Beiträge vom » Mai, 2008 «

Feuchtgebiete – Lesung

Montag, 26. Mai 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Heute liest die Roche beim Tegernheimer Zeltfestival aus ihrem Buch vor. Explizit erwähnt: Eintritt erst ab 18, haha. Beginn: 20 Uhr.

Wer so krank ist die 19 € dafür auszugeben, wird doch doch sicherlich auch so krank sein in meinem Namen nach einem Autogramm zu fragen. “Für Roger Nigk…”

Bist du weiblich, würde ich das mit Cunnilingus quittieren. Bist du männlich, kämm ich dir die Haare. Deal?

Autogrammkarte einscannen und mir schicken.

Thema: Allgemein | Ein Kommentar

Sleepy Head

Dienstag, 20. Mai 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Kopfweh weckt mich. 7 Uhr und 17 Minuten. SHIT, VERSCHLAFEN! Seit 17 Minuten sitzt meine Freundin im Bus, vermutlich neben einem leeren Sitzplatz, den eigentlich mein dürrer Hintern ausfüllen müsste. Warum ging der beschissene Wecker nicht? Hm, das Plastikding scheint bis auf sein bescheuertes Aussehen ganz in Ordnung zu sein. Aber ich hab ihn doch vor dem zu Bett gehen noch gestellt. Hab ich mir das nur eingebildet? Ich könnte mein rechtes Ei drauf verwetten, dass ich gestern einen TIMER-Knopf gedrückt hätte…
In knapp zehn Stunden werde ich erfahren, dass der Videorekorder meiner Tante eine Arielle-Kassette mit dem stinklangweiligen SAT-1-Frühstücksfernsehen überspielt hat. Minuten später werde ich meiner weinenden Cousine (6 oder 7 Jahre alt) erklären müssen, dass ich ihren Videorekorder mit meinem Wecker verwechselte, obwohl der in einem Wohnzimmer zwei Straßen weiter steht. Und dabei war ich doch gestern gar nicht bei meiner Tante. Zumindest weiß ich davon nichts.

Aus meinem Bett schreibe ich kurz nach dem Wachwerden zwei SMS. Eine an meine Freudin:

“Lieg noch im Bett. Das nennt man dann wohl extrem verschlafen, tut mir Leid. Viel Erfolg bei der Klausur…”

Die zweite an einen Kommilitonen:

“So wie’s aussieht brauchst mir keinen Platz freihalten. Werd mich übelst verspäten. Hatte ne unruhige Nacht. Davon geträumt dass mir n Messer den Halsschlagaderpuls massiern will. Um 3 nachts mit nem verbotenem Balisong in da Hand aufgewacht. Weiß nicht wem’s gehört oda wo zum Teufel ich das herhab”

Letztere SMS hat mich übrigens so viel wie zwei SMS gekostet. Hat mich sehr geärgert, aber was sollte ich tun? Irgendjemanden musste ich mich anvertrauen.

Mit knackenden Knochen aufgestanden und Frühstück gemacht, aber nichts gegessen. Danach ins Bad. Vor dem Spiegel eingeschlafen. Auf dem Boden mit Blick zum Klo unter verstärkten Kopfschmerzen aufgewacht. Leicht zitternd zum Nachtkästchen gegangen und Balisong rausgeholt.

Im Bus zum Hauptbahnhof weggenickt, bis eine kleine Tussi sich telefonierend in die letzte Reihe neben mich setzt. “Ja, okeh … hmhm … ja, okeh … ja? okeh … hmhm … okeh … ja, okeh …” Kopfweh, “… ja, okeh … hmhm … ja … ja, okeh … “ Ich starre sie böse an, “… ja, okeh … ja, okeh … hmhm … ja, okeh …” Ich denke dass sie auflegen oder sterben soll, “… ja okeh … ich freu mich.” Sie legt auf und fängt an eine SMS zu tippen. Ihr Tastendrücken ist zu nervig als dass ich weiterschlafen könnte. Ich kann die Tasten förmlich hören: 52 0 6534 0 52 0 6534 0 52 0 6534 …

Am Hauptbahnhof mit wunden Augen angekommen merke ich, dass ich die ganze Fahrt über wohl das offene Balisong in der Hand gehalten haben muss und werfe es in den Mülleimer der nächsten Haltestelle an der ich vorbeikomme. Nach einigen anstrengenden Schritten warte ich auf den einen Bus, der mich schnellstmöglich zur Fachhochschule bringen kann. Zu müde um einer laut zwinkernden Studenten-Nutte im Minirock böse hinterherzuschauen.

