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Mäuse im Bundestag

Sonntag, 10. Januar 2010 | Autor: Roger B. Nigk

Und mit Mäusen ist nicht “Geld” gemeint. Im Radio habe ich gehört, dass Frau Merkel sich hat einreden lassen, der Einzug der kleinen Nager liege an der langanhaltenden Frostperiode. Um sich der Mäuse zu entledigen, hat man nun einen Kammerjäger konsultiert. Hm, gegen die Ratten dort hat man doch auch Jahre lang nichts gemacht …

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Weil’s inzwischen alle drei Wochen bei mir passiert …

Dienstag, 24. November 2009 | Autor: Roger B. Nigk

… hier ein kleiner Blog-Beitrag dazu.

Im Internet gibt es eine an dieser Stelle nicht näher beworbene Seite, durch die man online Telefonstreiche machen kann. Lustig. Man sucht sich ein Szenario aus, z. B. Nutte will ihr Geld, ruft über die Internetseite jemanden an und kann per Mausklick verschiedene vorgefertigte Satzbausteine erklingen lassen. So sagt die Nutte “Hallo, ich bin Chantal.” und wenn der Angerufene sagt “Kenn ich nicht.” lässt man Chantal sagen “Doch, du kennst mich” usw. Ihr versteht schon wie’s gemeint ist. Bezahlt man nun Geld für den Scheiß, hat man Zugriff auf mehrere Szenarien, kann die Telefonanrufe mitschneiden und sich als MP3 runterladen. Mitschneiden geht ohne große Probleme auch so (durch externes Routing, DirectWire etc), nur sind die Telefonanrufe zeitlich begrenzt, wenn man nichts dafür ausgeben will. Um anderen auf den Sack zu gehen, reicht die Zeitspanne allerdings vollkommen aus.
Jetzt greifen einige Vollidioten auf diesen Spaß zurück, nehmen die Telefonanrufe auf und laden es auf YouTube oder sonstwo hoch. Naja, nicht so schlimm, könnte man meinen. Nur, jetzt gibt es in manchen Szenarien den Satzbaustein, der sinngemäß lautet “Aber das ist doch ihre Nummer, oder?” und dann klickt man auf die Ziffern 0 bis 9. Jetzt hört schlimmstenfalls jeder Wichser, der das auf YouTube sieht, den Namen des Angerufenen (in Deutschland meldet man sich ja höflich mit dem Nachnamen, nicht wahr?) und dessen Telefonnummer. Und wer weiß was die Betreiber der Seite noch so mit den Telefonaten machen, die sie ja sicherlich auch selbst mitschneiden. Vielleicht auswerten und empfindliche Daten teuer weiterverkaufen? Who gives a shit. Ich mach das jedenfalls schon immer am Telefon so:
Nennt mich paranoid, aber ich melde mich nie mit meinem Namen. Bei mir gibt es oft nur ein “Ja?” oder “Was gibt’s?” oder selten “Hallo.” Werde ich jetzt gefragt wer dran sei, frage ich “Wen wollen Sie denn sprechen?” Wird mir das nicht gesagt, gibt es für mich keinen Grund das Telefonat fortzuführen und ich beende das ganze freundlich. Bin ich nicht der gesuchte Ansprechpartner, sage ich “Tut mir Leid, da haben Sie sich verwählt.” und bin ich der Ansprechpartner sage ich “Um es vorweg zu nehmen, was auch immer Ihnen passiert ist, das war mein böser Zwilling.” Der Anrufer ist ja ohnehin schon im Vorteil, da er meine Nummer weiß. Vielleicht noch auf dasoertliche.de danach suchen und man hat die Anschrift (Gott sei Dank nicht bei mir). Ich bin allgemein da etwas vorsichtiger, da ich mit meiner Oma zusammenlebe und sie die meiste Zeit alleine ist. Eigentlich ist es ja schon total behindert, dass ich sowas hier schreibe. Ich meinte natürlich, nein, meine Oma ist nicht die meiste Zeit alleine. Sie chillt ständig mit unseren Rottweilern Hanny und Nanny auf der Couch und guckt 9Live. Um diesen inhaltlich nicht ganz runden Blog-Beitrag urplötzlich zu beenden:

Hey, du dreckiger Arschficker, der du alle drei Wochen diesen Scheiß bei mir abziehst! Ich werde meine Nummer sperren lassen und dann is’ es vorbei mit “Ich mach vollkommen unlustige Telefonstreiche mit Stimmen-Samples damit mich keiner beim stöhnen hört wenn ich abspritze”. Wünsch dir, dass ich nie rausfinde wer du bist, weil ich dir sonst dein dummes Arschloch aufreißen und mit beiden Beinen voran reinspringen werde. Comprehende?!

EDIT: Gar nicht bemerkt dass ich hiermit meinen 100. Beitrag für den zerfigkt-Blog überschritten habe…

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Cobweb 2.0

Samstag, 14. November 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Wordpress, Blogspot, Twitter, MySpace, lokalisten, Facebook, das studiVZ mit all seinen Verästelungen … heutzutage gewähren viele Leute über das Internet tiefe Einblicke in ihr Privatleben. Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten. Ein gewisser Exhibitionismus spielt natürlich eine Rolle, meist aber nur eine überdrehte Selbstdarstellung (oder man ist ganz der Langweiler und gestaltet sein Profil nur soweit, dass Freunde einen finden können, so komplett ohne Provokation und Fäkalhumor). Aus der Sicht eines Arbeitgebers ist das verlockend. Man hat zehn Bewerbungsmappen am Schreibtisch liegen und bemüht mal munter den “Karrierekiller” Google oder loggt sich z. B. im studivz in ein Fake-Profil ein, um munter gaffen zu können. “Oho, er ist in einer ‘Blackjack, Koks und Nutten’-Gruppe und findet, dass eine Frauenbewegung gut ist, solange sie im Rhythmus bleibt. Und diese Bilder! Scheint sich oft die Kante zu geben, der Bub. Achja, ich war auch mal so jung. Aber für den Job als Bankkaufmann kann ich den nicht nehmen!” Ich empfinde zutiefste Verachtung…

Nicht gegenüber dem absoluten Schwachmaten, der sich im Internet nicht zu präsentieren weiß, sondern gegenüber dem Arbeitgeber bzw. Personalverantwortlichen, welcher aufgrund von einem Web-2.0-Profil eine Entscheidung fällt. Was zum Fick vergibt Eier an Eunuchen, damit man sich einfach so in einen klar abgesteckten privaten Bereich zum heimlichen rumschnüffeln einloggen kann? Natürlich hat man z. B. im studiVZ die Möglichkeit freizugeben, was man auf einem Profil als Nicht-Freund sehen darf, trotzdem! Ich finde es eine bodenlose Frechheit Leuten im Internet hinterherzuspionieren, nur weil es geht! Eine leicht wellige Parallele zur Stasi macht sich vor meinem geistigen Auge breit. In welcher Gesellschaft leben wir, in der man Privates nicht von Beruflichem trennen darf? Sicher gehen Privat und Beruflich ab einer gewissen Position Hand in Hand, doch ich für meinen Teil, der seinen Beruf nicht als höchstes Lebensziel ansieht, verlange eine klare Trennung! Zu hören, dass man es als Unternehmer gutheißt, das Web 2.0 zum spannen (nicht spammen) zu benutzen, ist für mich ein Tritt in die Weichteile. Nur weil es geht, muss man es nicht tun! Ich könnte auch in das vorhanglose Fenster meines Nachbarn schauen, tu’s aber nicht. Ich könnte dem streunenden Kater meines Nachbarn nachts in den Arsch ficken, tu’s aber nicht. Ich kann davon träumen, aber ich muss es deswegen nicht tun.

