Mit offenen Augen schlafen
Freitag, 3. September 2010 | Autor: Roger B. Nigk
Ja, ich war im Tiefschlaf. Mit offenen Augen. Blogs die ich regelmäßig las gingen offline oder stehen nur geladenen Lesern zur Verfügung, zu denen ich mich nicht zählen darf. Irgendein Typ nannte Michel Friedman ein Arschloch was Leute wirklich zu wundern scheint. Die “Lesenswerte Blogs”-Seite in der oberen Link-Leiste von zerfigkt ist immer noch nicht geschrieben. Und mein Damm juckt wahrscheinlich noch so lange bis ich mich dazu entschließe, mich untenrum mal wieder zu rasieren.
Ich hatte und habe viel zu tun. Selbstentwicklung, -verwirklichung und -geiselung. Drei große Pfeiler in meinem Leben ohne die es nicht mehr zu gehen scheint. Selbstentwicklung: Das Selbst ein wenig aufpolieren, sich Wissen aneignen, zum interessanten Menschen werden, die Welt entdecken, eigene Fehler entdecken und sie ausmerzen oder wenigstens versuchen sich mit ihnen bestmöglich zu arrangieren. Selbstverwirklichung: An der Musik-Karriere arbeiten, Demos fertig bekommen, damit rausgehen, bei zwei Bands musikalisch aushelfen. Selbstgeiselung Teil 1: Sich in der Arbeit von oberen Instanzen schikanieren lassen und wissen, dass man die Fresse halten muss obwohl es einen innerlich zerfleischt nicht einmal mit Fäusten antworten zu dürfen. Selbstgeiselung Teil 2: Dreimal wöchentlich ins Kampfkunst-Training gehen, sich blaue Flecken holen und die Innenseiten der Wangen aufbeißen. Selbstgeiselung Teil 3: Wirklich wieder anfangen wollen hier regelmäßig zu schreiben, trotz massiven Zeitproblems. Selbstgeiselung Teil 4: Frauen lieben aber gleichzeitig auf sie scheißen. Selbstgeiselung Teil 5: Depressionen aufrecht erhalten um kraftvolle Impulse für die Selbstverwirklichung zu haben und sich damit gehörig die Selbstentwicklung versauen. Selbstgeiselung Teil 6: Mit dem Laptop neben seinem schlafenden Vater sitzen obwohl man sich lieber ein paar Internetpornos reinziehen würde. Ach, fuck it.




