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	<title>zerfigkt &#187; In sich gekehrt</title>
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	<description>Neuer und noch langweiligerer Blog eines immer noch langweiligen Schriftstellers.</description>
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		<title>Wo die Liebe hinfällt</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 17:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo die Liebe hinfällt weiß man erst wenn es zu spät ist. Und dann liegt sie vor deinen Füßen wie eine Landmine. Wie eine große Landmine. Man betritt Neuland, klettert ganz oben rauf und steht da, sieht die Welt von einem anderen Blickwinkel. Alles scheint so hell und schön. Der Druckzünder wurde durch das eigene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo die Liebe hinfällt weiß man erst wenn es zu spät ist. Und dann liegt sie vor deinen Füßen wie eine Landmine. Wie eine große Landmine. Man betritt Neuland, klettert ganz oben rauf und steht da, sieht die Welt von einem anderen Blickwinkel. Alles scheint so hell und schön. Der Druckzünder wurde durch das eigene Körpergewicht bereits aktiviert. Gleichzeitig beginnt der Zeitzünder zu arbeiten.</p>
<p>Jetzt sitze ich auf dieser Mine und starre melancholisch in den Sonnenuntergang. Für mich war es schwer bis nach oben zu klettern. Doch hat es sich wirklich gelohnt? Ein leichter Wind fährt mir ins Haar. Mir ist kalt. Wenn ich hier noch weiter stumm rumsitze, wird die verstreichende Zeit irgendwann meinem Leben ein Ende setzen, ohne dass ich mehr von dieser Welt gesehen hätte. Ich könnte nach Hilfe schreien. Oder ich könnte aktiv abwinken und mich von der Mine fallen lassen. PUFF &#8230; so hört man&#8217;s von weitem und eine riesige Aschewolke erstreckt sich über den Kontinent. Meine Gliedmaßen verteilen sich wie Stofffetzen die man in einen riesigen Ventilator geworfen hat. Und die Frau die ich meinte zu lieben ist <em>Mine, Zündung </em>und<em> Ventilator</em> zugleich. Du <em>besteigst sie, machst sie an,</em> denkst an sie, <em>ein leichter Wind fährt dir ins Haar</em> &#8230; und du frierst.</p>
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		<title>Fünf Tage und was?</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 20:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Blog-Beitrag für Insider: Bin wieder zurück. Das Wetter war diesmal ein bisschen frostiger, der Essensraum voller und lauter, dafür habe ich aber ein besseres Zimmer und wieder ein paar nette Bekanntschaften gemacht. Großartiges zu erzählen gibt es nichts. Diese Losgelöstheit vom Internet und eine daraus resultierende Onanie-Abstinenz hat mir mal wieder kurzzeitig die Augen geöffnet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Blog-Beitrag für Insider:</p>
<p>Bin wieder zurück. Das Wetter war diesmal ein bisschen frostiger, der Essensraum voller und lauter, dafür habe ich aber ein besseres Zimmer und wieder ein paar nette Bekanntschaften gemacht. Großartiges zu erzählen gibt es nichts. Diese Losgelöstheit vom Internet und eine daraus resultierende Onanie-Abstinenz hat mir mal wieder kurzzeitig die Augen geöffnet, damit die Realität ihren Samen in meine Augenhöhlen schießen kann.</p>
<p>Männer dieser Welt, hört verdammt nochmal auf mit dieser Wichserei! Ihr verschwendet Ressourcen, Energie und Zeit! Und hört auf viele Frauen zu treffen! Das verschwendet Ressourcen, Energie und Zeit! Natürlich habe ich mich mit ein paar Weibchen vergnügt, nur hat es diesmal irgendwann Klick gemacht. Muss ich mein Ego damit streicheln, indem ich mit attraktiven Frauen in Kontakt trete und es bis zu einem gewissen Punkt &#8211; der an dem ich weiß &#8220;Ha, sie ist schon bereit für eine Entführung auf mein Zimmer&#8221; &#8211; zu eskalieren?</p>
<p>In meiner Teenagerzeit war ich nie sonderlich erfolgreich bei Frauen. Ich hatte Chancen mit wundervollen Mädchen zusammenzukommen, aber soziale Limitierungen, selbst auferlegte Ängste, Zwänge, Selbsthass, Selbstzweifel und Handlungsdruck umwickelten meine Testikel mit Stacheldraht, sodass ich nichts anderes konnte als mich kurz vor dem Kuss in einer zitternden Embryostellung auf dem Boden zu wälzen. Wie gesagt, ich war nie sonderlich erfolgreich. Jetzt bin ich älter, ein bisscher weiser und erfahrener. Ich kann ich sein und dadurch Menschen in meinen Bann ziehen. Ich kann böse manipulieren wenn es sein muss, doch das muss ich nicht. Ich kann mein Leben leben ohne es von weiblicher Bestätigung abhängig zu machen. Kann ich? Nein, kann ich immer noch nicht ganz. Ich brauche manchmal die Bestätigung, dass ich begehrt werde. Ist das nicht bescheuert? Streckenweise bin ich vollkommen losgelöst von Frauen, nämlich dann, wenn ich mich meinem persönlichen Lebensziel zuwende. Solche Ausflüge wie ich ihn diese Woche hatte, halten mich allerdings von meinem Lebensziel fern, sodass mir langweilig wird. Ziemlich langweilig. Ich gehe raus auf den Flur, gehe ein bisschen spazieren, sehe etwas das mir gefällt und los geht&#8217;s. Ich analysiere. Aussehen, Körpersprache, Worte, Reaktionen. Erste Berührungen. Ein paar Geschichten. Ich werde gegrüßt, stelle ihr Freunde vor. Ich demonstriere aktiv einen hohen sozialen Status. Ich berühre Sie wieder. Ich stelle mich auf sie ein, baue Rapport auf. Irgendwann breche ich den Rapport. Sie läuft mir hinterher. Weitere Geschichten. Ich isoliere. Sie klebt an mir. Ich bin der billige Fliegen-Klebestreifen der ihr Herz nicht mehr wegflattern lässt. Ich flirte ohne verliebt zu sein.</p>
<p>Warum mache ich das? Wie erbärmlich das ist! Normalerweise bin ich ein sehr umgänglicher Mensch. Ich liebe es neue Leute kennenzulernen. Und ich liebe Frauen. Vieles ergibt sich einfach von allein, ohne großes Zutun. Diese Woche habe ich es darauf angelegt. Ich vereinnahme eine Frau und fühle selbst nichts. Nur für&#8217;s Ego will ich mir sagen können: <em>&#8220;Ja, Roger, du hast es noch drauf. Du bist es!&#8221; </em>Was ein Scheiß. Ich werde soetwas nie mehr tun. Wenigstens bin ich kein Arschloch das Frauen konsumiert. Mit mir hat man eine schöne Zeit und ich bin einfühlsam genug, es angenehm enden zu lassen. NIE MEHR möchte ich ab jetzt eine Frau verführen, nur um mir selbst etwas zu beweisen. Es fühlt sich falsch an, so als würde ich aus meinem eigenen Körper schlüpfen und zum Zuschauer meiner persönlichen alten &#8220;Masche&#8221; werden. Ich verliebe mich sehr schwer. Nach meiner Trennung von ihr im Mai scheint mir das bis jetzt nochmal bestätigt.</p>
<p>Als ich im Fernsehzimmer des Erdgeschosses saß und über mich nachdachte, griff ich spontan nach einem Buch, das mir schon bei meinem letzten Aufenthalt dort auffiel. Es enthält ein Gedicht von Erich Kästner. Wer mich kennt könnte wissen, dass ich Erich Kästners Gedichte sehr liebe. Es heißt <em>&#8220;Ein Mann gibt Auskunft&#8221;</em>.</p>
<p><em>&#8220;Das Jahr war schön und wird nicht wiederkehren.<br />
Du wusstest, was ich wollte &#8211; stets und gehst.<br />
Ich wünschte zwar, ich könnte dir&#8217;s erklären,<br />
Und wünschte doch, dass du mich nicht verstehst.</em></p>