Der Umgang im Internet braucht gewisse Umgangsformen, so wie sie auch im Real Life gewünscht sind. Es ist einfach schlechter Stil, sich mir nichts dir nichts in ein fremdes virtuelles Wohnzimmer zu setzen und sich alles anzuschauen/anzuhören was in Reichweite ist, dazu noch heimlich. Absolut schlecht wird mir allerdings erst – wie schon gesagt – wenn der Arbeitgeber aufgrund irgendeiner verfickten Internetpräsenz eine Entscheidung darüber fällt, ob er jemanden einstellt oder nicht, obwohl dieser jemand in keinem rechtsradikalen Forum unter dem Namen “Kinderschänder81″ angemeldet zu sein scheint. Warum machen wir es uns immer so verfickt einfach ein Urteil über andere Menschen zu fällen? Wozu gibt es im Berufsleben eine Probezeit? Warum gibt man dem Bewerber nicht wenigstens die Chance auf ein Vier-Augen-Gespräch? Warum muss man überhaupt online anderen Leuten nachschnüffeln (egal ob privat oder beruflich)? Geht es um Doktoranden, kann ich mir vorstellen, dass man sich im Internet erkundigt, was sie an wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht haben. Aber wer ZUM FICK schmeißt eine Bewerbungsmappe weg, weil studiVZ – das Riesenarschloch – so geweitet ist, das jeder sehen kann, ob der Blinddarm schon rausgeschnitten wurde und ob der Stuhl auch keine verdächtigen Verfärbungen aufweist!!!???!!!?!

Roger, relax.

Was ich sagen will: Stellt nicht jeden Scheiß unter eurem Namen ins Internet. Passt auf wo ihr euch anmeldet, vor allem mit einer E-Mail-Adresse, in der euer voller Name erkennbar ist. Ich weiß von mindestens vier fremden Leuten, die ein einziges Mal in meinem Blog ein Kommentar abgegeben haben, wie sie aussehen und wo sie wohnen. Durchschnittliche Suchzeit: zwei Minuten. Seid froh dass ich kein verrückter Serienkiller bin, oder noch schlimmer, der Chef des Unternehmens bei dem ihr euch mal bewerben wollt, um euch ein halbwegs angenehmes Leben zu ermöglichen. Und ja, ich schnüffel auch im Internet herum! Auf wie viele Bilder von ehemaligen Mitschülerinnen ich mir schon einen runtergeholt habe … ich könnt’s nicht sagen ohne mich einer sehr peinlichen Situation auszusetzen.

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Haute Tension…

Sonntag, 9. August 2009 | Autor: Roger B. Nigk

… High Tension, Switchblade Romance, nennt den Film wie ihr wollt. Ich hab ihn in der Uncut-Version gesehen und muss sagen, dass ich maßlos enttäuscht bin. Was ein Dreck! Ich mag brutale Filme nicht, in die man eine vermeintliche Storyline gesteckt hat, als wäre die Story ein Riesendildo und der Film ein Schlüsselloch. Wie viel künstlerisches Potential man da verschenkt hat, ich könnte weinen! Aber eines konnte ich durch den Film lernen: Wenn man wirklich keine Ahnung hat, wie man um seine kranken Gedanken noch zusammenhängend eine Geschichte wickeln kann, greift man auf eine dissoziative Identitätsstörung zurück. Genial! Das merk ich mir für meinen Roman, wenn er denn irgendwann mal fertig wird. Ich muss sagen, Fight Club hatte für mich bisher das beste Schizophrenie-Thema. Haute Tension ist da irgendwie peinlich. Und das Ende ist wohl ein auf die letzte Seite des Drehbuchs getackertes, vollgerotztes Taschentuch – de forme parfaite!

Für alle die jetzt auf wikipedia nach dem Film suchen und sich fragen, warum der Streifen auf dem Sitges Festival drei erste Preise abgeräumt hat, wenn er doch so Scheiße ist: Die Preise sind verdient, die Story is’ halt total behindert. Auch wenn Alexandre Aja als bester Regisseur gerühmt wurde, sein Drehbuch ist trotzdem nur Gülle.

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Schmerz lass nach

Donnerstag, 14. Mai 2009 | Autor: Roger B. Nigk

Es geht nochmal um den von Polizisten erschossenen Bekannten von mir. Ich habe ein paar Artikel darüber gelesen, mit ein paar seiner Freunde gesprochen und bemerkt, dass unter anderem im Internet ein paar heftige Diskussionen zu finden sind, vor allem im bayerischen Sektor eines einschlägigen Bullenhasser-Forums. Nette Ansätze. Ihr wisst, ich bin ein Befürworter von Chaos auf der Straße. Brennende Bonzenautos, eingeschlagene Schaufensterscheiben, alles cool, solange niemand verletzt wird. Ein wenig uncooler, weil Menschen verletzt werden, geht es im Ausland zu. Kaum wird ein Student von Bullen erschossen, wird der Asphalt aufgerissen und das Weltinnere nach außen gestülpt. Klar, dass sich das hierzulande niemand traut. Langweilig.

Ehrlich, es gibt viele Pressemeldungen, über die ich kotzen könnte. Das Opfer wird zur Gottheit erhoben, die Polizei wird absolut verteufelt und alle Bullen gehören ja sowas von in den Arsch gefickt, bla, bla, bla. Meine Meinung zu dem Thema möchte niemand wissen. Trotzdem will ich jetzt laut denken, nur um am nächsten Tag vielleicht alles wieder zu verwerfen. Diesen Blog-Beitrag werde ich dennoch stehen lassen, egal wie sehr sich meine Ansichten dazu ändern werden.

Okay … er streitet sich mit seinem Mitbewohner wegen einer Kleinigkeit. Die Sache eskaliert und er greift zum Messer, um angeblich zuerst seinen Mitbewohner und dann sich selbst umzubringen. Er komme “mit seinem Leben nicht klar” und laufe “Amok”, so wurde der Mitbewohner zitiert, nachdem er aus einem Fenster (?) flüchten konnte und sich im naheliegenden Solarium am Telefon bei der Polizei ausheulte.

ZEHN Streifenbeamte traben an. Sie finden den emotional sehr verwirrten Menschen mit dem Messer in der Hand im Treppenhaus. “Erschießt mich doch!”, schreit er und geht auf die Beamten zu. Pfefferspray los! Das Zeug zerfickt dir die Augen, wenn man gut trifft. Gehen wir aber mal spaßeshalber davon aus, dass unser angeblicher Angreifer keinen Schmerz verspürt, sei es durch unerschöpfliche Adrenalinquellen oder eine nervliche Störung, die das Schmerzempfinden beeinträchtigt. Selbst unter extremen Schmerzen ist im Grunde genommen JEDER Mensch mit einem Messer noch gefährlich. Durch das Pfefferspray – sogar mit stinknormalem Wasser ist das möglich – wird seine Sicht zusätzlich noch stark eingeschränkt, weshalb er halbblind mit dem Messer herumschwingt und wirklich alles und jeden treffen kann. Das macht ihn gefährlich, aber auch verletzlich. Man bekommt unweigerlich Zeit zum Nachdenken, kann Entwaffnungsschritte planen. Wahrscheinlich waren die Beamten aber so geschockt davon, dass er noch immer kampfbereit war, dass sie sich gegenseitig die Rückzugmöglichkeit versperrten. Ich spreche nicht vom Rückzug im Sinne von “Schwanz einziehen”, sondern im Sinne von “Distanz gewinnen um nicht aufgeschlitzt zu werden”.