Der Busfahrer regt sich über die Studenten auf, die zu blöd sind um sich von der automatisch schließenden Bustür wegzubewegen, damit diese sich automatisch schließen kann. Ich frage den Busfahrer mit rauer Stimme warum er nicht einfach mit offener Tür losfährt. Er überhört mich und regt sich weiter auf. Die Tür geht zu! Bevor sie sich allerdings richtig schließen kann, löst irgendein Studentenarschloch von innen wieder den Bewegungsmelder aus und die Tür steht wieder lange Zeit offen. So geht das an jeder Haltestelle, weswegen die Busfahrt sich zeitlich quälend in die Länge zieht. Ich halte mich an einer gelben Stange fest. Eine Studentin tritt mir auf den Fuß. Dafür lange ich ihr ins Ohr, als ich bei der Arbeitsamt-Haltestelle den Stopp-Knopf für eine dicke Frau drücken muss, die übersehen hat, dass gleich neben ihrer Hand derselbe Knopf angebracht ist. Wenigstens lächelt sie freundlich zum Dank.

Die Türen schließen wieder nicht. Der Bus ist einfach zu verfickt voll. Ich höre wie der Busfahrer flucht. Neben mir unterhalten sich zwei Hippies über Nutzhanf. Im hinteren Abteil des Busses bellt ein Hund. In meinem Dämmerzustand quellen Schwämme in meinem Gehörgang auf und drehen wie an einem Mischpult das Treble aus dem Mix. Bald höre ich gar nichts mehr. Kurz bevor ich im Stehen einschlafe klingelt mein Handy. Ich drücke meinen Handrücken gegen die Poritze einer Dreadlock-Tussi um ans Handy in meiner linken Tasche zu kommen.

“Hab deine SMS bekommen. Bist du schon unterwegs?”

Bin zu müde um etwas zu sagen. Mein halbvoller Rucksack zieht mich nach unten. Sogar das Handy ist mir fast schon zu schwer.

“Hey, schläfst du noch? Wo bist du?”

Benommen von starker Müdigkeit halte ich dem Busfahrer mein Handy vors schimpfende Maul und lasse ihn für mich antworten.

“Bist du noch dran? Wer war das? Jetzt hör mal, wo treffen wir uns? Wir haben ‘ne Menge zu tun heute. Hättest in der Vorlesung sein sollen, das war heut verdammt wichtig. Ich versuch’s dir später zu erklären. Bin in der Mensa.”

Beim Aussteigen bleibe ich zwischen Bus und Bordstein stecken und falle hin. Die Dreadlock-Tussi hilft mir wortlos auf. Sie stinkt nach Gras. Nach zehn Schritten falle ich wieder hin. Rasta-Resi, die mich schon lange überholt hat, bemerkt das und möchte nochmal auf mich zugehen. Ich winke sie weg. Schon bevor ich das FH-Gebäude betrete, sehe ich durch ein Fenster meinen Studentenfreund.

Das nächste an was ich mich erinnern kann ist, dass wir beide auf den Aufzug zugehen. Er drückt auf 5. Während der Fahrt schlafe ich ein, er merkt es aber nicht, weil ich mich recht stabil an die Wand gelehnt habe. Als die Tür aufgeht erschrecke ich. Im Computerraum schlafe ich wieder ein.

Ich wache erst wieder in einem Hörsaal auf, weil jemand seine Schreibablage am Sitzplatz scheppernd rauszieht. Rechts neben mir sitzt jemand, ich will aber nicht wissen wer. Links sitzt mein Kumpel. Meine Augen fallen zu. “Nicht schlafen!”, sagt der Rechte und stuppst mich mit dem Ellbogen an. Dabei muss er ein freundliches Gesicht gemacht haben, trotzdem wollte ich es ihm eintreten, dafür dass er mich geweckt hat. Ich mag Menschen … nur nicht wenn ich müde bin. Ich beachte den Typen nicht ein einziges Mal. Nach ein paar Minuten steht er auf und setzt sich woanders hin.

