich nicht. Das Kilo Zucker das sie mir gab schüttete ich um einen riesigen Ameisenhaufen draußen im Garten. Ich glaub dass sie mich dabei gesehen hat. Egal. Das Kissen ist echt super. Es ist ein guter Resonanzkörper für meine Bauchgeräusche. Es klingt so als sei mein Darm eine Bowlingbahn auf der ein Strike nach dem anderen geworfen wird. Gleich werde ich mir ein Großmembran Mikro in den Bauchnabel stecken und das ganze aufnehmen. Wenn ich mal nicht im Minutentakt kacken muss. Auch wenn’s eklig klingt: Ich weiß schon gar nicht mehr ob ich scheiß oder schiff. Kann aber auch daran liegen, dass ich jetzt schon seit langer langer langer langer langer langer Zeit nichts mehr gegessen habe. Trotzdem geht’s mir unverschämt gut und ich spiele mit dem Gedanken eine wöchentliche Magen-Darmspiegelung in meinen Terminkalender aufzunehmen.

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Great!

Sonntag, 13. September 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Morgen Koloskopie und Ösophago-Gastro-Duodenskopie. Seit kurzem weiß ich dass das eine Darmspiegelung und das andere Magenspiegelung heißt. Seit vier Tagen darf ich nur bestimmte Sachen essen. Heute musste ich um 16 Uhr Abführmittel nehmen. Das beginnt erst jetzt richtig zu wirken. Zu welch unchristlicher Zeit! Das heißt wach bleiben obwohl ich hundemüde bin, denn ich möchte mir nicht im Schlaf das Bett vollscheißen. Aber wer kann schon an Schlaf denken wenn ihm das Arschloch brennt und beim Abputzen Blut am Klopapier klebt. Und morgen vier Stunden vor meinem Termin beim Gastroenterologen muss ich nochmal dieses Pulver in 150 ml Wasser auflösen, 2-3 Minuten rühren und dabei merken wie das Glas warm wird. Nicht zu vergessen zwei Stunden vorher die Antibiotika-Prophylaxe wegen meinem Mitralklappenprolaps. Dann muss ich mir noch das Wichsen verkneifen, denn die riechen das bei der Untersuchung bestimmt. Ziemlich scheiße das alles, aber auf das Propofol, auf das freu ich mich.