<p><em>Ich riet dir manchmal, dich von mir zu trennen,<br />
Und danke dir, dass du bis heute bliebst.<br />
Du kanntest mich und lerntest mich nicht kennen.<br />
Ich hatte Angst vor dir, weil du mich liebst.</em></p>
<p><em>Du denkst vielleicht, ich hätte dich betrogen.<br />
Du denkst bestimmt, ich wäre nicht wie einst.<br />
Und dabei habe ich dich nie belogen!<br />
Wenn du auch weinst.</em></p>
<p><em>Du zürntest manchmal über meine Kühle.<br />
Ich muss dir sagen: Damals warst du klug.<br />
Ich hatte stets die nämlichen Gefühle.<br />
Sie waren aber niemals stark genug.</em></p>
<p><em>Du denkst: das klingt, als wollte ich mich loben<br />
Und stünde stolz auf einer Art Podest.<br />
Ich stand nur fern von dir. Ich stand nicht oben.<br />
Du bist mir böse, weil du mich verlässt.</em></p>
<p><em>Es gibt auch and&#8217;re, die wie ich empfinden.<br />
Wir sind um so viel ärmer, als ihr seid.<br />
Wir suchen nicht, wir lassen uns bloß finden.<br />
Wenn wir euch leiden sehen, packt uns der Neid.</em></p>
<p><em>Ihr habt es gut. Denn ihr dürft alles fühlen.<br />
Und wenn ihr trauert, drückt uns nur der Schuh.<br />
Ach, unsre Seelen sitzen wie auf Stühlen<br />
Und sehn der Liebe zu.</em></p>
<p><em>Ich hatte Furcht vor dir, du stelltest Fragen.<br />
Ich brauchte dich und tat dir doch nur weh.<br />
Du wusstest Antwort. Sollte ich denn sagen:<br />
&#8220;Geh!&#8221;</em></p>
<p><em>Es ist bequem mit Worten zu erklären.<br />
Ich tu es nur, weil du es so verlangst.<br />
Das Jahr war schön und wird nicht wiederkehren.<br />
Und wer kommt nun? Leb wohl! Ich habe Angst.&#8221;</em></p>
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		<title>23 Uhr und der Himmel ist blau</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 22:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht dresch ich jetzt profane Phrasen die jeder schon kennt. Vielleicht. Trotzdem will ich sie jetzt loswerden. Was ist Glück und warum will es jeder? Ich weiß nicht was Glück ist und ich weiß auch nicht warum ich danach strebe. Kann man ein richtiges Glücksgefühl überhaupt aushalten? Drei Tage und man muss in die Irrenanstalt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht dresch ich jetzt profane Phrasen die jeder schon kennt. Vielleicht. Trotzdem will ich sie jetzt loswerden.</p>
<p>Was ist Glück und warum will es jeder? Ich weiß nicht was Glück ist und ich weiß auch nicht warum ich danach strebe. Kann man ein richtiges Glücksgefühl überhaupt aushalten? Drei Tage und man muss in die Irrenanstalt, fünf Tage und man stirbt an plötzlichem Herzversagen. Wenn jeder für sich selbst sein eigenes persönliches Glück definiert, warum kann er nicht sehen, dass dieses Glück an einer vor ihm baumelnden Schnur befestigt wurde, eine Schnur, die an einem Stock hängt, ein Stock, der ihm durch die Schädeldecke gewachsen ist.</p>
<p>Nur Masochisten streben nach Glück! Ich bin kein Masochist, meistens jedenfalls. Ich bin auch nicht harmoniesüchtig. Nicht mehr. Scheiß auf Harmonie! Ich brauch das Gute und Böse in und an mir. Das einzige was ich sein möchte ist zufrieden. Danach sollte jeder von uns streben, nach Zufriedenheit. Und das ist wirklich nicht schwer diesen Zustand zu erreichen, lernt man, sich auch über kleine Dinge zu freuen. Nicht jeder Tag wird der schönste eures Lebens, aber es sind Tage an denen ihr sagen werdet: <em>&#8220;Ich fühle mich wohl in meiner Haut. Ich kann in die Tiefe meiner Selbst hineinhören und mich am Klang meiner inneren Spieluhr erfreuen. Ich kann meine Ohren für alles öffnen was auf mich einprasselt und voll Liebe meine Arme für eine Umarmung offen halten, komme wer will. Ich kann mich fallen lassen und dem Tod dabei ins Auge lachen. Ich kann zufrieden mit mir sein.&#8221;</em></p>
<p>Ich kann mich morgen von einem liebevollen Menschen verabschieden, ihn vielleicht nie wieder in meinem ganzen Leben sehen, aber mich doch durch die Erinnerung an ihn, für eine lange Zeit begleitet fühlen. Ich wünsche dir alles Gute.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="405" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ybY67rsPqMs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/v/ybY67rsPqMs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>&#8220;<em>Wir tragen das Glück, das wir unser ganzes Leben lang suchten, schon die ganze Zeit in uns und waren nur zu verblendet um es zu sehen.&#8221;</em></p>
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		<title>Wie man Martyrs schaut</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 19:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Du hast den Trailer gesehen, der dich neugierig gemacht hat. Im besten Fall hast du aber nur mal irgendwo gehört &#8220;Boah, der muss krass sein.&#8221; Such jetzt nicht nach weiteren Trailern. Tipp den Film nicht in YouTube ein, schon gar nicht in Google. Durchsuche keine Foren danach und lies keine Beiträge, über die du stolperst. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du hast den Trailer gesehen, der dich neugierig gemacht hat. Im besten Fall hast du aber nur mal irgendwo gehört <em>&#8220;Boah, der muss krass sein.&#8221; </em>Such jetzt nicht nach weiteren Trailern. Tipp den Film nicht in YouTube ein, schon gar nicht in Google. Durchsuche keine Foren danach und lies keine Beiträge, über die du stolperst. Freunde die den Film schon gesehen haben, sollen die Klappe halten (tonal und physiognomisch). Kein Wort über den Film! Nicht einmal eine filmbewertende Grimasse sollen sie schneiden!</p>
<p>Halte dir einen Abend frei, an dem du alleine und vollkommen ungestört bist. Je älter die Nacht, umso besser.</p>
<p>Guck dir den Film am Laptop oder PC an. Es ist einfach etwas vollkommen anderes den Bildschirm direkt vor der Fresse zu haben, als den Fernseher drei Meter vor einem im Eck. Die Lautsprecher zeigen direkt zu deinen Ohren. Der Volume-Regler ist dort, wo du ihn zum entspannten Heimatkomödien gucken nie hattest. Für das absolute Klangerlebnis, setzt du dir gute Kopfhörer auf. Laut drehen, Mann!</p>
<p>Du warst nochmal pissen, kacken und hast keinen Hunger oder Durst. Weg mit dem Popcorn, du bist nicht im Kino! Wenn noch nicht unlängst geschehen, schalt spätestens jetzt das Licht aus. Hock dich bequem auf deinen Arsch und drück auf Play. Glücklich bist du, wenn du französisch kannst. Untertitel lenken zu sehr vom Hauptgeschehen ab. Die deutsche Syncro ist jetzt nicht soooooo ultrakacke, mich hat sie aber doch sehr angekotzt. Im O-Ton soll das ganze nochmal einen Tacken intensiver rüberkommen.</p>
<p>Bevor ich&#8217;s vergesse, das Teil ist ein Horrorfilm, got it? Ein französischer Horrorfilm! Das ist kein Spaßkino hier. Das wurde geschaffen um dir einen dicken Schwanz in den Schädel zu rammen, der dir den zerebralen Tripper anhängen will. Lass die Finger davon wenn du nix verträgst! Für die, die immer noch nicht die Muffe bekommen haben:</p>
<p>Viel Spaß beim schauen &#8230;</p>
<p>.</p>
<p>.</p>
<p>.</p>
<p>Na? Gesehen? Falls nein, aber du möchtest das noch nachholen, lies nicht weiter. Falls ja bzw. nein, aber du möchtest den Film auch nie sehen, lies schon weiter.</p>