Der Mathe-Dozent betritt den Hörsaal. Mein Genick verliert jegliche Spannung. Ein tausendstel einer Sekunde bevor ich mir den Kopf an meiner noch zugeklappten Schreibablage einbeule, wache ich auf. Ich hasse das wenn ich so die Kontrolle über meinem Körper verliere. Manchmal rede ich laut im Schlaf. Was wenn mir das in einer gut besuchten Vorlesung passiert? Was wenn ich von meinem Platz falle? Oder noch schlimmer! Was wenn ich im Schlaf erbreche und daran ersticke?

Wieder schlaf ich ein. Diesmal werde ich von links wachgeschubst. “Nicht schlafen! Pass lieber auf, das ist verdammt wichtig.” Schlafentzugsstudien behaupten, dass man schon nach 24 Stunden Schlaflosigkeit leicht reizbar sei. Bei mir sind es noch nicht mal fünf und dennoch werde ich wütend. Mein Puls rast. Jeder Schlag spürbar in meinem schmerzenden Schädel. “Nicht schlafen”, das ist das erste was man zu einem müden Depressiven sagt. Oder es ist das erste was man als solcher zu hören bekommt, bevor man überhaupt weiß wer zum Fick da ungefragt mit einem spricht. Einer fragt ob wir Lust hätten nach der Vorlesung in seinem Cabrio zum Hauptbahnhof gefahren zu werden. Ich mag den Kerl, lehne aber vielleicht auch deswegen nichtdankend ab.

Die Vorlesung endet zehn Minuten vor dem offiziellen Schluss. Ich nutze die Zeit und geh aufs Klo. Vor dem Pissoir schlafe ich wieder ein und stoße mir mit offener Hose den Kopf an der Kachelwand vor mir. Mein Nachbarspisser sagt “Nicht einschlafen, Kumpel.” Ich würde ihm gerne in die Fresse pissen, wäre ich nur nicht zu müde zum zielen. Die Putzfrau wird mich verfluchen. Meine frisch gewaschene Jeans auch, wenn sie’s könnte.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle draußen vor der FH, falle ich wieder hin. Dreadlock-Tussi ist nicht da um mir aufzuhelfen. Zu gern hätte ich ihr gesagt dass sie sich um ihren eigenen Scheiß kümmern und ihre Bong ficken gehen soll. Hilfsbereite Menschen gehen mir einfach auf den Sack, wenn’s mir schlecht geht. Natürlich wollen sie einem nur helfen wenn sie dir sagen dass du nicht einschlafen sollst oder wenn sie dich unaufgefordert vom Boden aufheben… Sorry, aber was verfickte Scheiße läuft bloß falsch bei denen? Würden sie einem verblutenden auch die lebensnotwendige Bluttransfusion verwehren? Lasst schlafen was schläft!

Im Bus wieder eingenickt. Zu spät ausgestiegen. Hingefallen. Von niemanden gestört kurz liegen bleiben können. Zuhause plötzlich zwei Messer gefunden die keinem gehören. Zwei Faustmesser. Hatte plötzlich Lust meinen Kopf auf den Fäusten abzustützen und mir endlich den Schlaf zu holen den ich so bitter benötige. Schlafen und als neuer Mensch aufwachen.