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A Star Was Born

Sonntag, 3. Mai 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Darf ich euch meinen neuesten Freund vorstellen? Er schimpft sich Glaukom, alle nennen ihn aber grüner Star. Ein paar Starallüren hat der Gute schon, ich mag ihn trotzdem. Ist ja nicht so dass er mir die Schau stiehlt, obwohl … was nicht ist kann ja noch werden.
Grüner Star, möchtest du dich meinen Lesern kurz vorstellen?
“Ja, hallo. Ich bin der grüne Star in beiden Augen von Roger Nigk. Eines muss ich aber noch hinzufügen: Natürlich sind wir Freunde, aber eigentlich ist unsere Beziehung eine rein berufliche. Aber schön dass man den Beruf mit Freundschaft verbinden kann.”
Erzähl wie lang wir uns jetzt schon kennen.
“Also diagnostiziert hat man mich offiziell letzten Montag. Aber unbehandelt heranwachsen durfte ich schon seit fast 10 Jahren.”
10 Jahre? Das war sogar mir neu! Wie konntest du so lange unentdeckt bleiben?
“Du bist halt nicht zum Augenarzt. Und keiner hat dir gesagt dass deine vorletzte Augeninnendruckmessung vor 10 Jahren schon recht kritisch war und einer Nachuntersuchung bedarft hätte.”
Wie kann sowas nur passieren?
“Das frag ich mich auch. Naja, du warst halt jung und dumm. Hast gewartet dass deine Eltern dich zum Augenarzt zerren anstatt selbst mal zu gehen. Selbstverantwortung, war ja noch nie deine Stärke.”
War es schlimm für dich dass du fast 10 Jahre bei mir warst und wir noch nie miteinander gesprochen haben?
“Nö. Ich war auch nicht böse als du die blinden Flecken in deinem Gesichtsfeld missachtet hast. Das war nämlich ich, immer wenn ich mit dir sprechen wollte.”
Tut mir Leid.
“Kein Problem.”
Grüner Star, was machst du so? Sag uns mal wie du so funktionierst und was du mit mir anrichtest.
“Gerne, Roger. Dein Augapfel enthält Kammerwasser. Das ist eine klare, wässrige Flüssigkeit die dein Auge ernährt. Diese Flüssigkeit wird ständig aus dem Auge abgeleitet und neue Flüssigkeit produziert. Entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Abfluss und Produktion des Kammerwassers, kommt es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks. Normal liegt der zwischen 10 mm Hg und 21 mm Hg.”
Was bedeutet mm Hg?
“Millimeter-Quecksilbersäule oder auch Torr genannt, glaube ich. Ein Torr ist der statische Druck, der von einer Quecksilbersäule von 1 mm Höhe erzeugt wird. Das hab ich von Wikipedia.”
Versteh ich nicht ganz, aber erzähl bitte weiter.
“Der Druck liegt also normal zwischen 10 und 21 mm Hg. Dein Wert ist aber 36. Das ist nicht wenig. Dein Augeninnendruck ist zu stark und gefährdet damit dein Sehvermögen.”
Wie das?
“Er zerquetscht deinen Sehnerv bis er mal abstirbt.”
Ah okay, verstehe.
“Dagegen musst du jetzt diese Augentropfen nehmen. Die gefallen mir gar nicht! Du tropfst zwar voll Scheiße – das meiste geht bei dir daneben – trotzdem … ich find’s schrecklich.”
Echt?
“Ja. Du solltest die wirklich absetzen denn du musst die vielleicht dein Leben lang nehmen. Bei Personen unter 18 Jahren dürfen sie nicht angewendet werden und jeder weiß doch dass du geistig auf dem Stand eines 8-jährigen bist. Dann kann die Länge, Dicke und Anzahl deiner Wimpern zunehmen und sich die Farbe vertiefen. Und vergiss nicht den Haarwachstum auf den Augenlidern, der kann dir auch blühen!”
Haare auf den Augenlidern?! Klingt ja scheiße.
“Is’ es auch, is’ es auch! Dann noch deine Iris, das ist der farbige Teil deines Auges. Wie viele haben dir schon gesagt wie schön sie deine Augen finden?”
Naja, nicht wenige.
“Sag Bye-Bye zu diesen Komplimenten! Die Farbe deiner Augen kann sich verändern und das möglicherweise dauerhaft.”
Fuck.
“Und du kriegst dunkle Augenränder, wie ein verfickter Emo nach 3 schlaflosen Nächten.”
Wird ja immer besser.
“Außerdem werden deine Augen kurz nach dem Tropfen so rot, dass du aussiehst als hättest du ‘ne 2-Meter-Tüte gekifft.”
Aber ich kiff doch nicht.
“Erzähl dass mal den Fremden denen du auf der Straße begegnest. Oder noch besser, dem Chef beim Bewerbungsgespräch.”
Boah, ja. Aber das mit dem Bewerbungsgespräch hat noch ein bisschen Zeit.
“Glaub ich weniger.”
Wie dem auch sei, eines möchte ich zum Schluss noch wissen: Warum bist du bei mir? Bist du nicht eine Krankheit für ältere Menschen?
“Eigentlich schon. Hat mich auch gewundert warum ich beruflich so schnell zu dir versetzt wurde. Aber ist doch auch mal schön in einem Paar frischer Augen zu sein.”
Und wie gefällt’s dir bisher so bei mir?
“Ach, ich kann mich nicht beschweren. Durch deine Augen bekommt man immer viele Weiber zu sehen, sei es in Internetvideos oder durch’s Fernglas mit dem du immer aus’m Fenster schaust wenn irgendwelche Tussen vorbeigehen. Mir gefällts. Ich krieg da immer so ein Rohr, des drückt dann noch mehr auf deine Sehnerven und ich komme meinem Lebensziel näher.”
Welches Ziel?
“Dich blind machen.”