<p>&#8220;Torture Porn&#8221; wurde im Zusammenhang mit dem Film oft gaaaaaaanz laut geschrien. Ich kann es nicht bejahen. Zuviele atmosphärische Einbußungen hätte man in Kauf nehmen müssen, wenn die Kamera nicht so schonungslos gewesen wäre. Der Film hätte ohne Draufhalten einfach nicht richtig gewirkt. Es ging darum, die Grenze des Machbaren mit einem finsteren Grinsen anzupissen. Außen stehend. Mit Halberektion. Trotzdem kein Torture Porn! Außerdem war die Kameraführung an einer speziellen Stelle doch sehr gnädig. Glück gehabt, sag ich da nur.</p>
<p>Zu der Story kann man vieles sagen. Ob billig um die Gewalt herum konstruiert oder nicht, sie offenbart eine nette Interpretation. Abwegig fand ich das ganze auch nicht. Wer weiß ob ähnliches nicht schon tatsächlich so gemacht wurde? Aufwendig organisiert von unverschämt reichen Sadisten. Ach Schwachsinn! Im Film geht&#8217;s schon ein bisschen abstrus zu, aber wie schon mal gesagt: Man muss sich einfach drauf einlassen. Denn tut man&#8217;s in diesem Fall, bekommt man etwas zu sehen, das man so noch nicht gesehen hat. Und das sagt jemand, der sich auf Slaughtered Vomit Dolls einen runterholt und dem auch die August Underground Reihe mehr als nur ein wild umschriebener Begriff aus behinderten Filmforen ist. Bei Martyrs geht&#8217;s dir ans Hirn! Du kannst deine Augen auf den Bildschirm legen und nichts sehen. Oder du kannst wegschauen und trotzdem alles spüren. Wieder ein Regisseur der sein Publikum ficken will. Wieder aus Frankreich. Und wieder ein Film der dort ab 16 zu haben ist! Ich kapier&#8217;s nicht. Erste Prüfung ergab ein klares ab 18. Das ist in Frankreich mit einigen Restriktionen verbunden. Nur Pornos müssen darunter leiden. Da kommt die französische Kulturministerin daher und sagt <em>&#8220;Na, na! Prüft den schön noch einmal, ja?&#8221;</em> und voilà, plötzlich geht was vorher nicht ging. Hängt natürlich wie so oft mit Geldmacherei zusammen. Dennoch könnte man fragen, warum denn keine Amoklauf-Meldungen aus Frankreich zu uns rüberschwappen? So viel krankes Zeug was es bei denen zu sehen gibt! Ich hatte deswegen mit einem Freund eine kurze oberflächliche Diskussion darüber und er vertrat die Auffassung, dass nicht die Filme oder Gewaltspiele daran schuld seien, sondern die Medien, die jeden Amokläufer <em>&#8220;feiern&#8221;</em>. Wenn man bedenkt, dass meist nur die amokmäßig rumwichsen, die unter <em>&#8220;sozialer Querschnittslähmung&#8221;</em> leiden und keine andere Chance sehen irgendwie zu öffentlicher Aufmerksamkeit/Berühmtheit zu gelangen, nehmen sie es sogar in Kauf, nach ihrem Märtyrertod nichts mehr von diesem Hype mitzukriegen. Es reicht das Gefühl zu wissen, dass danach jeder sein Gesicht kennen wird. Anderen muss man zwanzig Jungfrauen im Paradies versprechen &#8230;</p>
<p>Jetzt könnte man sich noch fragen warum dann nie Frauen Amok laufen. Hm, mal kurz drüber nachgedacht kann das daran liegen, dass nur Männer diesen gewaltigen Druck verspüren, einen hohen Status zu haben und erfolgreich zu sein. Bei Frauen prägt sich das inzwischen natürlich auch immer weiter aus, aber die haben ja nicht so sehr mit Testosteron zu kämpfen wie wir, haha. Außerdem richten Frauen ihre Aggressionen &#8211; entstanden aus dem Unvermögen in der Welt bestehen zu können &#8211; oft nur gegen sich selbst. Sieht man ja an SVV und dem ganzen Kram. Männer hingegen geben immer nur den anderen die Schuld, egal bei was. <em>&#8220;Wäh, sie hat mich verlassen weil sie eine Schlampe ist.&#8221;</em> Sie hat dich verlassen weil du ein verficktes Weichei bist.  <em>&#8220;Wäh, ich krieg keine geilen Weiber weil meine Eltern so hässlich sind und ich es deswegen auch bin.&#8221;</em> Du kriegst keine Weiber weil du nicht mit Frauen reden kannst und einfach ein verficktes Weichei bist. <em>&#8220;Wäh, ich krieg keinen Job weil die Lehrer mir so verschissene Noten geben.&#8221;</em> Du hast verschissene Noten weil du statt lernen lieber im Internet gechattet und Ego-Shooter gespielt hast (wie so viele andere Menschen auch, die deswegen <em>nicht</em> Amok laufen) und das nach wie vor tust, statt deinen Arsch hochzukriegen. <em>&#8220;Wäh, ich hab keine Freunde nur weil ich nicht mit dem Strom schwimme.&#8221;</em> Du hast keine Freunde weil du erwartest, dass andere den ersten Schritt machen. Und du bist nicht nur zu blöd mit Frauen zu reden, du hast auch Schiss vor Fremden oder kriegst einfach nur dein Maul nicht auf. Dir fehlen einfach Social Skills, Mann! <em>&#8220;Wäh, ich kann in dieser Welt nicht bestehen weil das ganze System ein Arschloch ist und ich mich nicht unterwerfen will!&#8221;</em> Dir fehlt die männliche Tugend die Initiative zu ergreifen, Sachen in Angriff zu nehmen, Sachen zu ändern, dich anzupassen wo es sein muss und auf sympathische, charmante Weise DIR die Welt zu unterwerfen, statt umgekehrt! <strong>&#8220;Survival of the fittest&#8221;</strong>, motherfucker! Nicht die Stärksten überleben, sondern die Bestangepasstesten (was ein Wort, ey). Krieg dein Leben auf die Reihe, Depp! Es gibt so viele feige Weicheier die Selbstmord begehen OHNE andere mit in den Tod zu ziehen.</p>
<p>Zurück zu Martyrs. (krass wie weit man abdriften kann, wenn man etwas im Darm hat, das unbedingt rausmuss)</p>
<p>Der Film is krass, aber kein Meisterwerk, entgegen der Meinung vieler anderer. Schrotflintenschüsse bei denen die Getroffenen meterweit nach hinten fliegen, fuck off. Das haben schon die Mythbusters getestet, dass des net hinhaut! Dann das Blut aus der Halsschnittwunde im Regen und die Halsschnittwunde an der Leiche im Close-Up. Schlecht! Die Prügel gegen Anna, in der man diesen türsteherähnlichen Typen nur von hinten sieht. SCHLECHT! Wenn ich noch ein bisschen weiter nachdenk, fällt mir sicher noch mehr ein. Irgendein unnatürliches Verhalten in einer bestimmten Situation oder sonstwas. Zuviele Macken um wirklich ein Meisterwerk zu sein! Funny Games ist für mich ein Meisterwerk. Unabhängig vom Horror-Genre: Fight Club. American Beauty. Little Children. Meisterwerke! Martyrs ist keins. Leider. Großes, großes Leider. Genauso wie bei Inside. Viel, viel unnötige Kacke, die mit einer verkohlten Hand einmal quer über die Leinwand (im malerisch-künstlerischen Sinne) wischt.</p>
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		<title>Der Falter</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 17:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="500" height="405"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2UTpBJ43HkU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;border=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/2UTpBJ43HkU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="405"></embed></object></p>
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		<title>&#8230; by Elizabeth Barrett Browning</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 18:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[How do I love thee? Let me count the ways. I love thee to the depth and breadth and height My soul can reach, when feeling out of sight For the ends of Being and ideal Grace. I love thee to the level of everyday&#8217;s Most quiet need, by sun and candle-light. I love thee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>How do I love thee? Let me count the ways.<br />