Thema: crackbrained | 5 Kommentare

Burnout

Freitag, 16. Mai 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Durchdrehen. Irgendein halbstarkes Arschloch hält an der roten Ampel. Ich stehe neben seiner Karre auf dem Bürgersteig, bücke mich und schau ihn durchs offene Seitenfenster an. Blechernes Bassgewummer aus den Lautsprecherboxen drückt mir ins Gesicht. Er sieht mich nicht. Die Ampel wird grün. Das Gaspedal wird in den Boden getreten wie eine senkrecht stehende Coladose. Quietschende Reifen, durchdrehend. Das Auto bricht ein bisschen in meine Richtung aus, bewegt sich aber kaum nach vorne. Zeitverzögertes losfahren. Ein stinkender Burnout. Tick, tick, tick …

Ich dreh durch, in etwa so wie diese Reifen. Durchdrehen heißt, losgehen und doch stehen. Ich gehe bei rotem Ampelmännchen über die Straße, denke laut: “Ich bin Teil der Generation XS und am austicken!”
Wir sind alle extra kleine Lichter eines Lebens im unendlichen Kreisverkehr mit diversen Abzweigungen, die uns alle in eine Sackgasse führen. Ständig kommen wir an einem Baum vorbei den wir schon einmal gesehen haben. Schön ist das. Ein bisschen grün inmitten einer asphaltierten Welt. Sollte uns das nicht ein großes Lächeln ins Gesicht zaubern? Nicht wenn uns dieser Baum selbst durch seine Veränderungen während der vier Jahreszeiten keine erfrischende Abwechslung beschert. Stattdessen werden wir immer und immer wieder mit unserer Unfähigkeit konfrontiert, unser eigenes Leben sinnvoll zu gestalten. Wir lassen gestalten. Das einzige was wir gestalterisch noch selbst in die Hand nehmen, ist unser Geschlechtsteil. Also ziehen wir unsere Hosen nach unten, damit jeder unsere Ärsche sehen kann, und onanieren an diesen Baum, für ein extra kleines Lächeln der anschließenden Erleichterung. Jetzt schreibt Roger schon wieder vom wichsen. Hat der nichts anderes im Kopf? Nein, und das ist das schlimme! Es gibt noch mehr solche Bäume die uns irgendwie das extra kleine Leben erleichtern oder verschönern sollten, welche aber in unserem spritzig blubbernden Sumpf des extra großen Suchtpotentials ersaufen und für die nächste Generation ein weiteres Relikt unserer Schwäche sein werden. Man muss ja nicht an jeden Baum wichsen. Einige starren wir auch einfach nur nichtstuend an, während sich unsere restliche Lebenszeit mit jeder Sekunde unaufhörlich weiter verringert. Tick, tick, tick …

Diese Bäume die unser Leben zerstören sind sogenannte Pionierpflanzen. Sie dringen in noch nicht besiedeltes Gebiet vor, wie ein Tumor. Da steht eine Birke in der unsere Väter Zerstreuung suchten und sie leider auch fanden. Mit der Fernbedienung in der Hand wechseln sie durch die Programme und würden uns damit am liebsten stumm schalten, wenn wir Kinder mit ihnen reden wollen. Dahinter steht eine Pappel, mit der ich selbst gerade zu tun habe. Das gleiche Prinzip, nur ist es keine Fernbedienung. Mit der Computer-Maus klicken wir uns durch die Seiten und werden später nach einem kostenlosen Download goggeln, mit dem wir unsere eigenen Kinder von unserem erzieherischen Desktop löschen können, ohne sie mit einem USB-Kabel erdrosseln zu müssen. Klick, klick, klick …

Es gibt noch mehr Bäume. Die Birke eine Straße weiter ist unser versinnbildlichtes Geschlechtsteil von dem wir nicht lassen können und das uns, wie jeder Baum, von unserem eigentlichen Weg ablenkt und schnell zu quälen beginnt sobald wir merken, dass wir durch diese Zerstreuung die vielen Teile unseres zerstreuten Ichs nicht mehr zusammensetzen können. Wie viel Zeit man mit Wichsen, Ficken und schmutzigen Gedanken vergeuden kann. Darunter leiden wir alle, mehr oder weniger bewusst. Bist du vor deinem extra großen PC-Monitor zufrieden mit deinem extra kleinen Leben? Was möchtest du gerne getan haben bevor du stirbst? Warum tust du das nicht jetzt oder fängst zumindest damit an? Oder ist Internet-Pornos schauen und versaute Blogs lesen das wofür du lebst?