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Knight in White Satin Armor

Mittwoch, 24. September 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Bin ich wieder krank geworden. Naja, nicht krank, aber ich leide mal wieder unter meinen Weicheiwehwehchen. Bauchschmerzen und das ständige Gefühl brechen zu müssen. Bitterer Speichel sammelt sich im Mund, man spuckt es aus, dann kommt der Würgreflex, die Speiseröhre und der Hals verkrampfen, aber nichts kommt hoch, sondern bleibt irgendwo in der Hälfte des Weges stecken um nach ein paar Schlucken Wasser wieder zäh nach unten zu gleiten. Die Scheiße pisst mich an. Es ist leicht zu erahnen dass ich wieder kräftig am rumjammern bin und mich von meiner Psyche ans Kreuz hängen lasse, damit der sterbende Kleinstadt-Jesus in mir wieder prächtig aufblühen kann, in den dunkelsten Farben versteht sich.

Als Frau ekelt man sich natürlich vor diesem wimmernden Haufen Elend. Besonders wenn man als Frau einen anderen Bezug zu Darmgeschichten hat. Was sie durchmachen musste ist wirklich nicht ohne und ich bewundere ihre Stärke und ihr Durchhaltevermögen. Ich wüsste nicht wie ich mit ihrer Krankheit zurechtkommen würde. Meine Bewunderung und mein Respekt ihr gegenüber sind immens. Wie dem auch sei, als Frau möchte man einen starken Führer an der Seite. Einen der alles im Griff hat, der alle Probleme wegwälzt damit die Frau sich nicht damit herumschlagen muss und aus ihrer Natur heraus leben kann, durch freie Ausströmung ihrer Liebe. Ich bilde mir ein, ein Mann von dieser Sorte sein zu können, in allen Lebenslagen. Meine ursprüngliche Lebensansicht wurde die letzten Jahre in ihrer Grundfeste erschüttert, ich sehe vieles nicht mehr so wie ich das einmal tat. Desillusioniert orientieren sich meine Augen neu. Das ist gut so, auch wenn mir viele der neuen Perspektiven sehr weh tun und das kleine Kind in mir nicht mehr aufhört laut zu weinen. Gott sei Dank steht über dem kleinen Kind ein erwachsener Roger, der stark genug ist nach jeder Hürde an Sprungkraft zuzulegen und das Leben in all seinen Facetten glorreich zu meistern. Das werde ich sie noch früh genug wissen lassen. Spätestens wenn wir in einigen Jahren ans Zusammenziehen denken. Bis dahin wird sie mich noch für ein verficktes Weichei halten weil ich mir einen Arzt an die Strippe geholt habe. Es war schon spät in der Nacht und mein Hausarzt hatte zufällig Notdienst. Hausbesuch stand für mich nicht zur Debatte, ich wollte mir nur telefonisch etwas gegen den Brechreiz geben lassen. Telefonsex mit einem Syphilisverseuchten Philologen hätte da auch gereicht, wär aber zu teuer geworden.