I love thee to the depth and breadth and height<br />
My soul can reach, when feeling out of sight<br />
For the ends of Being and ideal Grace.<br />
I love thee to the level of everyday&#8217;s<br />
Most quiet need, by sun and candle-light.<br />
I love thee freely, as men strive for Right;<br />
I love thee purely, as they turn from Praise.<br />
I love thee with a passion put to use<br />
In my old griefs, and with my childhood&#8217;s faith.<br />
I love thee with a love I seemed to lose<br />
With my lost saints, &#8212; I love thee with the breath,<br />
Smiles, tears, of all my life! &#8212; and, if God choose,<br />
I shall but love thee better after death.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Schmerz lass nach</title>
		<link>http://nigk.qraftwerk.de/index.php/2009/05/14/schmerz-lass-nach/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 13:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>
		<category><![CDATA[disrespects]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht nochmal um den von Polizisten erschossenen Bekannten von mir. Ich habe ein paar Artikel darüber gelesen, mit ein paar seiner Freunde gesprochen und bemerkt, dass unter anderem im Internet ein paar heftige Diskussionen zu finden sind, vor allem im bayerischen Sektor eines einschlägigen Bullenhasser-Forums. Nette Ansätze. Ihr wisst, ich bin ein Befürworter von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht nochmal um den von Polizisten erschossenen Bekannten von mir. Ich habe ein paar Artikel darüber gelesen, mit ein paar seiner Freunde gesprochen und bemerkt, dass unter anderem im Internet ein paar heftige Diskussionen zu finden sind, vor allem im bayerischen Sektor eines einschlägigen Bullenhasser-Forums. Nette Ansätze. Ihr wisst, ich bin ein Befürworter von Chaos auf der Straße. Brennende Bonzenautos, eingeschlagene Schaufensterscheiben, alles cool, solange niemand verletzt wird. Ein wenig uncooler, weil Menschen verletzt werden, geht es im Ausland zu. Kaum wird ein Student von Bullen erschossen, wird der Asphalt aufgerissen und das Weltinnere nach außen gestülpt. Klar, dass sich das hierzulande niemand traut. Langweilig.</p>
<p lang="de-DE">Ehrlich, es gibt viele Pressemeldungen, über die ich kotzen könnte. Das Opfer wird zur Gottheit erhoben, die Polizei wird absolut verteufelt und alle Bullen gehören ja sowas von in den Arsch gefickt, bla, bla, bla. Meine Meinung zu dem Thema möchte niemand wissen. Trotzdem will ich jetzt laut denken, nur um am nächsten Tag vielleicht alles wieder zu verwerfen. Diesen Blog-Beitrag werde ich dennoch stehen lassen, egal wie sehr sich meine Ansichten dazu ändern werden.</p>
<p lang="de-DE">Okay &#8230; er streitet sich mit seinem Mitbewohner wegen einer Kleinigkeit. Die Sache eskaliert und er greift zum Messer, um angeblich zuerst seinen Mitbewohner und dann sich selbst umzubringen. Er komme <em>&#8220;mit seinem Leben nicht klar&#8221; </em>und laufe <em>&#8220;Amok&#8221;</em>, so wurde der Mitbewohner zitiert, nachdem er aus einem Fenster (?) flüchten konnte und sich im naheliegenden Solarium am Telefon bei der Polizei ausheulte.</p>
<p lang="de-DE">ZEHN Streifenbeamte traben an. Sie finden den emotional sehr verwirrten Menschen mit dem Messer in der Hand im Treppenhaus. <em>&#8220;Erschießt mich doch!&#8221;, </em>schreit er und geht auf die Beamten zu. Pfefferspray los! Das Zeug zerfickt dir die Augen, wenn man gut trifft. Gehen wir aber mal spaßeshalber davon aus, dass unser angeblicher Angreifer keinen Schmerz verspürt, sei es durch unerschöpfliche Adrenalinquellen oder eine nervliche Störung, die das Schmerzempfinden beeinträchtigt. Selbst unter extremen Schmerzen ist im Grunde genommen JEDER Mensch mit einem Messer noch gefährlich. Durch das Pfefferspray &#8211; sogar mit stinknormalem Wasser ist das möglich &#8211; wird seine Sicht zusätzlich noch stark eingeschränkt, weshalb er halbblind mit dem Messer herumschwingt und wirklich alles und jeden treffen kann. Das macht ihn gefährlich, aber auch verletzlich. Man bekommt unweigerlich Zeit zum Nachdenken, kann Entwaffnungsschritte planen. Wahrscheinlich waren die Beamten aber so geschockt davon, dass er noch immer kampfbereit war, dass sie sich gegenseitig die Rückzugmöglichkeit versperrten. Ich spreche nicht vom Rückzug im Sinne von <em>&#8220;Schwanz einziehen&#8221;,</em> sondern im Sinne von <em>&#8220;Distanz gewinnen um nicht aufgeschlitzt zu werden&#8221;</em>.</p>
<p lang="de-DE">Einer von ihnen schwingt nun wagemutig den Schlagstock, trifft in seiner Nervosität aber nur den linken Arm des Messerhelden, statt den gefährlichen rechten. Dies bedeutet, dass zuordbarer Kontakt zwischen Polizist und Angreifer hergestellt wurde. Der Angreifer ist wieder brandgefährlich, da er nun mit Sicherheit weiß, dass da jemand vor ihm steht und ihn wahrscheinlich sogar mit seiner freien Hand ertasten kann. Daraufhin wird der Polizist vom schmächtigen Angreifer so sehr bedrängt, dass seine Polizeikollegen das Feuer eröffnen, weil sie in diesem Moment keine andere Möglichkeit sehen, die Gesundheit ihres Kollegen zu erhalten. Gehen wir davon aus, die ersten Schüsse gehen in die Beine. HAHA! Der Typ hält das Messer nicht mit den Beinen, also bleibt er weiter gefährlich (ein guter Ansatz ist es trotzdem). Es gibt bestätigte Vorfälle, in denen KO-gegangene Messerkämpfer ihre Waffe selbst im bewusstlosen Zustand festhalten konnten, weil sich die Muskeln der Hand derart verkrampften (ich habe den Bericht über einen erschossenen Guerilla-Kämpfer im Kopf, der seine Machete bis in den Tod nicht losließ). Gehen wir aber mal  nicht davon aus, dass die Polizei nur danach ging, ob er das Messer festhält. Wir nehmen an, dass er wirklich weiter angreifende Stichbewegungen durchführte. Er stochert weiter in der Luft herum, angeschossen. Der Beamte steht dem Aggressor noch immer gegenüber, ohne Möglichkeit zur Flucht. Tut mir Leid, wer den Messertypen kennt weiß, dass der wirklich kein Fleisch auf den Rippen hatte. Der Polizist war aber trotzdem nicht in der Lage, wenigstens seine gefährliche Hand festzuhalten und das Messer von sich wegzudrücken, sodass seine Kollegen hätten einschreiten und Griffhebel ansetzen können. Wie armselig! Natürlich habe ich von meinem bequemen Stuhl vor dem Laptop gut reden. Ich war nicht dort. Es ist aber eigentlich Job der Polizei, mit angemessener Härte einzuschreiten. Laut Obduktionsbericht verfickte 12 (!) Schüsse, die trafen, sind da zu viel des Guten. Von angemessener Härte ist hier nichts mehr zu spüren. Es war einfach eine extrem brutale Art einen psychisch kranken Mann möglichst leicht aus dem Weg zu schaffen. Dass sein Körper überhaupt genügend Platz für so viele Kugeln hatte, wundert mich schon. 12 Schüsse &#8230; da durfte wohl jeder Bulle mal ballern, häh? Nicht missverstehen, es wurde öfters geschossen als 12 mal, denn nicht jede Kugel traf auch ihr Ziel, wie man heute noch am Tatort sehen kann. Er kommt ins Krankenhaus und stirbt.</p>
