“Ihr beschissenen Kackbratzen!” – Roger Nigk zur US-Präsi-wahl 2008
Mittwoch, 5. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk
Wie’s mir hochkommt! Zitat:
Wir haben es gewusst!1.578.838 VZ-Stimmen hatten Recht.
Ihr verfickten studiFotzen, explodiert sofort an eurer blähenden Selbstbeweihräucherung! Ich sollte eigentlich meine dumme Fresse halten und hier nichts über die Präsidentschaftswahl schreiben, aber ich muss!
Überlegen wir mal kurz was wir in den letzten Wochen so von uns gegeben haben, vor allem wenn wir von Fernseh-, Radio- oder BILD-Zeitungsreportern gefragt wurden. “Ja, ja. Der Obama, des is’ scho’ a geiler. Der soll’s werden!” Und warum? “Den seh ich ständig auf YouTube und so. Der is’ echt lustig und voll cool.” Lustig und voll cool. Sicherlich die richtigen Eigenschaften für jemanden, der seinen Schwanz in das bedeutendste Stück Erde steckt, um uns entweder mit den geilsten Orgasmen unseres Lebens zu beglücken oder grausam zu vergewaltigen (alles was dazwischen liegt ist für uns uninteressant und wird normalerweise gar nicht wahrgenommen). Also echt lustig und voll cool ist der Gute. Was macht Obama noch zum geeigneten Präsidenten? “Na, er is’ schwarz! Das gab’s noch nie!” Und? Merkt ihr was? Alles wird mal wieder nur oberflächlich betrachtet. Für was setzen sich Obama-Mama und Pommes-McCain denn politisch ein? Was wollen sie? Was ist ihnen besonders wichtig? Weiß hier natürlich keiner und wenn, nur in sehr groben Zügen. Trotzdem wird öffentlich Stellung bezogen und die persönliche Meinung mit Fußtritten verteidigt, wenn man denn mal Bedenken äußert. Don’t get me wrong, ich kenne mich selbst nicht aus. Ich habe in der Glotze die Obama-Rede in Berlin gesehen und gehört, dass er anscheinend nichts zu sagen hat, das aber möglichst lange und laut. Vielleicht hab ich auch nur nicht richtig hingehört und das wichtige Zeug einfach nicht mitgekriegt. Kann durchaus sein, muss es aber nicht. Macht ja schließlich jeder Politiker so: Pseudobedeutungsvolle Phrasen dreschen und nach dem öffentlichen Onanieren die Hände durchs Haar fahren. Das würde auch ein McCain so tun, wenn er denn die coolen Predigersprüche dafür draufhätte.
Mir ist wirklich scheißegal wer Präsident geworden ist. Mir ist scheißegal was in Amerika passiert. Ich bin ein verfickter Egoist und will erst meinen Vorhof saubergekehrt haben, bevor ich mich frage warum das Oval Office oval ist. Wenn das absolute Chaos bei uns ausbricht, weil drüben einer Mist baut, fresse ich meine Nachbarn um zu überleben, bis ich selbst gefressen werde. That’s da shit. Call me a dumb ignorant fuck, den es total nervt, dass man sein Maul hierzulande so weit aufreißen kann, ohne Ahnung zu haben. Yessirrr, das mach ich selbst zwar oft genug, doch ich mach keinen Hehl daraus.
Seien wir jetzt also mal ehrlich zu uns selbst. Wissen wir wirklich wer der bessere Präsident wäre? Können wir fundiert begründen warum wir so denken? Wie realistisch sind die Wahlversprechungen? Befürworte ich den oder den nur deswegen, weil er einfach unterhaltsamer/sympathischer/jünger/hübscher ist? Von den 1.578.838 Vollidioten können sicherlich nicht mal 1% meine letzte Frage mit “nein” beantworten. Das ist traurig. Und wie traurig die Versuche der Kandidaten waren, um Wählerstimmen zu kassieren, darüber will ich mich gar nicht erst auslassen.
Nochmal: Ich habe keine Ahnung von den politischen Absichten der Kandidaten. Die betreffenden Wikipedia-Seiten auswendig zu lernen, reicht da nicht. Ich möchte uns nur vor Augen führen, wie schnell und unglaublich leichtsinnig wir Menschen uns oft eine Meinung bilden. Das ist für uns weniger gefährlich als für die Amis, denn wir müssen nicht ins Wahllokal. Nur sollten wir uns nicht toller vorkommen als wir sind, bloß weil wir das nachlabern was alle labern, ohne vorher einen klugen Gedanken unserer Meinungsbildung hinzugefügt zu haben. Scheißt auf die Hautfarbe, auf das breite Grinsen, die Kriegsverletzungen und die maßgeschneiderten Anzüge. Die helfen kein bisschen dabei, die Schubkarre durch den Treibsand zu fahren. Yay! Barack Obama is’ es! Toll. Der Kerl der im Park vorm Weißen Haus joggen wird und weiter seine 30-Kilo-Kurzhantel-Curls macht, damit er weiterhin in seinen Anzug passt. Vielleicht ist es das Beste so. Vielleicht auch nicht. Wer weiß. Ist auch total egal. Ich geh jetzt mit Ralph Nader einen Saufen. Er hat gesagt, er nimmt Nutten mit ins Auto. Und spätestens wenn ihr mal wieder was wählen müsst (ist der eigentlich Grund für diesen Blog-Beitrag): BITTE informiert euch gründlich genug! Kein Blinder unterschreibt etwas, dass man ihm nicht vorgelesen hat. Und wenn man am Ende euer Vertrauen missbraucht hat, wehrt euch!
Thema: In sich gekehrt, disrespects | 9 Kommentare