Einer von ihnen schwingt nun wagemutig den Schlagstock, trifft in seiner Nervosität aber nur den linken Arm des Messerhelden, statt den gefährlichen rechten. Dies bedeutet, dass zuordbarer Kontakt zwischen Polizist und Angreifer hergestellt wurde. Der Angreifer ist wieder brandgefährlich, da er nun mit Sicherheit weiß, dass da jemand vor ihm steht und ihn wahrscheinlich sogar mit seiner freien Hand ertasten kann. Daraufhin wird der Polizist vom schmächtigen Angreifer so sehr bedrängt, dass seine Polizeikollegen das Feuer eröffnen, weil sie in diesem Moment keine andere Möglichkeit sehen, die Gesundheit ihres Kollegen zu erhalten. Gehen wir davon aus, die ersten Schüsse gehen in die Beine. HAHA! Der Typ hält das Messer nicht mit den Beinen, also bleibt er weiter gefährlich (ein guter Ansatz ist es trotzdem). Es gibt bestätigte Vorfälle, in denen KO-gegangene Messerkämpfer ihre Waffe selbst im bewusstlosen Zustand festhalten konnten, weil sich die Muskeln der Hand derart verkrampften (ich habe den Bericht über einen erschossenen Guerilla-Kämpfer im Kopf, der seine Machete bis in den Tod nicht losließ). Gehen wir aber mal nicht davon aus, dass die Polizei nur danach ging, ob er das Messer festhält. Wir nehmen an, dass er wirklich weiter angreifende Stichbewegungen durchführte. Er stochert weiter in der Luft herum, angeschossen. Der Beamte steht dem Aggressor noch immer gegenüber, ohne Möglichkeit zur Flucht. Tut mir Leid, wer den Messertypen kennt weiß, dass der wirklich kein Fleisch auf den Rippen hatte. Der Polizist war aber trotzdem nicht in der Lage, wenigstens seine gefährliche Hand festzuhalten und das Messer von sich wegzudrücken, sodass seine Kollegen hätten einschreiten und Griffhebel ansetzen können. Wie armselig! Natürlich habe ich von meinem bequemen Stuhl vor dem Laptop gut reden. Ich war nicht dort. Es ist aber eigentlich Job der Polizei, mit angemessener Härte einzuschreiten. Laut Obduktionsbericht verfickte 12 (!) Schüsse, die trafen, sind da zu viel des Guten. Von angemessener Härte ist hier nichts mehr zu spüren. Es war einfach eine extrem brutale Art einen psychisch kranken Mann möglichst leicht aus dem Weg zu schaffen. Dass sein Körper überhaupt genügend Platz für so viele Kugeln hatte, wundert mich schon. 12 Schüsse … da durfte wohl jeder Bulle mal ballern, häh? Nicht missverstehen, es wurde öfters geschossen als 12 mal, denn nicht jede Kugel traf auch ihr Ziel, wie man heute noch am Tatort sehen kann. Er kommt ins Krankenhaus und stirbt.

Versetzen wir uns nochmal kurz in die Lage der Polizisten:

Sie haben Angst. Sie haben Familie, Kinder, die sie am Feierabend gerne in ihre Arme schließen würden. Sie verfügen nur über eine unzureichende Nahkampfausbildung. Sie müssen handeln, ein Kollege ist in Gefahr. Ihre Angst lähmt sie, aggressive Überwältigungsmanöver sind motorisch nicht mehr durchführbar, wurden nie gelernt oder sind in Vergessenheit geraten (regelmäßiges Training, ich bezweifle, dass das polizeilich gang und gäbe ist; jeder Türsteher wird im Kampf besser ausgebildet als Polizisten). Sie handeln mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, welche sie in dieser unglaublichen Stresssituation noch halbwegs handhaben können: Pfefferspray (versagt), Schlagstock (eine großartige Waffe, die Beamten sind aber überfordert damit) und Knarre (leicht zu bedienen, kann auch unter Umständen ihren Dienst verrichten wenn man zittrig ist). Sie ballern ihm in die Beine. Ich wette mit euch, hätten sie ihm notwendigerweise seine Haxen komplett zerschießen müssen, damit er das Messer loslässt, wäre das kritische Geschrei auch groß gewesen, selbst wenn er es überlebt hätte. Beine helfen nix, sie schießen in die Arme. Dabei geht ein Schuss zufällig ins Herz. Oder absichtlich. In diesen Bruchteilen einer Sekunde muss man einfach reagieren. Irgendwie. Er lässt das Messer nicht los, ist damit eine potentielle Gefahr. Scheiße, man geht nicht mit einem Messer auf Bullen los! Das ist wohl überall auf der Welt ein Spiel mit dem Tod, provozierter Selbstmord, wenn man so will. Als Mensch muss man in dieser Situation sein Leben verteidigen. Der Angreifer war kein geübter Messerkämpfer. Selbst wenn er NIEMANDEN hätte umbringen oder ernsthaft verletzen wollen, es hätte bei einem Angriff verdammt leicht passieren können. Dazu reicht ein stinknormales Brotmesser. Ich finde es in Ordnung gegen einen Messerangriff die Hölle auf die Straße zu holen, um da lebend rauszukommen. Jeder, der nicht in dieser Situation war, wäre sicher froh gewesen, wenn jemand den Kerl aufgehalten hätte, der wichswild mit nem Messer auf einen zuläuft. Auf so engem Raum wie einem Treppenhaus - vergesst nicht, die Bullen waren so blöd und haben sich bestimmt die Fluchtwege selbst versperrt - braucht es radikale Mittel. Und ich denke mal, dass JEDER von Ihnen einen Schlagstock hatte. Jeder, der mal auf einer Hauptschule war und gesehen hat, wie drei Russen einen anderen Typen am Boden einstiefeln, weiß, wie das zugehen kann, wenn man sich gegen eine Überzahl wehren muss. Wow, ich stelle mir grade vor wie sie alle auf ihn einprügeln, so wie das in Amerika ab und an Schwarzen passiert. Da wirken Energien, in denen man ein Messer einfach fallen lassen muss, selbst wenn man keinen Schmerz spürt. Aber naja, in Regensburg is’ nie was los und der Schießstand ist nicht so geil wie lebende Ziele, gelle?

Weiter gedacht: Selbst zu einer gemeinsamen Schlagstockattacke hätte es nicht kommen müssen. War bekannt, dass sich sonst niemand im Haus befand? Wurde das in Erfahrung gebracht? War noch jemand gefährdet? Ich wette mit euch, hätte man die Ausgänge überwacht und eine Stunde gewartet, er wäre weinend in einer Ecke gesessen. Vielleicht mit offenen Pulsadern, doch man hätte ihm eher helfen können als mit 12 Kugeln im Körper.