Wir wissen nicht wohin. 99% von uns sind männlich, der Rest ist nur noch verwirrter als wir Phallusträger. Was wir nicht ganz so Verwirrten brauchen um richtige Männer zu sein, ist ein höheres Lebensziel. Das haben wir nicht, weil wir an runterhängenden Ästen hängenbleiben und unsere Willensstärke von unseren Müttern (bzw. femininen Erziehern) extra klein gehalten wurde. Dafür können sie nichts. Es fehlte uns einfach der maskuline Einfluss in der Erziehung. Eine Frau kann niemals einen Mann ersetzen. Und ein Mann kann sich selbst nicht finden, solange er sich in einer Frau sucht. Viele wissen das nicht, werden das niemals herausfinden und werden damit auch niemals glücklich. Wie dem auch sei, ein großes Danke an unsere Eltern, weil sie uns so viel über das wahre Leben verschwiegen haben und uns als Erwachsene in einer Erwachsenenwelt aussetzten, obwohl wir noch gar keine Erwachsenen sind. Wie ein Fötus in der 12. Woche sind wir … extra klein. Generation XS.

Die schlimmste Zeit im Leben eines Mannes kündigt sich an, wenn er nicht weiß wohin mit sich selbst, wenn er weiß dass der von ihm beschrittene Weg ihn nicht glücklich machen wird und wenn er sein für sich höchstes Ziel nicht anstreben kann oder noch schlimmer, kein höchstes Ziel hat. In unseren Möglichkeiten extra klein gehalten, drückt uns das Leben mit seinen vermeintlichen Pflichten die Luft ab. Unser inneres Feuer läuft auf extra kleiner Sparflamme. Wir sind nicht Manns genug der Welt etwas entgegenhalten zu können, wenn sie uns auf die Probe stellt. Sie zwingt uns mit Leichtigkeit in die Knie, anstatt dass wir ihr Stand halten und sie in all ihren Höhen und Tiefen mit unserer Liebe überschwemmen. Wir alle haben eine einzigartige Gabe, die Gabe unsere Liebe in die Welt hinaus zu tragen. Ohne selbst einen wirklichen Sinn im Leben zu haben – nämlich durch das höhere Lebensziel – können wir allerdings nichts geben außer unsere Depression und Niedergeschlagenheit. Und die bekommen dann meist die Menschen bitter zu spüren, deren Herzen wir eigentlich gefühlvoll mit unseren Lippen berühren sollten, damit unsere Liebesbekundungen im Takt der Schläge für sie spürbar werden.

Es geht darum das Leben so sinnvoll wie möglich zu gestalten, sei es auch nur mit Sinnlosigkeit – solang wir damit unsere Angst vor dem Tod verlieren ist alles okay. Der Tod ist in Ordnung, er ist bis an unser Lebensende ein Teil unseres Lebens und wir sollten ihn zärtlich umarmen. Jeder sollte ihn als das erkennen was er faktisch darstellt: Das Ende unseres bewusst aktiven Wirkens auf diesem kranken und zugleich wunderschönen Planeten. Was danach passiert weiß niemand von uns, selbst wenn er es noch so laut behauptet. Deswegen ist es von unendlicher Wichtigkeit sein Leben lieben zu können, in Trauer, Freude, Angst, Hass und Harmonie. Dazu ist keiner von uns in der Lage, wenn wir unser Leben zu lange mit diesem viel zu bequemen Nichts verbringen. Natürlich ist es bequem, glücklich wird aber keiner damit. Ich selbst zum Beispiel, verbrauche ja schon meine kostbare Lebenszeit unnütz, in dem ich mir diesen Blog-Beitrag ausdenke, ihn schreibe, nochmal durchlese und danach versuche, für den Lebenslaien verständlich zu machen. Verdammt, wozu sollte ich das? Man wird mich selbst nach dreißig mal Durchlesen und Verständlicher Machen nicht verstehen! Gerade dresche ich wie wild auf die Cursortasten um zu einem Tippfehler zu gelangen, damit ich ihn verbessern kann. Und wieder vergeht kostbare Lebenszeit. Drisch, klick, tick …