Meine Oma stand kurz vorm Durchdrehen. Anfangs meinte sie noch dass ich einen Nabelbruch hätte, dann kam sie auf den Blinddarm, ja ganz gewiss, der Blinddarm war’s und das is ja bekanntlich sehr gefährlich, daran kann man sterben und was ist wenn ich ins Krankenhaus muss. Ich sagte zu ihr, dass mir das egal sei. Es gehört dazu krank zu werden und es gibt Menschen die einem dann helfen können, wenn man es nur zulässt. Ich sagte ihr dass ich keine Angst hätte, wovor denn auch, ist ja schwachsinnig. Hat sie nicht wirklich beruhigt und dank ihrer durchaus kritischen Probleme mit dem Blutdruck in letzter Zeit, wurde ich nervöser je aufgeregter sie wurde. Also was tun? Arzt rufen. Das riet mir auch mein Vater als er mich sah. Wie oft mir Oma ins Gespräch rief, grauenhaft. Was mich durchaus freute ist, dass mein Arzt mich sehr ernst nahm. Letzten Endes kam mein Hausarzt zum Entschluss dass es eine Magen-Darm-Grippe sei. Die gehe zur Zeit um und er hätte in den letzten Tagen schon einige Fälle behandelt. Aha. Kann ich mir nicht vorstellen, aber egal. Sollte es nicht besser werden solle ich sofort am nächsten Tag, sobald er in der Praxis ist, zu ihm gehen, ohne Termin, er gebe den Krankenhelferinnen an der Rezeption bescheid, dass ich sofort drankomme. Bis dahin riet er mir zu einem pflanzlichen Arzneimittel, Standardmedikation bei Magen-Darm-Beschwerden.

Zur Apotheke gefahren die Nachtdienst hatte, nicht weit von daheim. 11 Euro 60 kostete mich der Dreck. Eine Telefonsex-Hotline nach Basel wäre doch die bessere Wahl gewesen. Vom spärlichen Restgeld Cola an der Tanke gekauft (auch vom Doc verschrieben) und auf dem Heimweg getrunken. Zuhause dann kräftig gereihert, durch Mund und Nase. Der erste Schwall ging in die Toilette. Mir hing noch einiges aus dem Zinken als ich ne Rolle Klopapier holte um mich zu schneuzen (die im Klo war leer). Kurz danach kam der nächste Schwall. Der dritte ereilte mich dann auf dem Weg zurück zur Schüssel. War nach den vielen Vorversuchen in denen nix kam schön sich mal richtig auszukotzen. Oma bestand darauf das wegzuwischen, denn ich wüsste ja nicht wie man das macht. “Ist das Blut?!”, fragte sie mich als sie vor meiner jüngsten Pfütze stand. Klar, kann schon sein, das Brechen war sehr anstrengend und auf dem Weg nach oben kann schon mal ein Äderchen mitgerissen werden. Ich sagte “Nö, das is Curry oder so.”, log ich. Was besseres viel mir auf die Schnelle nicht ein. “Du darfst nix Scharfes essen wenn du Probleme mit’m Darm hast!”

Packte die Tropfen aus. Hätte ich mir auch selbst verschrieben, aber zugegebenermaßen erst am nächsten Tag, nach einer sicherlich sehr langen Nacht. Mit den Tropfen war meine Nacht nicht ganz so anstrengend. Schlafen war schwer und ich musste mal wieder um halb fünf aufstehen weil Oma ihre Würgeanfälle bekam. Danach fühlt sie sich immer besonders sicher wenn ich im Wohnzimmer schlafe, während sie fernsieht. Erholsam ist das keinesfalls, aber wenn’s ihr dadurch besser geht, warum nicht.

Warum hatte ich jetzt Bauchschmerzen? Hab einen Verdacht. Übeltäter: Enge Unterhose! Richtig gelesen, eine zu enge Unterhose ist verdammt gefährlich. Ich rede nicht von “zu eng an den Eiern” sondern zu eng am Bauch. Ernsthaft, kauft euch die Unterhosen obenrum ein bisschen weiter. Ihr wollt doch nicht auch unter schlimmsten Schmerzen leiden, rumkotzen und die nächsten Tage nicht mehr scheißen können, oder? Begeht nicht meine Fehler. Dieser Blog ist dazu da euch dabei zu helfen. Heute ging es mir übrigens noch genauso schlecht wie gestern, nur der Brechreiz ist weg. Zum Arzt bin ich nicht, keinen Bock drauf.

