He leaves us one masterpiece and tons of regrets
Sonntag, 13. September 2009 | Autor: Roger B. Nigk
Wie immer bin ich spät dran mit irgendwas. Diesmal mit einem Gedenken an Rémy Belvaux, führender Kopf des Films “Man Bites Dog”, zu deutsch “Mann beißt Hund” (Originaltitel: C’est arrivé près de chez vous). Am 4. September 2006 hat er sich im Alter von 39 Jahren das Leben genommen. Warum weiß ich nicht. Wie weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass sein Film aus dem Jahre 1992 erschreckend viel Weitsicht hatte. Ein sehr eisiger Film. Sich breit machender Surrealismus rieselt wie Schneeflocken auf dich herab. Alles um dich herum wird weiß. Und wenn du aufstehst, das Zimmer verlässt und zurück zum Sofa schaust, kannst du sehen wo du gerade vorhin noch gesessen bist um dir einen sehr sozialkritischen Film reinzuziehen, den du dir eigentlich nur besorgt hast, weil er so brutal sei. Natürlich ist er brutal! Aber nur weil die Grenze zwischen Realität und Film eine sehr dünne ist. Tag für Tag sehen wir irgendwelche bescheuerten Reality-Formate, Dokumentationen über Rechtsextreme, Zuhälter, minderjährige Prostituierte und man fragt sich wann das Fernsehen so erfahrbar wird, dass man einfach ins Bild steigen kann um der ganzen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen, wenn es schon das Filmteam nicht tut (sonst riskieren sie ja die geilen Bilder die jeder sehen will). Werfen wir Torten auf die Verantwortlichen, so wie Rémy mit seinen Leuten einst auf Bill Gates.
Rémy, wir trinken einen Dead Baby Boy auf dich kranken aber genialen Wichser.