Wie traten sie ihm im Treppenhaus gegenüber? Schrien sie ihn an? “MESSER FALLEN LASSEN, SOFORT!” Hey, das würde sogar mich anpissen von Bullen so angemacht zu werden. Wenigstens “bitte” könnte man sagen. Haben die Polizisten mit ihren Waffen gedroht? Haben sie sie auf ihn gerichtet oder, als er nicht mehr richtig sehen konnte, laut und deutlich geschrien “WEG MIT DEM MESSER ODER ES WIRD GESCHOSSEN!” Wäre das der Fall gewesen, muss man akzeptieren, dass da jemand im Affekt wohl sterben wollte. Über Sinn und Unsinn muss man nicht diskutieren, darüber, ob sie wirklich hätten schießen sollen, genauso wenig, doch es hätte ihm eine Chance gegeben sich zu entscheiden: Tod oder Leben? Er war alt genug das selbst zu entscheiden. War er psychisch so zerfickt, dass nicht mehr er selbst, sondern eine andere Persönlichkeit für ihn entschied, ist das natürlich was anderes. Hinweise darauf, dass er psychische Probleme hatte, gab es genug. Selbst ich wusste darüber Bescheid, sah mich aber für sein Seelenleben nicht zuständig. Warum auch? Mein Freund war er nicht. Große Mitschuld trägt jeder, der sich sein Freund schimpfte (Mittelfinger an seine Freunde). Familie wollen wir nicht ausklammern.

Jetzt, wo er tot ist, wird er in den Himmel gelobt. Er war ja so ein toller Kerl! Anscheinend nicht toll genug, als dass man ihm geholfen hätte, als er wirklich Hilfe brauchte. So ein Messerangriff kann nur aus etwas entstehen, das sich über sehr lange Zeit aufgestaut hat. Ein toller Kerl war er trotzdem für alle! Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen und “keine Videospiele” (super Argument; Mittelfinger an den Pressetypen). Was bedeutet das jetzt? Hey, shit, man dreht durch, wenn man nicht säuft, nicht raucht, nicht kifft und keine Ballerspiele zockt, FUCK! Ich sollte die vielen Senioren in der Stadt echt besser im Auge behalten, nicht dass ich mal von nem Rollstuhlfahrer tödlich überfahren werde.

Ich zitiere einfach mal weiter: In einem Internet-Artikel heißt es: “zeigt euer Beileid den Angehörigen, und eure Wut gegen diesen willkürlichen Staat!!!!” Mittelfinger an dich, du Pappnase. Willkürlicher Staat, Fotze, fick dich. Da werden schön irgendwelche Punk-Lieder zitiert, ohne Sinn und Verstand.

“Er war ein überaus sensibler Mann in einer Lebenskrise, die typisch ist für kreative Menschen. Was ist Wahrheit, was ist Liebe? Wohin geht mein beruflicher Weg”. Öhm ja, das fragen sich sehr viele Menschen in Deutschland, einschließlich mir, und trotzdem gehen wir auf niemanden mit einem Messer los.

Die “Hinterbliebenen schildern ihn als Asketen, als spirituellen Typen mit feinen Antennen für die Umwelt.” Tja, das haben wir gesehen wie fein diese Antennen waren. Fein genug, um ein Messer zu halten und es gegen Menschen zu richten.

“Er wollte Musiker werden. Im Juli hätte er Prüfung gehabt. Er hatte schon eine Stelle als Lehrer für Gesang und Klavier in der Musikschule (…), wollte danach auf die Schauspielschule.” Wow, also für mich klingt das alles andere als hoffnungslos. Da hatte jemand die Möglichkeit in dem Bereich Karriere zu machen, den er anscheinend sehr geliebt hat. Hätte es ihn am Leben gehalten, ich hätte gerne mit ihm getauscht. Und ich wär dann auch nicht so blöd gewesen mir auf dem Gesicht eines Polizisten ein Brot schmieren zu wollen.

Ein längeres Zitat: “Studenten der Fachhochschule hatten vor der Aussegnungshalle ein Spruchband entrollt, mit dem sie ‘gegen die Repression’ demonstrierten. ‘Tod eines Studenten. Kein Verstehen. Kein Vergessen’, stand auf dem Transparent. Die Studentin XXX begründete die Protestaktion auf dem Friedhofsgelände mit den Worten: ‘Einer von uns ist ums Leben gekommen. Wir wollen Aufklärung und ein Zeichen setzen, in dem wir seiner gedenken.’ ” Repression? Häh, was? Versteh ich nicht. Dann “Tod eines Studenten”, super. Habt ihr irgendwo schon mal “Tod eines Maurers” oder “Tod eines Buchbinders” gelesen, wenn der Beruf nichts direkt mit dem Mordfall zu tun hatte? Vielleicht in ner BILD-Zeitungsüberschrift. Wen zum Fick interessiert’s ob er Student war? Das “Student” lieber streichen, um mehr Platz auf dem Transparent zu schaffen, damit dem doofen Normalbürger wie mir erklärt werden kann, was Repression bedeutet.

Vater und Bruder des Verstorbenen haben sich nun einen bekannten Anwalt genommen. Ich habe von zwei Anwälten in der Region gehört, die die Eier haben skrupellos und knallhart gegen Polizisten vorzugehen und sich dabei auch nicht blöd anstellen. Eine Nebenklage war das einzig richtige. Ich meine zu wissen, dass das auch die einzige Möglichkeit ist Einsicht in die Akten zu nehmen. Nur dumm, dass diese Bullensäue sich gegenseitig decken werden. Ein Nestbeschmutzer, der die Wahrheit auspackt, wird da auch nichts bringen. Ich wünsche den beiden wahnsinnig viel Glück, damit das ganze lückenlos aufgedeckt wird, so wie es wirklich war. Wie schmerzhaft das alles für sie sein muss, wissen wohl nur sie selbst.

Ich muss jetzt aufhören. Mir gefällt mein Blog-Beitrag schreiberisch nicht. Ich werd immer mehr zum schreiberischen Stümper.

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Täglich grüßt das Urseltier

Freitag, 19. Dezember 2008 | Autor: Roger B. Nigk

- Fortsetzung zum Blog-Beitrag “Wetten, dass…” vom 14. Dezember 2009 -

Drei YouTube-Videos:

  1. “Ursula von der Leyen in der Mülltonne”
  2. “Ursula von der Leyen in derMülltonne bei Wetten Dass am 13.12 in Stuttgart”
  3. “Tv Tota: Ursula von der Leyen in der Mülltonne bei Wetten dass”

Hab’s schon in einem gestrigen Kommentar erwähnt: Mich wundert’s wie wenig kritische Stimmen es gibt! Kritik in der Presse? Kritik in sonstigen Magazinen oder Fernsehsendungen? Kritik in anderen Blogs? Nix! Auf YouTube kriegen die Leute die sich nicht auf Hugh Jack-off einen runterholen und Ursel Aus Geleyert nur noch peinlich fanden, sofort den “Daumen nach unten”. Ich weiß dass ich mich eigentlich ein bisschen expliziter auf die Kommentare beziehen wollte, ABER … die sind mir alle zu blöd und ich hab keine Lust drauf mich damit noch genauer auseinanderzusetzen. Ich bin heute Abend auf eine Weihnachtsfeier in einem schnieken Hotel eingeladen und halte schon seit zwei Tagen einen dicken Kotbatzen in mir, den ich dann heimlich im verkehrslastigsten Hotelflur mittig platziert absetzen möchte. Wer mich eingeladen hat? Der Onkel meiner Freundin. Alles ziemlich familiär, im Kreis der Engsten, weswegen mich die Einladung sehr gefreut hat.

