Beiträge vom » November, 2008 «

One Year

Sonntag, 30. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Für große Reden habe ich grade keine Zeit. Wir wissen beide dass ein Jahr schnell vergehen kann. Was uns zwei anbelangt, weiß ich nicht ob es schnell vergangen ist. Ich weiß aber, dass es oft lustig war, teilweise sehr traurig, manchmal laut, oft leise, jedoch immer schön. Das soll sich niemals zwischen uns ändern, und wenn … dann nur zum besseren…

Ich küss deine Seele, mi vida.

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Schmerzhafte Investition

Montag, 17. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk

- für Insider -

Gestern eine für mich extrem hohe Investition getätigt. Im Vergleich zu richtigen Recording-Studios sind 1.500 € vielleicht nur Peanuts, in meinem Fall sind sie ein kleines Risiko, vor allem weil vorher schon einige Euronen aus dem Fenster flatterten (ihr erinnert euch, der PC war Schrott). Etwas weitsichtig gedacht kommt noch ein Live-Mikrophon für 190 Flocken dazu. Hiesige Veranstalter schmeißen dir meistens das muffige SM58 hin und die Leute am Mischpult bearbeiten dann nicht die Frequenzen, bei denen es nötig wäre. Lieber gleich ein Mikro das auch bei schlechtem Mix die eigene Stimme gut präsentiert und durchsetzbar macht.

Meine Pläne sind groß. Ich bin sehr motiviert, habe in den letzten zwei Tagen die Sachen beendet/angefangen, die ich zuvor zwei Jahre vor mir herschob. In den Semesterferien wird gearbeitet, gespart und fleißig Beziehungen geschaffen. Den Studentenstatus werde ich mir voerst noch erhalten. Von acht Klausuren, werden dieses Semester zwei geschoben. Alles mal wieder recht kompliziert, aber wenigstens sehe ich das Studium nicht mehr als letzte Rettung. Ich werde mehr auf mein Innerstes hören, die Wege einschlagen die mir sinnvoll erscheinen und mich voll auf neue Herausforderungen einlassen.

Auslöser für meinen riesigen Tatendrang war ein eMail-Gespräch mit meinem FOS-Liebling (neben Hydeeh Hyde natürlich;) Mic, den ich schon im Stillen bewunderte, als ich ihn noch gar nicht richtig kannte. Er kämpft für seine Träume und Visionen und tut immer das, was er selbst für richtig hält, ungeachtet aller Unkenrufe. Er ist durch Höhen und Tiefen, hat der Verzweiflung und Perspektivlosigkeit lange in die Augen geschaut. Doch kein Fall ist tief genug, als dass er nicht wieder aufstehen könnte, obwohl es oft so unendlich schwer fällt und auf weite Strecken sinnlos erscheint. Solange man sich bei alledem nicht fragen muss “Wozu mach ich das überhaupt?”, ist alles in Ordnung. Falls Mic sich diese Frage aber doch stellen muss, so wird seine Antwort sein “Für mich selbst!”, und das ist das Wunderbare daran. Wer kann das schon ehrlich von sich behaupten? Etwa diejenigen, die Jahr für Jahr in ihrer Komfortzone stagnieren, Dienst nach Vorschrift machen, nicht zu viel, nicht zu wenig, gerade mal genug um ein möglichst stressfreies Leben leben zu können? “Ihr Leben ist relativ sicher und bequem, aber tot.”, heißt es. Ein Mann wächst nur an Herausforderungen. Wie oft ertappt man sich selbst dabei, dass man solchen Herausforderungen feige aus dem Weg geht? Nah an seine Grenzen gehen und sie langsam ausweiten. Sich vor seine Ängste stellen und sie fest umarmen. Das unbehagliche Gefühl einatmen. Und spüren wie die Leere aus dem Körper weicht…

“(…) ich glaube fest daran, dass jeder das machen kann, was er möchte, es kommt nur darauf an, was zu opfern er/sie bereit ist!”
- Mic

“Wenn du die Scheiße hinter dir gelassen hast, kann dir kaum noch irgendeine Scheiße was anhaben!”
- Der Nachbar