<p lang="de-DE">Versetzen wir uns nochmal kurz in die Lage der Polizisten:</p>
<p lang="de-DE">Sie haben Angst. Sie haben Familie, Kinder, die sie am Feierabend gerne in ihre Arme schließen würden. Sie verfügen nur über eine unzureichende Nahkampfausbildung. Sie müssen handeln, ein Kollege ist in Gefahr. Ihre Angst lähmt sie, aggressive Überwältigungsmanöver sind motorisch nicht mehr durchführbar, wurden nie gelernt oder sind in Vergessenheit geraten (regelmäßiges Training, ich bezweifle, dass das polizeilich gang und gäbe ist; jeder Türsteher wird im Kampf besser ausgebildet als Polizisten). Sie handeln mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, welche sie in dieser unglaublichen Stresssituation noch halbwegs handhaben können: Pfefferspray (versagt), Schlagstock (eine großartige Waffe, die Beamten sind aber überfordert damit) und Knarre (leicht zu bedienen, kann auch unter Umständen ihren Dienst verrichten wenn man zittrig ist). Sie ballern ihm in die Beine. Ich wette mit euch, hätten sie ihm notwendigerweise seine Haxen komplett zerschießen müssen, damit er das Messer loslässt, wäre das kritische Geschrei auch groß gewesen, selbst wenn er es überlebt hätte. Beine helfen nix, sie schießen in die Arme. Dabei geht ein Schuss zufällig ins Herz. Oder absichtlich. In diesen Bruchteilen einer Sekunde muss man einfach reagieren. Irgendwie. Er lässt das Messer nicht los, ist damit eine potentielle Gefahr. Scheiße, man geht nicht mit einem Messer auf Bullen los! Das ist wohl überall auf der Welt ein Spiel mit dem Tod, provozierter Selbstmord, wenn man so will. Als Mensch muss man in dieser Situation sein Leben verteidigen. Der Angreifer war kein geübter Messerkämpfer. Selbst wenn er NIEMANDEN hätte umbringen oder ernsthaft verletzen wollen, es hätte bei einem Angriff verdammt leicht passieren können. Dazu reicht ein stinknormales Brotmesser. Ich finde es in Ordnung gegen einen Messerangriff die Hölle auf die Straße zu holen, um da lebend rauszukommen. Jeder, der nicht in dieser Situation war, wäre sicher froh gewesen, wenn jemand den Kerl aufgehalten hätte, der wichswild mit nem Messer auf einen zuläuft. Auf so engem Raum wie einem Treppenhaus <em>- vergesst nicht, die Bullen waren so blöd und haben sich bestimmt die Fluchtwege selbst versperrt -</em> braucht es radikale Mittel. Und ich denke mal, dass JEDER von Ihnen einen Schlagstock hatte. Jeder, der mal auf einer Hauptschule war und gesehen hat, wie drei Russen einen anderen Typen am Boden einstiefeln, weiß, wie das zugehen kann, wenn man sich gegen eine Überzahl wehren muss. Wow, ich stelle mir grade vor wie sie alle auf ihn einprügeln, so wie das in Amerika ab und an Schwarzen passiert. Da wirken Energien, in denen man ein Messer einfach fallen lassen <em>muss</em>, selbst wenn man keinen Schmerz spürt. Aber naja, in Regensburg is&#8217; nie was los und der Schießstand ist nicht so geil wie lebende Ziele, gelle?</p>
<p lang="de-DE">Weiter gedacht: Selbst zu einer gemeinsamen Schlagstockattacke hätte es nicht kommen müssen. War bekannt, dass sich sonst niemand im Haus befand? Wurde das in Erfahrung gebracht? War noch jemand gefährdet? Ich wette mit euch, hätte man die Ausgänge überwacht und eine Stunde gewartet, er wäre weinend in einer Ecke gesessen. Vielleicht mit offenen Pulsadern, doch man hätte ihm eher helfen können als mit 12 Kugeln im Körper.</p>
<p lang="de-DE">Wie traten sie ihm im Treppenhaus gegenüber? Schrien sie ihn an? &#8220;MESSER FALLEN LASSEN, SOFORT!&#8221; Hey, das würde sogar mich anpissen von Bullen so angemacht zu werden. Wenigstens &#8220;bitte&#8221; könnte man sagen. Haben die Polizisten mit ihren Waffen gedroht? Haben sie sie auf ihn gerichtet oder, als er nicht mehr richtig sehen konnte, laut und deutlich geschrien &#8220;WEG MIT DEM MESSER ODER ES WIRD GESCHOSSEN!&#8221; Wäre das der Fall gewesen, muss man akzeptieren, dass da jemand im Affekt wohl sterben wollte. Über Sinn und Unsinn muss man nicht diskutieren, darüber, ob sie wirklich hätten schießen sollen, genauso wenig, doch es hätte ihm eine Chance gegeben sich zu entscheiden: Tod oder Leben? Er war alt genug das selbst zu entscheiden. War er psychisch so zerfickt, dass nicht mehr er selbst, sondern eine andere Persönlichkeit für ihn entschied, ist das natürlich was anderes. Hinweise darauf, dass er psychische Probleme hatte, gab es genug. Selbst ich wusste darüber Bescheid, sah mich aber für sein Seelenleben nicht zuständig. Warum auch? Mein Freund war er nicht. Große Mitschuld trägt jeder, der sich sein Freund schimpfte (Mittelfinger an seine Freunde). Familie wollen wir nicht ausklammern.</p>
<p lang="de-DE">Jetzt, wo er tot ist, wird er in den Himmel gelobt. Er war ja so ein toller Kerl! Anscheinend nicht toll genug, als dass man ihm geholfen hätte, als er wirklich Hilfe brauchte. So ein Messerangriff kann nur aus etwas entstehen, das sich über sehr lange Zeit aufgestaut hat. Ein toller Kerl war er trotzdem für alle! Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen und <em>&#8220;keine Videospiele&#8221;</em> (super Argument; Mittelfinger an den Pressetypen). Was bedeutet das jetzt? Hey, shit, man dreht durch, wenn man nicht säuft, nicht raucht, nicht kifft und keine Ballerspiele zockt, FUCK! Ich sollte die vielen Senioren in der Stadt echt besser im Auge behalten, nicht dass ich mal von nem Rollstuhlfahrer tödlich überfahren werde.</p>
<p lang="de-DE">Ich zitiere einfach mal weiter: In einem Internet-Artikel heißt es: <em>&#8220;zeigt euer Beileid den Angehörigen, und eure Wut gegen diesen willkürlichen Staat!!!!&#8221;</em> Mittelfinger an dich, du Pappnase. Willkürlicher Staat, Fotze, fick dich. Da werden schön irgendwelche Punk-Lieder zitiert, ohne Sinn und Verstand.</p>
<p lang="de-DE"><em>&#8220;Er war ein überaus sensibler Mann in einer Lebenskrise, die typisch ist für kreative Menschen. Was ist Wahrheit, was ist Liebe? Wohin geht mein beruflicher Weg&#8221;</em>. Öhm ja, das fragen sich sehr viele Menschen in Deutschland, einschließlich mir, und trotzdem gehen wir auf niemanden mit einem Messer los.</p>
<p lang="de-DE">Die <em>&#8220;Hinterbliebenen schildern ihn als Asketen, als spirituellen Typen mit feinen Antennen für die Umwelt.&#8221;</em> Tja, das haben wir gesehen wie fein diese Antennen waren. Fein genug, um ein Messer zu halten und es gegen Menschen zu richten.</p>