Video 1 oder 2, sind beide gleich. Guckt hin. Seht selbst wie sie den Jungen als Treppe missbraucht. Gottschalk will ihr helfen und sie: “Das schaff ich ganz gut allein.” Ja, man hat’s gesehen. “Selbst ist die Frau” sieht anders aus. Und dann diese fürchterliche Meg-Ryan-Harry-und-Sally-Orgasmus-Kopie, als Hugh sie aus der Tonne wuchtet (“… woah … Woa- … wow … WOAH!”). Wie sie dazu noch alle Beifall klatschen! Braves Hündchen, Hugh. Wenigstens geht er nochmal zurück zu den Kindern und gibt ihnen Fünf. Wie cool, yeah! Hoffen wir nur mal dass die zwei danach nicht an ihren Händen gerochen haben, denn wir konnten zuvor ja alle gut sehen wo Hugh vorher mit seinen Griffeln war. Das Treppenkind muss dann auch noch Ursels Schuhe hinterhertragen (Gottschalk hat ihn dazu beauftragt, richtig gesehen? Was ein mieser Sack!). Wär er mein Sohn, hätt’ ich ihn vor laufenden Kameras von der Bühne gezogen bevor er auch nur in RIECHweite ihrer Latschen kommt.

Muss jetzt meinen geschundenen Körper für die Feier fertig machen. Eines möchte ich aber noch loswerden: Stefan Raab ist nicht witzig, ein bescheidener Show-Master und … LANGWEILIG! Lustig issa a net. Net a mal amüsant. A net zum lachah. Eha zum auslachah. Ahgeh, net a moi des. Un’ i bin wecka jetzat. Pfüatz eich!

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Wetten, dass…

Sonntag, 14. Dezember 2008 | Autor: Roger B. Nigk

… das in der Presse übersehen wird?

Kurzer Einschub: Falls noch nicht gewusst, Roger Buscapé Nigk ist Maskulinist und zwar einer von denen, die Frauen über alles lieben. Soetwas sieht man nicht selten bei Maskulinisten. Wie sieht es auf der anderen Seite aus? Feministen, wie stehen die zu Männern? Dazu muss man nicht die sexistischen Bücher von Alice Schwarzer lesen um zu wissen, dass der Begriff der Gleichberechtigung von vielen nicht verstanden wird und sie Männer auf brutalste Art zu Dreck degradieren.

*langsam durchatme*

Ich schaue “Wetten, dass…” schon lange nicht mehr von Anfang bis Ende. Aus dem Alter bin ich raus und langweilen kann ich mich auch, wenn ich meine Füße an die Heizung drück und hoch zur Decke schau. Das ist wenigstens noch schön warm. Weil ich aber bei meiner Liebsten zu Besuch war und es grad im Fernseher lief, schaute ich mit.

Genau weiß ich es nicht mehr, es war aber die Kinderwette. Ein kleiner Scheißer mit ziemlich großen Augen steigt in eine blaue Mülltonne und macht innerhalb einer Minute 15 Handstände, wobei er mit Kopf und Füßen abwechselnd die Mülltonnenklappe aufstoßen musste, sozusagen als Beweis seiner übermenschlichen Begabung. Ich frage mich erstens, wie man auf so eine bescheuerte Idee kommt und zweitens, wo zum Teufel man das im Vorfeld übt. War lustig zu sehen wie der Kleine noch bei den ersten Handständen lachte und später immer kaputter aus der Tonne schaute. Is’ ja auch anstrengend. Begleitet wurde er übrigens von einem älteren Jungen, der ständig damit beschäftigt war die Mülltonnenklappe zu zuhauen. Und jetzt kommt’s …

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen! Habe lange überlegt ob ich sie in diesem Blog-Beitrag direkt ansprechen soll, aber nein, da hab ich zu viel Angst davor.

Was zum dreckigen FICK dachte sie sich bei ihrem bescheuerten Auftritt, häh? Ich rieb mir die Augen! Sie war Wettpatin des kleinen Mülltonnenturners. Am Ende der Wette ist sie natürlich zu den beiden Jungs gestürmt und hat ihr wahlwirksames Schleimerlächeln aufgesetzt. Aus welchem Grund auch immer wollte sie zu dem kleinen keuchenden Oscar in die Tonne. Sie hatte ein nettes Kleid an und wollten nicht allzu ungelenk wirken, also ließ sie sich von dem älteren Jungen helfen, indem er sich hinknien musste und sie sich auf seinen kleinen Rücken stellte. Geht’s noch? Wenigstens zog sie ihre Schuhe vorher aus. Trotzdem. GEHT’S NOCH? Welche Respektlosigkeit und Demütigung des Jungen! Sicherlich empfand er es nicht als solche, aber SIE sollte mal drüber nachdenken. Das war ein unmöglicher Bitchmove der seines Gleichen sucht! Vor allem weil Thomas Gottschalk sich anbot menschliche Treppe zu spielen (hat er doch, oder?). Aber nein, der junge Bursch soll. Tolles Vorbild.

Dem nicht genug. Erstmal den Kleinen in der Tonne noch nett umarmen, die Kameras laufen ja nicht umsonst. Und dann? Kommt dieser verfickte Hugh Jackman dahergeschissen, hilft Ihr raus und trägt sie zurück auf ihren Platz. Wie süß. Süß, ja. Oder wie nennt man das nochmal wenn man sich zurückhalten muss um nicht brüllend loszukotzen?

Männer, Männer, Männer. Was ist los mit euch? Kein Stolz? Frau von der Leyen hat sich sehr sehr sehr schlecht verkauft. Umso schlechter hat das aber die Männerwelt an diesem Abend. Der Junge der von der Leyens schwitzige Füße aushalten musste, kommt unter mein schützendes Schild. Doch Hugh Jackman war schlichtweg eine Schande. Wahrscheinlich war sein Möchtegern-Gentleman-Scheiß nur Werbung. “Guckt mal, ich bin prädestiniert für die Rolle eines Superhelden. Guckt wie leicht ich die Tonne aus der Tonne heb.”

Die Ursula, wie sie sich an die Männer geschmissen hat und sie sich zu Dienern machte. Ich mag diese Sorte anmaßender Frauen nicht. Ich bin für Höflichkeit, Respekt und Wertschätzung gegenüber dem anderen Geschlecht. Aber man muss sich nicht alles gefallen lassen. Klar, ich reg mich wieder über Nichts auf, bloß, trotz des geringen Streitwertes steckt eine wichtige Symbolik dahinter, die Frau von der Leyen auch politisch vertritt. Damit möchte ich gar nicht erst anfangen, sonst schreib ich wieder zu viel, ohne in vollstem Umfang meine Thesen so begründen zu können, wie ich es für richtig halte. Stichwort: [ironie]Gender Mainstreaming, tolle Sache.[/ironie] Das Buch Wir müssen unser Land für die Frauen verändern” habe ich noch nicht gelesen. Allein der Titel sagt mir aber schon, dass es das sowieso nicht wert ist.

