- für Insider -
Gestern eine für mich extrem hohe Investition getätigt. Im Vergleich zu richtigen Recording-Studios sind 1.500 € vielleicht nur Peanuts, in meinem Fall sind sie ein kleines Risiko, vor allem weil vorher schon einige Euronen aus dem Fenster flatterten (ihr erinnert euch, der PC war Schrott). Etwas weitsichtig gedacht kommt noch ein Live-Mikrophon für 190 Flocken dazu. Hiesige Veranstalter schmeißen dir meistens das muffige SM58 hin und die Leute am Mischpult bearbeiten dann nicht die Frequenzen, bei denen es nötig wäre. Lieber gleich ein Mikro das auch bei schlechtem Mix die eigene Stimme gut präsentiert und durchsetzbar macht.
Meine Pläne sind groß. Ich bin sehr motiviert, habe in den letzten zwei Tagen die Sachen beendet/angefangen, die ich zuvor zwei Jahre vor mir herschob. In den Semesterferien wird gearbeitet, gespart und fleißig Beziehungen geschaffen. Den Studentenstatus werde ich mir voerst noch erhalten. Von acht Klausuren, werden dieses Semester zwei geschoben. Alles mal wieder recht kompliziert, aber wenigstens sehe ich das Studium nicht mehr als letzte Rettung. Ich werde mehr auf mein Innerstes hören, die Wege einschlagen die mir sinnvoll erscheinen und mich voll auf neue Herausforderungen einlassen.
Auslöser für meinen riesigen Tatendrang war ein eMail-Gespräch mit meinem FOS-Liebling (neben Hydeeh Hyde natürlich;) Mic, den ich schon im Stillen bewunderte, als ich ihn noch gar nicht richtig kannte. Er kämpft für seine Träume und Visionen und tut immer das, was er selbst für richtig hält, ungeachtet aller Unkenrufe. Er ist durch Höhen und Tiefen, hat der Verzweiflung und Perspektivlosigkeit lange in die Augen geschaut. Doch kein Fall ist tief genug, als dass er nicht wieder aufstehen könnte, obwohl es oft so unendlich schwer fällt und auf weite Strecken sinnlos erscheint. Solange man sich bei alledem nicht fragen muss “Wozu mach ich das überhaupt?”, ist alles in Ordnung. Falls Mic sich diese Frage aber doch stellen muss, so wird seine Antwort sein “Für mich selbst!”, und das ist das Wunderbare daran. Wer kann das schon ehrlich von sich behaupten? Etwa diejenigen, die Jahr für Jahr in ihrer Komfortzone stagnieren, Dienst nach Vorschrift machen, nicht zu viel, nicht zu wenig, gerade mal genug um ein möglichst stressfreies Leben leben zu können? “Ihr Leben ist relativ sicher und bequem, aber tot.”, heißt es. Ein Mann wächst nur an Herausforderungen. Wie oft ertappt man sich selbst dabei, dass man solchen Herausforderungen feige aus dem Weg geht? Nah an seine Grenzen gehen und sie langsam ausweiten. Sich vor seine Ängste stellen und sie fest umarmen. Das unbehagliche Gefühl einatmen. Und spüren wie die Leere aus dem Körper weicht…
“(…) ich glaube fest daran, dass jeder das machen kann, was er möchte, es kommt nur darauf an, was zu opfern er/sie bereit ist!”
- Mic
“Wenn du die Scheiße hinter dir gelassen hast, kann dir kaum noch irgendeine Scheiße was anhaben!”
- Der Nachbar
“Ein Mann muss bereit sein, sein Lebensziel hundertprozentig zu verfolgen, sein Karma zu erfüllen oder aufzulösen, und dann die jeweilige Lebensform loszulassen. Er muss die Phasen ertragen können, in denen er nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll, und er muss abwarten können, bis eine neue Vision oder eine neue Zielstellung auftaucht. Dieser Wechsel zwischen Zyklen starker, zielgerichteter Aktivität und Phasen, in denen er nicht weiß, was zum Henker gerade los ist, sind für einen Mann, der sich von karmischen Schichten befreit und in die Wahrheit entspannt, etwas vollkommen Normales.”
- David Deida