“Ein Mann muss bereit sein, sein Lebensziel hundertprozentig zu verfolgen, sein Karma zu erfüllen oder aufzulösen, und dann die jeweilige Lebensform loszulassen. Er muss die Phasen ertragen können, in denen er nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll, und er muss abwarten können, bis eine neue Vision oder eine neue Zielstellung auftaucht. Dieser Wechsel zwischen Zyklen starker, zielgerichteter Aktivität und Phasen, in denen er nicht weiß, was zum Henker gerade los ist, sind für einen Mann, der sich von karmischen Schichten befreit und in die Wahrheit entspannt, etwas vollkommen Normales.”
- David Deida

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Coming Soon: Schmerzhafte Investition

Samstag, 15. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk

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“Ihr beschissenen Kackbratzen!” – Roger Nigk zur US-Präsi-wahl 2008

Mittwoch, 5. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Wie’s mir hochkommt! Zitat:

Wir haben es gewusst!1.578.838 VZ-Stimmen hatten Recht.

Ihr verfickten studiFotzen, explodiert sofort an eurer blähenden Selbstbeweihräucherung! Ich sollte eigentlich meine dumme Fresse halten und hier nichts über die Präsidentschaftswahl schreiben, aber ich muss!

Überlegen wir mal kurz was wir in den letzten Wochen so von uns gegeben haben, vor allem wenn wir von Fernseh-, Radio- oder BILD-Zeitungsreportern gefragt wurden. “Ja, ja. Der Obama, des is’ scho’ a geiler. Der soll’s werden!” Und warum? “Den seh ich ständig auf YouTube und so. Der is’ echt lustig und voll cool.” Lustig und voll cool. Sicherlich die richtigen Eigenschaften für jemanden, der seinen Schwanz in das bedeutendste Stück Erde steckt, um uns entweder mit den geilsten Orgasmen unseres Lebens zu beglücken oder grausam zu vergewaltigen (alles was dazwischen liegt ist für uns uninteressant und wird normalerweise gar nicht wahrgenommen). Also echt lustig und voll cool ist der Gute. Was macht Obama noch zum geeigneten Präsidenten? “Na, er is’ schwarz! Das gab’s noch nie!” Und? Merkt ihr was? Alles wird mal wieder nur oberflächlich betrachtet. Für was setzen sich Obama-Mama und Pommes-McCain denn politisch ein? Was wollen sie? Was ist ihnen besonders wichtig? Weiß hier natürlich keiner und wenn, nur in sehr groben Zügen. Trotzdem wird öffentlich Stellung bezogen und die persönliche Meinung mit Fußtritten verteidigt, wenn man denn mal Bedenken äußert. Don’t get me wrong, ich kenne mich selbst nicht aus. Ich habe in der Glotze die Obama-Rede in Berlin gesehen und gehört, dass er anscheinend nichts zu sagen hat, das aber möglichst lange und laut. Vielleicht hab ich auch nur nicht richtig hingehört und das wichtige Zeug einfach nicht mitgekriegt. Kann durchaus sein, muss es aber nicht. Macht ja schließlich jeder Politiker so: Pseudobedeutungsvolle Phrasen dreschen und nach dem öffentlichen Onanieren die Hände durchs Haar fahren. Das würde auch ein McCain so tun, wenn er denn die coolen Predigersprüche dafür draufhätte.

Mir ist wirklich scheißegal wer Präsident geworden ist. Mir ist scheißegal was in Amerika passiert. Ich bin ein verfickter Egoist und will erst meinen Vorhof saubergekehrt haben, bevor ich mich frage warum das Oval Office oval ist. Wenn das absolute Chaos bei uns ausbricht, weil drüben einer Mist baut, fresse ich meine Nachbarn um zu überleben, bis ich selbst gefressen werde. That’s da shit. Call me a dumb ignorant fuck, den es total nervt, dass man sein Maul hierzulande so weit aufreißen kann, ohne Ahnung zu haben. Yessirrr, das mach ich selbst zwar oft genug, doch ich mach keinen Hehl daraus.

Seien wir jetzt also mal ehrlich zu uns selbst. Wissen wir wirklich wer der bessere Präsident wäre? Können wir fundiert begründen warum wir so denken? Wie realistisch sind die Wahlversprechungen? Befürworte ich den oder den nur deswegen, weil er einfach unterhaltsamer/sympathischer/jünger/hübscher ist? Von den 1.578.838 Vollidioten können sicherlich nicht mal 1% meine letzte Frage mit “nein” beantworten. Das ist traurig. Und wie traurig die Versuche der Kandidaten waren, um Wählerstimmen zu kassieren, darüber will ich mich gar nicht erst auslassen.