<p lang="de-DE"><em>&#8220;Er wollte Musiker werden. Im Juli hätte er Prüfung gehabt. Er hatte schon eine Stelle als Lehrer für Gesang und Klavier in der Musikschule (&#8230;), wollte danach auf die Schauspielschule.&#8221;</em> Wow, also für mich klingt das alles andere als hoffnungslos. Da hatte jemand die Möglichkeit in dem Bereich Karriere zu machen, den er anscheinend sehr geliebt hat. Hätte es ihn am Leben gehalten, ich hätte gerne mit ihm getauscht. Und ich wär dann auch nicht so blöd gewesen mir auf dem Gesicht eines Polizisten ein Brot schmieren zu wollen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" lang="de-DE">Ein längeres Zitat: <em>&#8220;Studenten der Fachhochschule hatten vor der Aussegnungshalle ein Spruchband entrollt, mit dem sie &#8216;gegen die Repression&#8217; demonstrierten. &#8216;Tod eines Studenten. Kein Verstehen. Kein Vergessen&#8217;, stand auf dem Transparent. Die Studentin XXX begründete die Protestaktion auf dem Friedhofsgelände mit den Worten: &#8216;Einer von uns ist ums Leben gekommen. Wir wollen Aufklärung und ein Zeichen setzen, in dem wir seiner gedenken.&#8217; &#8221; </em>Repression? Häh, was? Versteh ich nicht. Dann <em>&#8220;Tod eines Studenten&#8221;</em>, super. Habt ihr irgendwo schon mal <em>&#8220;Tod eines Maurers&#8221;</em> oder <em>&#8220;Tod eines Buchbinders&#8221;</em> gelesen, wenn der Beruf nichts direkt mit dem Mordfall zu tun hatte? Vielleicht in ner BILD-Zeitungsüberschrift. Wen zum Fick interessiert&#8217;s ob er Student war? Das &#8220;Student&#8221; lieber streichen, um mehr Platz auf dem Transparent zu schaffen, damit dem doofen Normalbürger wie mir erklärt werden kann, was Repression bedeutet.</p>
<p lang="de-DE">Vater und Bruder des Verstorbenen haben sich nun einen bekannten Anwalt genommen. Ich habe von zwei Anwälten in der Region gehört, die die Eier haben skrupellos und knallhart gegen Polizisten vorzugehen und sich dabei auch nicht blöd anstellen. Eine Nebenklage war das einzig richtige. Ich meine zu wissen, dass das auch die einzige Möglichkeit ist Einsicht in die Akten zu nehmen. Nur dumm, dass diese Bullensäue sich gegenseitig decken werden. Ein Nestbeschmutzer, der die Wahrheit auspackt, wird da auch nichts bringen. Ich wünsche den beiden wahnsinnig viel Glück, damit das ganze lückenlos aufgedeckt wird, so wie es wirklich war. Wie schmerzhaft das alles für sie sein muss, wissen wohl nur sie selbst.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" lang="de-DE">Ich muss jetzt aufhören. Mir gefällt mein Blog-Beitrag schreiberisch nicht. Ich werd immer mehr zum schreiberischen Stümper.</p>
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		<title>Pfefferspray &amp; Schlagstock</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 20:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ich ruf dich an weil ich &#8230; weil ich drüber reden will und du ihn ja auch kennst.&#8221; Mir scheißegal ob es Leute gibt die wissen über wen ich jetzt schreibe. Mir scheißegal ob das diese Leute jetzt tierisch ankotzt. Ich werde seinen Namen nicht nennen, aber ich werde schreiben was ich darüber denke. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Ich ruf dich an weil ich &#8230; weil ich drüber reden will und du ihn ja auch kennst.&#8221;</em></p>
<p>Mir scheißegal ob es Leute gibt die wissen über wen ich jetzt schreibe. Mir scheißegal ob das diese Leute jetzt tierisch ankotzt. Ich werde seinen Namen nicht nennen, aber ich werde schreiben was ich darüber denke.</p>
<p>Ein guter Kumpel hat mich angerufen. Es ging um seinen früheren Mitbewohner mit dem er ein volles Jahr zusammenlebte. Ich durfte diesen schrulligen Typen und auch seine Mutter an einem sonnigen Tag in der Wohnung kennenlernen, in der alles passierte. Sicherlich vergaß er meinen Namen schnell, ich merkte mir dafür seinen und rief ihn grüßend aus wenn ich ihn auf der Straße traf. Man unterhielt sich dann jedes Mal, schüttelte sich die Hand zum Abschied und ich grinste, weil ich seine indirekten Versuche, meinen Namen nochmal herauszufinden, gut abblockte. Vielleicht konnte man sich nicht leiden, aber man akzeptierte sich, blieb freundlich und nett.</p>
<p>Wie soll ich ihn beschreiben? Geht nicht. Er war eigenartig. Auf diese Weise eigenartig wie die Pausenbox-Schnullis die in der Hauptschule tagtäglich auf die Fresse bekamen. Musikalisch sehr aktiv war er. Ob talentiert vermag ich nicht zu beurteilen. Ich sah ihn einige Male im Proberaum in dem auch ich spielte und hörte ihm bei Aufnahmen zu. Nicht meine Musik. Er war in Psychotherapie, brach diese jedoch nach einiger Zeit ab. Wusste man um seinen Musikgeschmack und sah man wie sehr er einen großen Bogen um Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen machte, konnte man sich nicht vorstellen dass so einer depressiv oder sonstwie gestört sei, anders als der Rest im Proberaum-Keller. Komisch dass gerade ich das sage, aber vielleicht hätte er ab und an mal einen Durchziehen müssen und das was ich euch jetzt schildere wäre wahrscheinlich nie passiert.</p>
<p>Fragt mich nicht warum, aber dieser Kerl flippt aus und verkracht sich mit seinem neuen Mitbewohner in der gemeinsamen Bude. Er zieht ein Messer und greift an. Der Mitbewohner flüchtet und ruft die Bullen. Drei Beamte treten die Tür ein. Im Treppenhaus wildes Geschrei. Der Wichser richtet das Messer gegen die Polizei, wird sehr aggressiv. Pfefferspray kommt zum Einsatz. Er lässt das Messer nicht fallen, stößt auf die Polizisten zu und sie schießen auf ihn. Er sackt zusammen. Stirbt. Das ist die Story wie ich sie von meinem Kumpel gehört habe, welcher sie wiederum von einer engen Freundin des Opfers erzählt bekam. Sie deckt sich nicht ganz mit <a href="http://www.abendzeitung.de/bayern/103231" target="_blank">diesem Link hier</a>, doch was soll&#8217;s.</p>
<p>Ich versteh&#8217;s nicht. Ehrlich, ich versteh&#8217;s nicht. Drei Bullen mit verficktem Pfefferspray und Schlagstöcken. Keiner von ihnen kann was gegen ihn ausrichten ohne zu schießen?! Der Typ war ein halbes Hemd! Nichts was man nicht mit ein wenig Kampfausbildung locker hätte umhauen können. Ich versteh&#8217;s nicht. Was für fette Schreibtisch-Kojaks wurden da zum Einsatz geschickt? Natürlich war das für alle Beteiligten eine wahnsinnig heftige Stresssituation, das will ich nicht leugnen, nur &#8230; ich kenne den Typen und man hätte ihm drei Messer geben können, er hätte nicht einmal für zwei Polizisten ein Problem darstellen sollen! Sein dürrer Arm ist in zwei Sekunden gebrochen, sein tollwütiger Kampfgeist eine halbe Sekunde später. So sehr ich es auch will, ich kann es mir nicht vorstellen dass er Schlagstockhieben standhalten konnte. Pfefferspray kann überwunden werden, das weiß ich, doch selbst das kommt mir unwahrscheinlich vor. Bevor mein Finger zum Abzug gegangen wäre, hätte ich die beschissene Pfefferspraydose im Hals dieses Idioten ausgeleert!</p>
<p>Jetzt ist dieser Idiot nicht mehr am Leben. Demnächst wird er begraben, mit ihm seine Ängste, sein Schmerz und seine Hilflosigkeit in all seiner Verzweiflung. Was auch immer mit ihm nicht stimmte, jetzt kann ihm keiner mehr helfen. Diejenigen die ihn niederschossen werden noch lange daran denken, sie werden sich selbst verfluchen und oft davon träumen. Und vielleicht sehen sie in diesen Träumen die Augen des jungen Mannes, der die Hilfe gebraucht hätte, die er sich selbst nicht geben konnte und wollte.</p>
<p>Nicht selten stelle ich mir Fragen die niemals eine zufriedenstellende Antwort haben werden. Zu 98% beginnen sie mit &#8220;Warum&#8221;&#8230;</p>
<p><em>Meine Gedanken sind bei den Angehörigen des Verstorbenen, denen ich für die kommende Zeit viel Kraft wünsche.</em></p>