Und du liest gerade wirklich diesen Blog-Mist während du hörst wie deine innere Uhr tickt. Vielleicht begründest du dein online gehen damit, dass du gerade von der Schule oder Arbeit kommst und dich ein bisschen entspannen möchtest. HAHA! Weil wir diese Art von Entspannung brauchen – ich lache! Nicht das Burnout-Syndrom ist es, worunter wir leiden. Wir brauchen keine Entspannung, wir brauchen Entfaltung! Ich weiß nicht wie’s dir geht, aber ich möchte den Tod nicht mehr fürchten müssen, nur weil ich denke, mein Leben noch nicht gelebt zu haben. Warum nehmen wir unsere höchste Lebensaufgabe nicht in Angriff? Wovor haben wir Angst? Tun wir was wir tun wollen, ungeachtet der Konsequenzen! Wir könnten dadurch vor dem finanziellen Ruin stehen, obdachlos werden und alles verlieren. Na und? Mehr als todunglücklich können wir nicht sein und das sind wir bereits! Keiner von uns hat etwas zu verlieren. Reißt euch los von dem billigen Mist den ihr angeblich so liebgewonnen habt und ohne den ihr eurer Meinung nach nicht mehr leben könnt. Ich weiß ja nicht einmal ob meine Meinung richtig ist, aber ich kann euch sagen dass eure falsch ist, denn eure innere Uhr tickt, tickt, tickt … und ihr macht nix, nix, nix …

Überspringt den eingeschobenen Absatz in Klammern wenn er euch zu lang ist und lest darunter weiter.

(Du da hinten, wolltest du nicht mal Feuerwehrmann werden? Jetzt bist du Beamter im Rathaus deines beschissenen Kaffs und zählst deine Papierschnittwunden. Melde dich bei der Freiwilligen Feuerwehr drei Straßen weiter an und habe deinen ersten Einsatz beim Löschen deines Arbeitsplatzes! ||| Du Typ daneben, wolltest du nicht mal ins Ausland um dort ein neues Leben anzufangen? Dann hör auf Weed zu rauchen, melde das teuere Pay-TV-Abo ab, trink deinen letzten Schnaps und fang an Geld zu sparen! Bist du dafür zu schwach, wirst du auch zu schwach sein dir außerhalb deiner Komfortzone etwas neues aufzubauen. Trau dich und wenn es eine Crash-and-Burn-Erfahrung wird, geh wieder zurück und finde dir eine neue Leidenschaft die dein Herz erfüllt. ||| Du, der mit den grauen Schläfen! Schon seit Jahren willst du dein Geld auf eine kreativere Art und Weise verdienen. Dein jetziger Job frisst dich auf, du kannst nicht mehr Lächeln und leidest unter dem Gefühl faltig gewordener Haut. Du bist zu alt um etwas neues anzufangen. Bist du das? Dein Konto ist gut gefüllt, du hast dir selbst ein kleines Polster geschaffen um aus deiner Komfortzone auszubrechen. Such dir den Job den du machen willst und dann leb ihn mit jeder Zelle deines Körpers! Du wirst jeden Morgen in den Spiegel grinsen und in deiner Haut wirst du dich wieder jung fühlen. Entpuppt sich deine Leidenschaft als falsch gewählt, orientier dich neu. ||| Hey du! Wolltest du nicht mal Musiker werden? Du hast in deinem Leben schon viele Songs geschrieben, verfügst über das Equipment das alles in akzeptabler Qualität aufzunehmen, aber bist du schon mal mit einem einzigen Ton in die Öffentlichkeit gegangen? Weiß ein Mensch der in der Hinsicht was zu sagen hat, dass du Musik machst? Nein, du wechselst lieber perspektivlos den Studiengang ein paar Mal und verpackst deine Frustration weiter in Lieder, die nie jemand hören wird. Du bist der Schreiber dieses verfickten Blogs und solltest wissen was zu tun ist!)