Nochmal: Ich habe keine Ahnung von den politischen Absichten der Kandidaten. Die betreffenden Wikipedia-Seiten auswendig zu lernen, reicht da nicht. Ich möchte uns nur vor Augen führen, wie schnell und unglaublich leichtsinnig wir Menschen uns oft eine Meinung bilden. Das ist für uns weniger gefährlich als für die Amis, denn wir müssen nicht ins Wahllokal. Nur sollten wir uns nicht toller vorkommen als wir sind, bloß weil wir das nachlabern was alle labern, ohne vorher einen klugen Gedanken unserer Meinungsbildung hinzugefügt zu haben. Scheißt auf die Hautfarbe, auf das breite Grinsen, die Kriegsverletzungen und die maßgeschneiderten Anzüge. Die helfen kein bisschen dabei, die Schubkarre durch den Treibsand zu fahren. Yay! Barack Obama is’ es! Toll. Der Kerl der im Park vorm Weißen Haus joggen wird und weiter seine 30-Kilo-Kurzhantel-Curls macht, damit er weiterhin in seinen Anzug passt. Vielleicht ist es das Beste so. Vielleicht auch nicht. Wer weiß. Ist auch total egal. Ich geh jetzt mit Ralph Nader einen Saufen. Er hat gesagt, er nimmt Nutten mit ins Auto. Und spätestens wenn ihr mal wieder was wählen müsst (ist der eigentlich Grund für diesen Blog-Beitrag): BITTE informiert euch gründlich genug! Kein Blinder unterschreibt etwas, dass man ihm nicht vorgelesen hat. Und wenn man am Ende euer Vertrauen missbraucht hat, wehrt euch!

Thema: In sich gekehrt, disrespects | 9 Kommentare

Dienstag, 4. November 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Man kann im Wohnzimmer liegend vom Wecker aufgeweckt werden und sich dazu entschließen, ein bisschen weiterzuschlafen. Im Traum wacht man einige Zeit später auf, bestaunt die Uhr, die nur 60 Sekunden älter geworden ist und schmeißt sich wieder zurück ins Kissen. Dann wacht man wirklich auf und erschrickt, weil man nur noch wenige Minuten für Frühstück, Waschen und Anziehen hat. Die Freundin wird angerufen. Ob sie nicht mit mir auf den übernächsten Bus warten möchten. Ihr Handy ist ausgeschalten. Der Busfahrer wird nicht warten. Sie auch nicht.

Man kann schnellen Schrittes zum Bus laufen und den Fahrgast einsteigen sehen, der sich einen Tag zuvor noch lautstark mit dem Busfahrer zu einer Schlägerei verabredet hatte, jetzt aber fast normal eine Fahrkarte verlangt. Im Bus kann man mit seinem Sitznachbar über auf den Kopf gestellte 8er-Schilder sprechen und an die Zahl 69 denken. Beim Hauptbahnhof sieht man neben dem leerstehenden Sexshop einen Laden namens “Sparschwein” und verspürt den Wunsch das “Sp” abzukratzen. Die Arbeit mit dem “wein” soll sich jemand anders machen. Auf dem Fußweg Richtung Uni zählt man dann die Zigarettenkippen auf der Straße und vergisst bei dem Gesprächsthema über schlafende Wohnheimstudenten zu zählen.

Man kann nach Hause kommen und sich über das Studium ärgern, versuchen zu lernen und sich aber nach dem Öffnen des Lehrbuches zum Schlafen wieder hinlegen. Einige Stunden später wacht man auf und fährt mit seiner Großmutter Socken kaufen. Als es draußen schon dunkel ist ruft der beste Freund an. Man verabredet sich, geht spazieren und bleibt bei einem Spielplatz hängen. Und kurz denkt man an eine sehr nahestehende Person mit einem Blutdruck von 225 zu 118 die gerade zuhause auf der Wohnzimmercouch vor laufendem Fernseher eingeschlafen ist.

Man kann als fast 23-Jähriger sich auf eine Schaukel setzen und beim ersten Schwungholen erstaunt über dieses komische Bauchgefühl sein.

Mit geschlossenen Augen.

Thema: In sich gekehrt, Musik | Beitrag kommentieren