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		<title>Blut ist dicker als Wasser</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 11:56:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich habe ich seit 1 Uhr früh einen anderen Blog-Beitrag in Arbeit (selbst im Traum tippe ich noch weiter an diesem scheiß Ding). Jetzt gerade aber habe ich eine kleine Fortführung für &#8220;Ruhig Blut&#8221; in petto, inspiriert durch einen nachbarschaftlichen Streit, den meine Oma gerade draußen auf dem Parkplatz führt. Der Tod meines Opas setzte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich habe ich seit 1 Uhr früh einen anderen Blog-Beitrag in Arbeit (selbst im Traum tippe ich noch weiter an diesem scheiß Ding). Jetzt gerade aber habe ich eine kleine Fortführung für <a href="http://nigk.qraftwerk.de/index.php/2009/04/19/ruhig-blut/" target="_blank">&#8220;Ruhig Blut&#8221;</a> in petto, inspiriert durch einen nachbarschaftlichen Streit, den meine Oma gerade draußen auf dem Parkplatz führt.</p>
<p>Der Tod meines Opas setzte meiner Oma sehr zu. All die damaligen Freunde mit denen mein Opa sein Leben verbrachte und die sich während seiner schweren Krebserkrankung durch verschiedene Vorfälle nicht als ehrbare Weggefährten erwiesen, sind seit längerem rotes Tuch für sie. Ich kann es verstehen. Ob sich eine Frau mit fast 80 Jahren und Blutdruckproblemen so extrem aufregen sollte wie sie&#8217;s tut, ist fraglich.</p>
<p>Soeben hat sie sich mit einem Nachbarn gestritten, weil dieser mit seinem Auto den Parkplatz verschmutzte und sie sich dazu verpflichtet sah, das wegzuwaschen. Ich hörte vom Fenster aus irgendetwas bezüglich Wasserrechnung. Keine Ahnung um was es genau ging. Jedoch weiß ich dass meine Oma schnell emotional werden kann und der Nachbar mit dem sie stritt, sehr laut und aufbrausend. Ich ging ans Fenster und sagte dem schreienden Herrn dass er doch bitte ruhiger diskutieren solle. Er lebt schon länger als ich hier in Deutschland, kann aber nur sehr schlecht Deutsch. Aus irgendeinem Grund verstand er, dass ich &#8211; um 12:45 &#8211; schlafen wolle und es nicht kann, weil er so viel Lärm fabriziert. In gebrochenem Deutsch und mit wilder Pantomime entgegnete er mir, dass ich beim Schlagzeugspielen selbst so laut sei, dass er nie ein Mittagsschläfchen halten könne. Erstens spielte ich nie um die Mittagszeit herum, sondern stets zu den erlaubten Zeiten, für ein paar wenige Minuten. Zweitens habe ich dieses Schlagzeug weit weg in eine andere Räumlichkeit verlegt, wo sie niemanden stört. Drittens hat das gar nichts damit zu tun dass er gefälligst ruhig und respektvoll mit einer alten Fraun reden soll, vor allem weil sie ja auch meine Oma ist und an sie lass ich normalerweise nichts kommen. Er verstand also nicht was ich sagen wollte, aber wenigstens schaffte ich es durch meine Anwesenheit dass er verschwand und meine Oma mit seiner Frau allein ließ, die die ganze Zeit dabeistand. Sie kann zwar auch kein Deutsch, aber sie argumentierte wenigstens im ruhigeren Ton, wohingegen nun meine Oma durch aufbrausendes Verhalten auffiel. Natürlich ließ ich auch das nicht unkommentiert und bat meine Oma gelassener zu sein, liegt jedoch durchaus im Bereich des Möglichen, dass auch sie mich nicht richtig verstand. Lange Rede, schwuler Sinn:</p>
<p>Wir Menschen sind die Bomben im kommunikativen Krieg. Jeder von uns ist eine Bombe. Manche sind nur kleine Kracher, andere reißen Krater wie Atombomben und alle werden wir über eine Lunte gesprengt. Die ist bei jedem von uns unterschiedlich lang und wird von unserem Gesprächspartner/Mitarbeiter/Vorgesetzten meistens unabsichtlich angezündet. In vielen Situationen wird die brennende Lunte vor dem großen Knall noch gelöscht, oft aber auch nicht. Wir fahren aus unserer Haut und veranstalten ein wahres Feuerwerk, mitten ins Gesicht unseres Gegenübers. Unter Einbezug unseres gesunden Menschenverstands &#8211; der bei jedem mehr oder weniger vorhanden sein sollte &#8211; müssten wir erkennen, dass das nicht der richtige Weg ist.</p>
<p>Wie wir Menschen gerne unsere individuellen Eigenheiten bildlich gesprochen vor anderen rechtfertigen: Wir sagen dass wir nicht darüber bestimmen können wie lang unsere Lunte ist und wie viel Sprengstoff wir in uns haben. Das ist grundauf falsch. Wir können wahnsinnig viel Sprengstoff in uns bunkern, dessen Sprengkraft aber niemals vor einem anderen Menschen entladen, weil wir unsere Lunte unter Wasser verlegt haben. Die dicken Funken anderer zischeln nur kurz auf der Wasseroberfläche. Aufgestautes, innere Aggressionen können wir so selbstständig entladen, wann immer wir wollen. Wir machen Kampfsport-Training und prügeln auf den Sandsack ein. Wir gehen ins Fitnessstudio und verausgaben uns an den Gewichten. Wir schwingen uns aufs Rad, ziehen uns die Laufschuhe an, holen unser Tagebuch raus, schreiben einen Song oder was sonst noch alles. Wir explodieren, <em>aber so richtig! </em>Und keiner kommt zu Schaden, niemand fühlt sich schlecht dabei.</p>
<p>In welchen Situationen verlegen wir unsere Lunte durch die trockensten Wüstengebiete und verfolgen mit erregten Augen den Weg der brennenden Lunte bis in den Sprengkörper? Bestimmt nicht selten, so geht es mir auch. Nur können wir alle Tag für Tag, Minute für Minute an uns arbeiten, uns bessern. Für ein friedvolles Miteinander. Und vielleicht können wir lernen unser gleich explodierendes Gegenüber z. B. mit einem Lächeln zum Abrüsten zu bewegen. Einen Versuch ist es wert.</p>
<p>Niemals aufhören die richtigen Umgangsformen zu finden, zugeschnitten auf jede Bombe mit der wir zu tun haben. Manchmal heißt das kurz auf den Tisch zu hauen. Manchmal heißt das, die waffenlose Hand freundschaftlich auszustrecken. Aber immer heißt es, zu lächeln und ruhig zu bleiben. Probieren wir&#8217;s aus.</p>
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		<title>Ruhig Blut</title>
		<link>http://nigk.qraftwerk.de/index.php/2009/04/19/ruhig-blut/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 12:26:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roger B. Nigk</dc:creator>
				<category><![CDATA[In sich gekehrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wann haben wir uns das letzte Mal dabei ertappt, wie wir einen Mitmenschen &#8211; begründet oder nicht &#8211; anschreien oder zumindest in unmissverständlichen Worten klar machen, dass er bei uns ausgeschissen hat und eigentlich verprügelt gehört? Ich habe erst gestern jemanden aus meiner Familie gesagt, wie sehr ich angepisst bin von etwas, dass er zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wann haben wir uns das letzte Mal dabei ertappt, wie wir einen Mitmenschen &#8211; begründet oder nicht &#8211; anschreien oder zumindest in unmissverständlichen Worten klar machen, dass er bei uns ausgeschissen hat und eigentlich verprügelt gehört? Ich habe erst gestern jemanden aus meiner Familie gesagt, wie sehr ich angepisst bin von etwas, dass er zum wiederholten Male tat. Seine Gefühle durch den Mund strömen lassen und merken dass sehr schlechte Schwingungen von einem ausgehen. Ob das manchmal wirklich die richtige Wahl ist?</p>