Schnell reingequetschtes Schlusswort (hab mal wieder keine Zeit):

Männer und Frauen müssen gleichermaßen endlich aus ihrem Dämmerschlaf aufwachen und retten was zu retten ist. Ich bin nicht das erste und letzte Opfer der negativen Auswirkungen einer Frauenbewegung, die alles andere als fair, bescheiden und edelmütig ist. Verhasst sind mir die Schleimer, die einer Frau in der Bar ‘nen Drink ausgeben, nur weil sie glauben so zu punkten. Weg mit euch Rückgratlosen, die sich für Frauen zum Affen machen. Wenn Affe, dann respekt- und liebevolles Alpha-Tier. Meine Meinung. Kommentarfeld unten, für jeden der mit mir streiten will.

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“Ihr beschissenen Kackbratzen!” – Roger Nigk zur US-Präsi-wahl 2008

Mittwoch, 5. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Wie’s mir hochkommt! Zitat:

Wir haben es gewusst!1.578.838 VZ-Stimmen hatten Recht.

Ihr verfickten studiFotzen, explodiert sofort an eurer blähenden Selbstbeweihräucherung! Ich sollte eigentlich meine dumme Fresse halten und hier nichts über die Präsidentschaftswahl schreiben, aber ich muss!

Überlegen wir mal kurz was wir in den letzten Wochen so von uns gegeben haben, vor allem wenn wir von Fernseh-, Radio- oder BILD-Zeitungsreportern gefragt wurden. “Ja, ja. Der Obama, des is’ scho’ a geiler. Der soll’s werden!” Und warum? “Den seh ich ständig auf YouTube und so. Der is’ echt lustig und voll cool.” Lustig und voll cool. Sicherlich die richtigen Eigenschaften für jemanden, der seinen Schwanz in das bedeutendste Stück Erde steckt, um uns entweder mit den geilsten Orgasmen unseres Lebens zu beglücken oder grausam zu vergewaltigen (alles was dazwischen liegt ist für uns uninteressant und wird normalerweise gar nicht wahrgenommen). Also echt lustig und voll cool ist der Gute. Was macht Obama noch zum geeigneten Präsidenten? “Na, er is’ schwarz! Das gab’s noch nie!” Und? Merkt ihr was? Alles wird mal wieder nur oberflächlich betrachtet. Für was setzen sich Obama-Mama und Pommes-McCain denn politisch ein? Was wollen sie? Was ist ihnen besonders wichtig? Weiß hier natürlich keiner und wenn, nur in sehr groben Zügen. Trotzdem wird öffentlich Stellung bezogen und die persönliche Meinung mit Fußtritten verteidigt, wenn man denn mal Bedenken äußert. Don’t get me wrong, ich kenne mich selbst nicht aus. Ich habe in der Glotze die Obama-Rede in Berlin gesehen und gehört, dass er anscheinend nichts zu sagen hat, das aber möglichst lange und laut. Vielleicht hab ich auch nur nicht richtig hingehört und das wichtige Zeug einfach nicht mitgekriegt. Kann durchaus sein, muss es aber nicht. Macht ja schließlich jeder Politiker so: Pseudobedeutungsvolle Phrasen dreschen und nach dem öffentlichen Onanieren die Hände durchs Haar fahren. Das würde auch ein McCain so tun, wenn er denn die coolen Predigersprüche dafür draufhätte.

Mir ist wirklich scheißegal wer Präsident geworden ist. Mir ist scheißegal was in Amerika passiert. Ich bin ein verfickter Egoist und will erst meinen Vorhof saubergekehrt haben, bevor ich mich frage warum das Oval Office oval ist. Wenn das absolute Chaos bei uns ausbricht, weil drüben einer Mist baut, fresse ich meine Nachbarn um zu überleben, bis ich selbst gefressen werde. That’s da shit. Call me a dumb ignorant fuck, den es total nervt, dass man sein Maul hierzulande so weit aufreißen kann, ohne Ahnung zu haben. Yessirrr, das mach ich selbst zwar oft genug, doch ich mach keinen Hehl daraus.

Seien wir jetzt also mal ehrlich zu uns selbst. Wissen wir wirklich wer der bessere Präsident wäre? Können wir fundiert begründen warum wir so denken? Wie realistisch sind die Wahlversprechungen? Befürworte ich den oder den nur deswegen, weil er einfach unterhaltsamer/sympathischer/jünger/hübscher ist? Von den 1.578.838 Vollidioten können sicherlich nicht mal 1% meine letzte Frage mit “nein” beantworten. Das ist traurig. Und wie traurig die Versuche der Kandidaten waren, um Wählerstimmen zu kassieren, darüber will ich mich gar nicht erst auslassen.

Nochmal: Ich habe keine Ahnung von den politischen Absichten der Kandidaten. Die betreffenden Wikipedia-Seiten auswendig zu lernen, reicht da nicht. Ich möchte uns nur vor Augen führen, wie schnell und unglaublich leichtsinnig wir Menschen uns oft eine Meinung bilden. Das ist für uns weniger gefährlich als für die Amis, denn wir müssen nicht ins Wahllokal. Nur sollten wir uns nicht toller vorkommen als wir sind, bloß weil wir das nachlabern was alle labern, ohne vorher einen klugen Gedanken unserer Meinungsbildung hinzugefügt zu haben. Scheißt auf die Hautfarbe, auf das breite Grinsen, die Kriegsverletzungen und die maßgeschneiderten Anzüge. Die helfen kein bisschen dabei, die Schubkarre durch den Treibsand zu fahren. Yay! Barack Obama is’ es! Toll. Der Kerl der im Park vorm Weißen Haus joggen wird und weiter seine 30-Kilo-Kurzhantel-Curls macht, damit er weiterhin in seinen Anzug passt. Vielleicht ist es das Beste so. Vielleicht auch nicht. Wer weiß. Ist auch total egal. Ich geh jetzt mit Ralph Nader einen Saufen. Er hat gesagt, er nimmt Nutten mit ins Auto. Und spätestens wenn ihr mal wieder was wählen müsst (ist der eigentlich Grund für diesen Blog-Beitrag): BITTE informiert euch gründlich genug! Kein Blinder unterschreibt etwas, dass man ihm nicht vorgelesen hat. Und wenn man am Ende euer Vertrauen missbraucht hat, wehrt euch!

Thema: In sich gekehrt, disrespects | 9 Kommentare

Buchkritik – Feuchtgebiete von Charlotte Roche

Montag, 14. April 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Vorwort: Ihr müsst euch diesen Blog-Beitrag nicht durchlesen wenn ihr nur wissen wollt ob Feuchtgebiete gut ist. Das Buch ist beschissen! Es gibt Bücher die euer Leben verändern können (keine Romane sondern Ratgeber). Kauft euch lieber die für das Geld.

Jetzt sei es euch überlassen ob ihr diesen Beitrag weiterlest. Ich kann euch nicht sagen wann ich wieder schreiben werde, mit ein Grund warum der folgende Text etwas umfangreicher wird. Ich nutze lieber meinen momentanen Schreibfluss aus, bevor ich wieder keine Ideen/Zeit/Lust für/auf ein Blog-Update habe. Los geht’s.