Wir alle sind extra kleine Knospen und viele von uns werden verdorren ohne vorher jemals aufgegangen zu sein, um anderen mit ihrer Blütenpracht ein extra großes Lächeln ins Gesicht zu zaubern … denn wir geben uns alle ja schon mit einem extra kleinen, nach unten verlaufenden Wichsfleck auf einer Baumrinde zufrieden. Hört auf Bäume mit eurem Samen zu begießen, wir müssen selbst gegossen werden! Manch einem reicht ein kurzes Fingertauchen ins Weihwasserbecken. Ein anderer muss nur mal kräftig den Kopf gewaschen bekommen. Mich muss man fast ertränken, mit einer Stacheldrahtschlaufe am Hals ins Trockene ziehen und mit Stampftritten in den Brustkorb wiederbeleben. Liebe als Gabe ist unser Dünger, also drauf geschissen. Ich will keine Angst mehr vor dem Tod haben, nur weil ich denke meine Lebenszeit zu verschwenden.

Gesagt, getan?

 

Break the cycle, find your rhythm
Share the gift that you’ve been given

Thema: In sich gekehrt | Beitrag kommentieren

Coming soon: Meine Erfahrungen im Umgang mit Frauen

Donnerstag, 8. Mai 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Ich würde mich freuen wenn ich stetig genügend Inspiration und göttliche Erleuchtung erhalten kann, um daraus eine regelmäßige Serie zu machen, mit der bescheidenen Absicht, anderen Männern ein wenig unter die Arme zu greifen und von meinen Beobachtungen und Fehlern lernen lassen zu können.

Ihr kennt meinen noch jungen ZERFIGKT-Blog, ihr kennt meinen Humor, ihr kennt einen kleinen Teil meines Wesens. Wie will so einer euch was über Frauen erzählen? Zudem noch einer der mit seinen 22 Jahren wohl noch nicht viel erlebt haben dürfte. Die Kommentarfunktion wird, im Gegensatz zu diesem Beitrag, eingeschaltet sein; über offenen Austausch und kritische Meinungen würde ich mich freuen. Versuche möglichst bald eine kleine Einführung zu schreiben. Bis dahin…

Peace!

Thema: Ode an die Frau | Beitrag kommentieren

Zum Vatertag: Lupe Fiasco – He Say She Say

Freitag, 2. Mai 2008 | Autor: Roger B. Nigk

War gestern nicht online, dafür heute nachträglich.

Ich bin ein großer Lupe Fiasco Fan, er ist ein hervorragender Rapper fernab dem tumben Gangsta-Getue. Dieser Song aus seinem ersten Album “Food & Liquor” ging mir tief ins Herz als ich ihn das erste Mal hörte, da es eine Zeit gab, in der ich bis auf das mit den “bottles”, den gleichen Text hätte schreiben können. Sicherlich macht er es sich verdammt einfach, indem er im Grunde genommen die erste Strophe in der zweiten eigentlich nur wiederholt, dennoch hat dieses Lied für mich durchaus seine Existenzberechtigung.

Lehnt euch zurück, entspannt euch und seid bereit ein bisschen über eure Vaterbeziehung nachzudenken. Und wenn wir merken dass er nicht bei uns ist, machen wir den ersten Schritt zu ihm, egal ob an sein Grab, an seine Haustür oder ins Wohnzimmer, wo er gerade fernsieht und uns für einen schlechten Film im Abseits stehen lässt.

Second Verse:

So he said to him: “I want you to be a father
I’m your little boy and you don’t even bother
Like “brother” without the R and I’m starting to harbor
Cool and food for thought but for you I’m a starver
Starting to use red markers on my work
My teacher say they know I’m much smarter, but I’m hurt
I used to hand my homework in first like I was the classroom starter
Burst to tears, let them know he see us
Now I’m fighting in class
Got a note last week that say I might not pass
Kids ask me if my daddy is sick of us
Cause you ain’t never pick me up
You see what my problem is,
That I don’t know where my poppa is
No positive male role model
To play football or build railroad models
It’s making a hole you’ve been digging it
Cause you ain’t been kicking it
Since I was old enough to hold bottles
Wasn’t supposed to get introduced to that
I don’t deserve to get used to that
Now I ain’t asking you for money or to come back to me
Some days it ain’t sunny but it ain’t so hard
Just breaks my heart
When my momma try to provide and I tell her ‘That ain’t your job’
To be a man, she try to make me understand
That she my number one fan
But its like you booing from the stands
You know the world is out to get me,
Why don’t you give me a chance?”

Thema: Musik | Beitrag kommentieren