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Sich was reinpfeifen oder so

Sonntag, 17. August 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Hab’s versäumt mir genau aufzuschreiben wann ich was hatte. Jetzt bleibt mir nur noch mein von der Krankheit angefressenes Gedächtnis. Könnte euch dazu noch mit allmöglichen Kuriositäten und witzigen bis bizarren Anekdoten füttern, aber ich bin zu schwach. Ich bleibe nur beim Nötigsten, das wird anstrengend genug. Das heißt ich werde nicht erzählen dass ich Nachts von den Sachen halluzinierte die ich tagsüber im Fernseher sah. Das ist zu bekloppt, das darf ich nicht genauer ausführen sonst verlier ich all meine Freunde.

Zu den Blutwerten: Ich rief mit unverständlicher Sprache an, die Mandelentzündung erstreckte sich bereits über den Gaumen und befiel schon mein komplettes Zahnfleisch, Zähne taten mir weh und was sonst noch alles. Frau am Telefon sagte erstmal “Oh”, das hab ich bei meinen Arzttouren schon oft gehört. Leberwerte stark erhöht, genauso wie die Entzündungswerte. Am gleichen Tag den nächstmöglichen Termin wahrnehmen und rüberkommen. Pfeiffer könne aber noch nicht bestätigt werden. Eine Blutprobe wurde weitergeschickt um das zu klären. Bei wie vielen Ärzten war ich jetzt? Fünf, zwei davon Notdienst wovon mir der erste sozusagen das schlimmste erspart hat. Wer weiß wie lang mein Hausarzt noch mit Antibiotikum im Nichts herumgestochert hätte, wenn der nicht den Pfeiffer ins Spiel gebracht hätte. Und dabei war es so offensichtlich! Zumindest offensichtlich dass man mal das Blut danach untersucht. Wurde nur nicht gemacht. Ihr erinnert euch, mir wurde ja nicht mal in den Hals geschaut. Egal, ich bin kein Arzt. Witzig ist nur, dass meine Freundin einer ihrer Freundinnen meine Leiden am Telefon beschrieb und die sofort auf Pfeiffer tippte (weil sie’s selbst schon hatte, nur nicht so schlimm wie ich). Schön. Und selbst als Pfeiffersches Drüsenfieber bei meinem Hausarzt endlich zum Thema wurde, reichte man mich zum nächsten Arzt in der gleichen Praxis weiter und der sagte, das is’ kein Pfeiffer, das is’ ne Mandelentzündung. Sei nur komisch dass das Antibiotikum bei mir nicht anschlage. Von denen durfte ich übrigens vier verschiedene durchprobieren. Bei meiner ersten Schmerzmittelinfusion wurde die Dosis des Ersten erhöht. Der Notdienst der das erste Mal vom Pfeiffer sprach wechselte das Antibiotikum und gab mir eines, von dem ich keinen Ausschlag bekomme, sollte sich Pfeiffer bestätigen. Zurück bei meinem Hausarzt wurde der Pfeiffer negiert (trotz weiterhin angeschwollener Lymphknoten, vier große am Hals sowie in der Achselhöhle) und ich bekam ein anderes Antiobiotikum, also Nr. 3. Bevor ich nach Hause durfte noch eine Infusion weil ich ja seit Tagen nichts mehr trinken konnte. Sogar die Spucke wich öfters in einen Eimer oder in ein Taschentuch aus, weil ich den Schmerz nicht mehr aushielt.