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Charlotte Roche, wenn ich in die Glotze starrte warst du keine die ich beim rumzappen gezielt gesucht hätte, aber ich habe mich oft gefreut dich zu sehen, weil du auf eine provokante und angenehm schräge Art zu unterhalten verstehst. Als ich dann beim gedankenzerstreuten Amazon-rumgeklicke auf dein Buch stieß, freute ich mich ebenfalls, ohne gezielt nach dir gesucht zu haben. Heike Makatsch, Markus Kavka und Sarah Kuttner sind die einzigen ehemaligen VIVA-Moderatoren von denen ich weiß, dass sie sich im Bücherschreiben versucht haben oder immer noch versuchen. Gibt bestimmt noch mehr VIVA-Plappermäuler die sich aus Geldmangel (oder Mangel an öffentlicher Geltung) an den PC setzen werden um sich irgendwas blödes aus den Rippen zu tippen. Nicht ohne ein blubberndes Übelkeitsgefühl, stelle ich mir da ein 200-Seiten dickes Buch mit dem Namen Gülcan Kamps auf dem Hardcover vor. Dachte mir, Gott sei’s gedankt dass du, Charlotte, ein Buch geschrieben hast, welches in seiner jetzigen 5. Auflage ganz Deutschland spaltet.

Die Medien predigten den Inhalt deines Buches rauf und runter, du wurdest oft interviewt und ich war sehr angetan von dem was ich hörte. Du bist eine schlaue Frau, Charlotte. Zudem bist du eine von den wenigen Feministinnen die ich respektiere und tolerieren kann (der hier namentlich nicht erwähnte Rest beleidigt in der ewigen Frau-Mann-Diskussion durch schwachgeistige Worte meine Intelligenz). Die Amazon-Seite, derer Rezensionen ich noch keine Beachtung schenkte, kam in das Leseverzeichnis meines Browsers. “Das besorgste dir!”, dachte ich wie so viele da draußen, die einer Charlotte Roche zutrauten einen guten Schreibjob gemacht zu haben. Das hast du aber leider nicht und ich bin froh, dass ich mir das Buch nicht gekauft habe, sondern es von einem lieben Mitstudenten ausgeliehen bekam (er wollte es einer Freundin zum Geburtstag schenken und gab es, nachdem er es selbst bis zur Hälfte durchlas, vorher noch seiner Mutter und seinem Bruder, weswegen das Büchlein, als er es mir in die Hände drückte, schon einige Abnutzspuren hatte).

 

Nach zwei Tagen angestrengten Lesens sah ich mir die Rezensionen schließlich an. Kennt ihr das? Sieht man meistens bei Books-On-Demand-Veröffentlichungen. Bis zu 1000 kurz gehaltene Rezensionen voller ehrerbietender Hochpreisung, und klickt man auf den Rezensenten um zu sehen, was der gute Kerl da noch auf Amazon bewertet hat, zeigt sich, dass der Hurensohn nur eine einzige Rezension geschrieben hat, was sich auch nach Monaten nicht ändern wird (außer der gelobte Autor schreibt ein weiteres Buch). Also nicht von Rezensionen in die Irre führen lassen. Ich habe sogar schon davon gehört, dass einige Top-Rezensenten sich kaufen lassen und gute Bewertungen über ein mittelmäßiges Produkt schreiben. Aber ein gekaufter Top-Rezensent der Feuchtgebiete in den Himmel lobt und gleichzeitig seine Glaubwürdigkeit beibehalten will, wäre verdammt verdächtig, denn das Buch ist einfach zu schlecht. An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern, hier trotzdem eine kleine Inhaltsangabe:

 

Hauptakteurin Helen rasiert sich ihr von Hämorrhoiden aufgequollenes Arschloch und reißt es sich dabei gehörig ein, die blöde Fotze. In der proktologischen Abteilung des Maria-Hilf-Krankenhauses soll sie schließlich darauf warten, dass ihr - in einer Operation halbwegs repariertes - Kackloch wieder unblutigen Stuhl produziert, damit sie entlassen werden kann. Das will sie aber nicht. Warum? Weil ihre Eltern geschieden sind und sie die Hoffnung hegt die beiden durch ihren Krankenhausaufenthalt wieder zusammenbringen zu können. Klingt zwanghaft ins Buch eingebaut? Wurde es auch, weil dass was uns Helen in ihrem 200-Seiten Monolog krankes zu erzählen hat und die Maßnahmen mit denen sie ihren Aufenthalt verlängern will, zu sehr im Vordergrund stehen. Doch mit der Elternsache nicht genug, es passiert noch viel mehr nebensächliches. Die Kleine hat ein Trauma weil Mutti sich mit Sohn umbringen wollte und die arme Helen das verhindern konnte. Außerdem weiß die Kleine erst seit ihrem 18. Lebensjahr, was ihr Vater von Beruf ist. Wie kommt das? Bei mir zuhause war das eine ähnliche Situation und auf ein gesundes Vaterverhältnis lässt das gewiss nicht schließen. Könnte man doch weiter ausbauen, nicht? Wird aber nicht getan. Der Fokus bleibt auf obszönem Blabla. Achja bevor ich’s vergesse, die Schlampe verliebt sich natürlich noch in ihren Krankenpfleger, der ihr hilft, die OP-Wunde zu fotografieren, damit sie sich anschauen kann, was an ihr wie rausgeschnitten und zusammengetackert wurde. Interessanter wird’s leider nicht. Nur langweiliger und unplausibler (würde meine Tochter mit 18 Jahren solche Erfahrungen machen und dieselben Dinge tun, würde ich sie mit Stacheldraht erdrosseln).

 

Charlotte, zurück zu dir. Du hast mich enttäuscht und du hast sicherlich auch jeden enttäuscht, der sich das beschissene Buch für die 18 bzw. 15 Euro zugelegt hat (sofern er noch richtig im Kopf ist). Ich will dir gar nichts unterstellen, aber wenn du schon nicht mit gewissen Dingen kalkuliert hast, dann der Buchverlag: Sex sells. Sex sells noch mehr wenn Frau drüber schreibt. Frau schreibt über Sex und voll eklige Sachen. Frau schreibt über Sex und noch ekligere Sachen. Manuskript der Frau wird von Konkurrenz-Verlag X abgelehnt, der das ebenfalls eklige American Psycho veröffentlicht hat. Verlag Y rechnet das alles im Kopf zusammen und kommt auf eine gute sechsstellige Verkaufszahl. Frau die über Sex und voll eklige Sachen schreibt, verdient einen (nicht zu unterschätzenden) Haufen Kohle und kommt auf den phänomenalen zweiten Platz der Spiegel-Bestseller-Liste. Nebenergebnis: Roger Buscapé Nigk ist wütend!

Jeder der das Buch gut findet soll entweder erwachsen werden oder sich gleich mit einem Nutella-Messer den Kopf ins Klo schneiden und von seiner Mutter runterspülen lassen. Was’ne arschgefickte Schande! Okay, ein 18-jähriges Mädchen ist die Erzählerin. Um’s realistisch zu halten sollte das junge Ding nicht allzu viele Fremdwörter benutzen, klar. Dennoch darf man als Leser einen besseren Schreibstil erwarten, denn schreiberisch ist das Zeug so gut wie nichts wert. Man ärgert sich beim lesen zu oft über beschissene Sätze. Das ist bei meinem Blog nicht anders, ich bin ja selbst kein Überschreiber, ich will aber auch kein Geld hiermit verdienen. Sollte ich irgendwann mal ein Buch auf den Markt bringen, wird es besser geschrieben sein als das, was ich auf ZERFIGKT und meinem früheren Abgelenkt so von mir gebe, keine Angst. Da ich aber keine Frau bin, werden meine perversen Werke ohnehin nicht gekauft.

