Bloody Mary
Montag, 6. September 2010 | Autor: Roger B. Nigk
Während in der Arbeit “ums Überleben gekämpft” wird, sitze ich auf der Toilette und wundere mich über die beträchtliche Menge an Blut, die ich gerade geschissen habe. Beim Abwischen staune ich nicht schlecht über den riesigen roten Fleck auf dem Klopapier, schön in Wischrichtung verteilt. Nachdem ich über den Jahreswechsel neun Tage im Krankenhaus wegen einer verschleppten Dickdarmentzündung verbrachte, nun also die nächste Darmdiktatur in meinem totalitär geführten Gesundheitszustand. Das Putzen der Schüssel wird zum wahren Kraftakt, denn viele große Spritzen sind wegen meiner erstaunten Regungslosigkeit inzwischen angetrocknet. Ich spüle zum dritten Mal, wasche mir tranceartig die Hände, verstecke mich in der Lounge und rufe bei meinem Hausarzt an.
Von einer Sprechstundenhilfe habe ich heute drei Heftchen bekommen in die ich jeweils zwei Stuhlproben von drei verschiedenen Sitzungen schmieren soll. Zur Feststellung von okkultem Blut. Okkultismus geht mir am Arsch vorbei, also kann’s gut sein, dass sie was finden werden.
Morgen Mittag habe ich einen Termin beim Arzt, damit er meinen Anus mit vier Fingern weiten und einen tiefen Blick in den Tunnel werfen kann. Bis dahin will ich die Heftchen vollhaben. Ich hätte heute schon einen Termin haben können, doch nö, ich muss arbeiten. Macht ja auch frei, oder so.
Vorhin war Heft Nummer 1 dran. Nur ein kleiner brauner Stöpsel Kacke entschlüpft mir. Ich schiebe meine Eier weg, schau zwischen den Beinen durch und sehe wie ziemlich dick Blut nachtröpfelt. 2, 3, 4 … ich seh zu wie es im Marschschritt aus dem Arsch spritzt. Ein Hitlergruß von Achtern. Anus Hitler, meinen Gastrointestinaltrakt machst du nicht zur Gaskammer! Dir werd’ ich’s tüchtig besorgen, du arschgeficktes Stück braune Scheiße!
Wie war das? An zwei verschiedenen Stellen jeweils mit einem “Spachtel” Kot entnehmen. Gut, einmal im linken Ende rumpopeln. Und einmal im Rechten. Erinnert an Schokoladeneis im Becher, das man mit einem kleinen Löffel aufschaufelt. Hmmmm, lecker. Weh tut mir nichts, komischerweise. Nur im aufsteigenden Colon drückts ein wenig. Bin gespannt was morgen rauskommt. Hinten und bei der Diagnose.
Thema: Weichei-Wehwehchen | Ein Kommentar