Antibiotikum Nr. 3 vertrug ich nicht, ich erbrach jede Pille (unangenehm bei endlos angeschwollenen Mandeln), also ging ich wieder zum Arzt. Der suchte erstmal ein bisschen rum und zog dann aus seinem Schrank eine alte angebrochene Schachtel. Die Dinger vertrug ich schon besser. Dachte ich! Nachdem mir Pfeiffer Drüsenfieber nun offiziell bestätigt wurde, ging ich Freitag wieder zu einem (diesmal leider anderen) Notdienstarzt, weil ich einen juckenden roten Ausschlag bekam. Außerdem beunruhigte mich die ansteigende Menge an Blut in meinem Durchfall, an dem ich schon etwas länger litt. Notdienst sagte, beides eine unnötige Nebenwirkung des Antibiotikums, welches mir bei Pfeiffer ohnehin nichts hilft. Aha. Klar. Antibiotikum absetzen und gegen den Ausschlag neue Pillen nehmen (Nebenwirkung: Müdigkeit, bei Pfeiffer ohnehin präsent, aufgrund starker Schmerzen und verstopfter Atemwege nur nicht so schlaffördernd wie man meinen könnte). Eine kleine Story gabs übrigens noch dazu: Eine Mitstudentin des Notdienstarztes starb an einem unerkannten Pfeiffer als sie in der Badewanne ausrutschte und dabei ihre vergrößerte Milz riss.

Am nächsten Tag breitete sich das sogenannte Antibiotikumexanthem weiter aus und tut es heute noch. Wenigstens im Gesicht, das komplett rot war wie nach einem 1000-Meter-Sprint, ist es zurückgegangen. Auch die Augen sind abgeschwollen, nur nicht Oberlippe und Nase. Über den Juckreiz und die Unverträglichkeit mit Seife und Wasser möchte ich nichts schreiben, das frustriert mich nur zu sehr. Wenigstens fühlt sich mein Hals nicht mehr so an als müsste ich durch eine Wand mit Stacheldraht schlucken. Man gewöhnt sich zwar früher oder später an den Schmerz und muss sich nicht mehr irgendwo festhalten wenn man schluckt, trotzdem ist es einfach ein großer Zusatz an Lebensqualität wieder halbwegs schmerzfrei essen und trinken zu können. Diese Krankheit wirft mich in meiner persönlichen Semesterferienplanung um Lichtjahre zurück und nicht nur dort. Mein letzter Stand ist ein dickes Minus von sechs Kilo auf meiner Waage und ich möchte mich nicht nochmal draufstellen weil es sicher weniger geworden ist. Jeder der ein wenig Krafttraining betreibt und ähnliche Schwierigkeiten hat zu zunehmen, weiß wie viel Arbeit hinter solchen sechs Kilo steckt. Ein paar dürfte ich wieder durch ausreichende Wasserzufuhr schnell draufbekommen, der Rest ist verlorene Zeit in der Vergangenheit und vor allem verlorenes Geld. Letzteres habe ich seit den unzähligen Rezept- und Praxisgebühren (1x für Hausarzt, 1x für Notdienst) nicht mehr. Eins ist sicher, diese Krankheit hat nicht nur mein Immunsystem aufs gröbste zerfickt, sondern auch alles andere um mich herum. Selbst das Verhältnis zu meiner Oma ist angekratzt weil wir 24/7 beieinander sind und sie mich mit dieser bescheuerten Art ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen wahnsinnig macht! Ein paar Freunde entpuppen sich auch als nicht haltenswert. Scheiße ist das. Da kann ich nicht mal damit angeben dass es mich besonders schlimm erwischt hätte (O-Ton diverse Ärzte) und als Entschuldigung für meine Arschigkeit möchte ich das sowieso nicht missbrauchen. Und jetzt muss ich den Laptop von meinem Bauch heben, der ist nämlich immer noch wegen den angeschwollenen Organen sehr druckempfindlich. Man sieht sich. Und sorry für wirre Worte und Sätze. Langsam lesen, ein bisschen Fantasie und man versteht mich.

Noch was für die, die sich Sorgen machen: Die Frustration, die Verzweiflung und der innere Schmerz den ich während dieses Semester verspürte macht meinen momentanen Pfeiffer-Stress zur Schwanentretboot-Wasserfahrt, also keine Angst. Eye hold my head up.

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