Back 2 da book Feuchtgebiete. Die einzigen Feuchtgebiete die ich hatte, waren meine Augen, weil ich für die vielen Menschen weinte, die sich diesen Müll wirklich gekauft haben. Man selbst regt sich ja immer auf dass ein Bushido, Fler oder B-Tight trotz Deppen-Rap Platten verkaufen kann und damit sogar weit hoch in die Charts kommt. Wie geht das? Weil Leute die Drecksmucke kaufen. Wer kauft das? Kinder die im Bus ihre abgefuckten Handyspeaker aufdrehen und ständig “Opfer” sagen. Trotzdem können wir froh sein, denn: Wie viele von den Kiddies kaufen wirklich und wie viele ziehen sich die Tracks einfach nur aus dem Internet? Das finde ich super dass die Kids ihre Rap-Idole auf diese Art und Weise beklauen können, ohne Schuldgefühle dabei zu haben, denn im tiefsten Inneren denken sie, dass sie ihre Helden supporten nur indem sie sie gut finden, hahaha. Bei Feuchtgebiete sieht’s dagegen anders aus. Wo gibt’s das im Internet? Kostenlose eBooks namhafter Bücher sind nicht leicht zu finden. Nicht dass ich danach suchen würde, egal ob Musik oder Bücher, was ich haben will bezahle ich auch. Oder ich leih’s mir eben von jemanden aus und geb’s nicht mehr zurück. Feuchtgebiete konnte ich allerdings nicht schnell genug zurückgeben, so unwohl war mir. Für alle die masochistisch sind, leiht euch das Ding in ner kostenlosen Stadtbücherei aus oder fragt einen Freund der sich das Teil unglücklicherweise besorgt hat. Halt, ich will noch schnell was aufgreifen bevor ich mich wieder ein wenig genauer auf Feuchtgebiete beziehe: Kinder kaufen Mistmusik und schieben sie damit die Chartplätze hoch. Wie ist das mit dem Buch? Kinder kaufen doch keine Bücher und wenn, dann kein Feuchtgebiete weil sie sich gar nicht erst trauen im Laden danach zu fragen. Und über Internet-Versand ist es normalerweise bis zu einem gewissen Alter nicht einfach sowas an den Eltern vorbeizuschleusen. Damit gehe ich davon aus, dass die Käufer welche den zweiten Platz auf der Spiegel-Bestsellerliste zu verantworten haben, zum Großteil voll schuldfähig sind. Stellt euch mit dem Gesicht zur Wand auf und lasst euch von Autoren die den Erfolg wirklich verdient hätten, ins Genick schießen! Mit der Erlaubnis dieser Autoren würde ich gerne mitschießen und helfen die Leichen nach Geld abzusuchen, von dem wir Buchanbieter bezahlen, damit sie aufhören Feuchtgebiete zu verkaufen…

 

Harte Literatur liebe ich über alles, wenn sie intelligent ausformuliert ist, mich beim lesen inspiriert und zum nachdenken anregt. Dein Buch, Charlotte, versagte in jedem Punkt und nicht nur dort. Dein Hauptcharakter ist mir sehr unsympathisch. Er erinnert mich an ein kleines dickes Punker-Mädchen, von Pickeln übersäht, extrem stinkend und hässlich. An eines dieser Mädchen dass mich im Armdrücken schlagen könnte. Sehr unsympathisch. Ist sie demnach eine Anti-Heldin? Nein, sie sieht sich als Revolutionärin, als unser aller Heiland, besonders als der der Frauen. Die Waffe wird gegen Hygiene-Fanatiker gerichtet und oft genug wird dabei auf den gesunden Menschenverstand geschossen. Was das bringen soll? Nix. Das Buch hat sehr gute Ansätze, die werden aber schon im Ansatz zerstört. Charlotte Roche, ich spreche zu dir, lies was ich schreibe! Hättest du mir das Manuskript vorher gegeben, ich hätte es umgeschrieben und beide Parteien befriedigt: Die, denen es nach Perversion dürstet und die, die eine neue Lebenssicht oder Bestätigung in ihrem Denken haben wollen. Wie viel ich hätte beitragen können! Ich hätte sogar darauf verzichtet auf dem Cover zu stehen, ich wäre für dich der Ghostwriter eines Ghostwriters gewesen.

Weißt du die Szene mit dem Gas? Helen’s Rückblick auf den Selbstmordversuch ihrer Mutter. In meiner Familie hatten wir etwas vergleichbares und ich hätte dir viel erzählen können. Dann das mit der Rebellion gegen Hygiene-Fanatix. Meine Oma ist so eine und in meinem Freundeskreis befinden sich vereinzelt ein paar Eltern die ähnlich sind. Das heißt, es wäre mir ein persönliches Anliegen gewesen, falsche Hygienevorstellungen mit einem literarischen Molotow-Cocktail brennen zu lassen. “Falsche Hygienevorstellungen”, wohlgemerkt! Vieles dass du in deinem Buch als unnötig hinstellen willst, ist alles andere als unnötig. Wo willst du uns da neue Denkansätze bescheren? Durch deine krassen Ausschweifungen bewirkst du genau das Gegenteil! Darüber hinaus scheinst du mir falsche Vorstellungen von der Liebe zu haben. Jedenfalls vermittelst du falsche Vorstellungen. Vieles in deinem Erstlingswerk wirkt einfach unecht, so comic-artig und verblödet. Das hätte nicht sein müssen. Wie dem auch sei, Charlotte, ich weiß du magst Analverkehr und stehst auf natürliche Gerüche. Ich werde zu einer deiner Vorlesungen gehen. ein Date mit dir klarmachen und dich nachher im Bett schön kräftig anpupsen. Du zeigst mir danach deinen Trick mit dem Zahn und ich zeig dir meinen Trick mit dem Dick. *hochschmeiß* Bis dahin: lern lesen! Was ich bisher von dir gehört habe war grottenschlecht betont.

 

Herr Willemsen, an Sie möchte ich mich noch kurz richten. Auch wenn sie mein Namensvetter sind, sie können nicht nüchtern gewesen sein als sie ihre Meinung über das Buch veröffentlichen ließen. Ich zitiere:

»Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses.«

Erstens ist das etwas, was man hinter jedem Bukowski-Buch lesen kann. Zweitens, ist es im Gegensatz zu Bukowski, totaler Blödsinn! Haben Sie das Manuskript nur in der Hand gehalten oder auch gelesen? Ich kenne Sie nicht, weiß nicht was Sie tun oder taten. Wikipedia sagt mir gerade dass sie eigentlich etwas von Literatur verstehen müssten. Karten auf den Tisch, was hat ihnen Charlotte für dieses tolle Lobgesang angeboten? BJ? HJ? TJ? Obwohl ich Sie nicht kenne, Herr Willemsen, habe ich schon jetzt jeglichen Respekt vor Ihnen verloren, denn selbst ich sage es meinen Freunden ehrlich ins Gesicht, wenn sie mit irgendwas beschissenem daherkommen.

 

Fuck it. Let’s keep it real, my brothers and sisters. Und das Buch bloß nicht kaufen!

 

Euer Roger, der viel zu lange nichts von sich hat hören lassen, euch aber immer noch ganz doll lieb hat…

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