<p>Ihr wisst vielleicht noch dass mein Studium gerade im Koma liegt, ohne Hoffnung jemals wieder aufzuwachen. Deswegen arbeite ich bei einer Werbeagentur. Die Wirtschaftskrise mal nicht nur aus den Nachrichten im peripheren Augenwinkel einzufangen sondern aus der Sicht eines mittelständischen Unternehmens hautnah mitzuerleben, ist wahnsinnig interessant und ermöglicht mir beeindruckende Charakterstudien. Mein Chef ist ein Networker schlechthin und hat einflussreiche Freunde, allesamt Unternehmer die nur noch zwei Schritte vom Abgrund entfernt sind. Einfach großartig. Menschen die eine gewaltige Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern haben, sie nicht entlassen wollen aber eigentlich müssten. Menschen die Tag für Tag mitansehen müssen wie ein unter großer Anstrengung aufgebauter Wolkenkratzer in kurzer Zeit brüchig wird und keiner sich retten kann weil die Türen durch die Krise von außen verrammelt wurden. Wie gut dass ich nicht in dieser zwickmühlenhaften Situation stecke. Ich bin der kleine beobachtende Parasit, der sich von dem Angstschweiß und den Verzweiflungstränen der Bonzen ernährt, die zwar beteuern wie sehr ihnen ihre Angestellten am Herzen liegen, am Ende aber doch nur um ihre <em>eigene</em> Existenz fürchten. Für die nächsten Jahre wäre ich kleiner abscheulicher Parasit eigentlich schon gesättigt, aber ich darf noch mehr schlemmen.</p>
<p>Mein Chef hat eine Persönlichkeit, die unter der reinen Fassade tief gespalten ist. Bis dato dachte ich, dass ich über ein gewisses Maß an Menschenkenntnis verfüge. Diese Ansicht hat er mir mit einer Handvoll Marienkäferurin trübe gemacht. Wie er so drauf ist will ich in diesem Blog-Beitrag nicht beschreiben. Ich möchte nur erwähnt haben dass er der Auslöser für das hier ist: Der Beginn einer inoffiziellen Serie die durch meine momentane Arbeitsstelle inspiriert wurde.</p>
<p>Die Vorderseite unseres Körpers nimmt alles auf was die Welt uns entgegensetzt, wie eine Parabolantenne die gesendeten Strahlen von Satelliten draußen im All. Sie geht von unserer Kopfspitze bis unter den Bauch. Beobachten wir uns kurz im eigenen Spiegel. Ist unsere Vorderseite entspannt? Atmen wir tief durch den Bauch? Vielleicht, weil der Monitor unseres PCs/Laptops zwischen uns und der realen Welt ein schützendes Schild bildet. Doch was ist &#8230;</p>
<p><strong>Situation 1:</strong> &#8230; wenn wir draußen sind, vor dem Chef stehen der uns anschreit, vor der Lehrerin die uns ausfragen will oder einem Polizeibeamten der unseren Ausweis sehen möchte. Dann verkrampfen wir, sacken in uns zusammen um wenig Trefferfläche zu bieten. Unsere ganz oder nur teilweise angespannte Vorderseite wird zum Schild. Verständlich ist das schon. Wir sind in einer Stresssituation. Der falsche Weg ist es trotzdem.</p>
<p><strong>Situation 2:</strong> Unser Mitarbeiter, unser Lebensgefährte, unsere kleine Tochter oder unser kleiner Sohn haben Mist gebaut. Die erste Reaktion ist es uns groß zu machen, von oben auf unser Gegenüber herabzublicken (selbst wenn wir körperlich kleiner sind geht das durch das Anheben des Kinns) und schlimmstenfalls wieder unsere Vorderseite anzuspannen und sie als Rammbock zu benutzen. Wie eingangs beschrieben machen wir den vermeintlichen Übeltäter zur Schnecke und verschaffen uns Luft.</p>
<p>Was wäre in den letzten zwei Absätzen zuvor beschriebenen Situationen die richtige Wahl gewesen? Im ersten Fall empfangen wir diese negativen Schwingungen. Anstatt zu verkrampfen sollten wir tief einatmen und die Luft bis in den tiefsten Bereich unserer Lunge strömen lassen. Wir atmen durch den Bauch und wo unser Atem den Körper passiert, sprengt er Ketten und Knoten. Das sollten wir immer so machen: Sobald wir eine harte Fläche in unserer Vorderseite bemerken, atmen wir sie weich. So werden wir aufnahmefähiger. Wir durchdringen die schwierige Thematik besser, können geeigneter reagieren und lassen uns nicht von wilden Gefühlen in eine Ecke drängen von der aus wir nichts mehr machen können als uns klein zu machen und unsere Treffefläche zu verkleinern. Aufrecht hinstellen, Schultern nach hinten, Brust raus, Kopf geradeaus, Gesichtszüge freundlich &amp; entspannt, offene Haltung einnehmen, keine Angst haben, mit Spritzpistolen zurückschießen wo man mit Maschinengewehren auf uns feuern möchte. Wenn wir angebrüllt werden und unsere Entgegnungen nicht aggressiv oder verschüchtert sind, steht die Aggression des anderen auf einem sehr wackeligen Fundament. Das macht Spaß zu sehen wenn nach ein paar Tagen der Chef einen nicht mehr anschreien kann, weil jedes laute Wort von einem gepflückt und in eine rosa Vase gestellt wird. So möchte ich mich sehen: Meine Stirn legt sich nicht mehr in Falten, meine Augen weichen seinem Blick nicht aus, ich verschränke die Arme nicht vor mir, ich antworte höflich, bestimmt und selbstbewusst. Natürlich hat er seine Meinung und gegen die kann man nichts machen, aber man kann sich denken &#8220;Bist du fertig? Ich würd dann gern wieder an die Arbeit&#8221; und über das kleine Kind das ein Unternehmen führt lachen.</p>
<p>Was das zweite Beispiel angeht so sollten wir überlegen wie laute Anschuldigungen auf uns wirken. Wenn wir angeschrien werden, fällt es uns dann leichter an unseren Fehlern zu arbeiten? Vielleicht, weil wir Angst haben und/oder unter Druck gesetzt werden. Ist es wünschenswert unsere Mitmenschen dadurch zu ändern, indem wir versuchen sie wie Holzstücke mit scharfen Worten in die richtige Form zu schnitzen? Sicherlich nicht. Die Entfaltung eines Menschen sollte niemals etwas &#8220;abschneiden&#8221;, sondern wachsen lassen und zum erblühen bringen.</p>
<p>Wir sind Chef eines Unternehmens. Ein Mitarbeiter hat uns beispielsweise durch einen Fehler 3.000 Euro gekostet. Unsere erste Reaktion ist schreien. Halt! Die Vorderseite weich atmen und erst dann anfangen zu reden. Worin könnte der Fehler begründet sein? Sind vielleicht wir selbst schuld weil wir zu früh zu viel Verantwortung abgegeben haben? Oder ist der Kerl einfach ein totaler Vollidiot und nicht tragbar? Ruhig sprechen, eine Lösung mit ihm zusammen erörtern, sich nicht wie ein abgefuckter Oberlehrer aufspielen und pausenlos kommunizieren dass man selbst alles weiß und nur andere alles verbocken. Man wird schnell zum Oberlehrer wenn man als Chef nicht aufpasst. Zum Oberlehrer der keine Bodenhaftung mehr hat. Man wird auch als Elternteil schnell zum strengen Oberlehrer, bevor man seine Vorderseite weich macht damit sich das Kind später mal in einer Umarmung nicht wie in eine Ecke gepresst fühlt. Und bevor ihr denkt ich habe meinen Chef um 3.000 Tacken gebracht, nein, nein, das ist nur ein Beispiel. Das einzige Geld dass ich meinem Boss koste, ist mein monatlicher Prostituierten-Lohn von dem ich mir gerade mal alle drei Wochen einen Schuss setzen kann.</p>
<p><em><strong>Selbst in grausamsten Zeiten die Ruhe bewahren, vollkommen entspannt sein und aus einem Lächeln sprechen. Ein erstrebenswerter Zustand für uns alle, jeden Tag und jede Sekunde.</strong></em></p>
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