Bus-Brawl
Dienstag, 1. Juli 2008 | Autor: Roger B. Nigk
Habe heute eine Schlägerei mit einem Busfahrer angefangen. Ich muss ihn gewaltig überrascht haben, denn er hatte nicht im geringsten damit gerechnet. Erst als mein spitzer Ellbogen ihm seine Sonnenbrille wuchtig ins Gehirn schlug reagierte er, mehr oder weniger bewusst.
Ein trauriger Kampf. Ich hatte mir mehr erhofft. Mehr Prügel, mehr Hämatome, mehr Frakturen, mehr Platzwunden, stattdessen nur zahlreiche Tränen und kleinere Abschürfungen. Meine offene Claviculafraktur macht sich dennoch nicht schlecht neben seiner Bauchschnittartigen Wunde durch einen Tritt in seine Rippen. Wie das befreit, sich zu kloppen.
Ich lief dem wegfahrenden Bus hinterher und verfolgte ihn bis zu einer roten Ampel. Er war zu früh losgefahren, eindeutig zu früh. Der Busfahrer unterhielt sich mit drei Mädchen, die neben ihm standen. Ich klopfte an die geschlossene Tür und lächelte ihn freundlich an. Er sah zurück aber machte keinen Mucks. Die Mädels waren Empfänger seiner vollen Aufmerksamkeit. Ich klopfte nochmal, lächelte immer noch freundlich. Er rollte mit den Augen (im Nachhinein denke ich, dass er von den Mädels so genervt war). Eine ältere Frau, die neben mir auf einen anderen Bus wartete, sagte, ich solle mich etwas lauter bemerkbar machen. Ich antwortete dass er mich durchaus schon bemerkt hat.
Kurz bevor grün wurde ging dann die Tür auf. Zuerst verließen zu meiner Überraschung die drei Mädchen den Bus. Eine brabbelte vor sich hin “Gut dass wir nochmal gefragt haben, sonst wären wir voll in der Pampa rumgefahren.” Aha, haben wohl den falschen Bus genommen. Ich gehe in den für mich richtigen Bus, grüße den Fahrer freundlich und frage witzelnd ob ich zu spät käme. Kein Mucks seinerseits. Ich bedanke mich kurz für das Türöffnen und fasse mir einen Platz ins Auge, da drückt dieser Penner auf’s Gas und ich falle nach vorne. Nicht falsch verstehen, ich kenne den Kerl. Zu jedem ist er freundlich. Jeden grüßt er. Mich nicht, obwohl ich mich stets höflich gegenüber ihm verhalte. Also erhob ich mich von meiner unwürdigen Position im Bus und nutzte die Physik einer Rechtskurve aus um ihn einen saftigen Ellenbogencheck zu verpassen. Wild schreiende Schulkinder bespuckte ich mit meinem Blut. Die Polizei im Anschluss auch. Entspannender Tag heute. Ob er im Nahkampf meinen Ständer gespürt hat?





Samstag, 5. Juli 2008
Auf die Fresse! AUf die Fresse! Schulkinder, pfui, pfui, pfui DEIBEL!