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Glassjaw – Siberian Kiss

Mittwoch, 30. April 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Notiz an mich: Bevor du wochenlang nichts schreibst, zeige den Leuten YouTube-Videos die sie nicht sehen wollen.

Thema: Musik | Ein Kommentar

Buchkritik – Feuchtgebiete von Charlotte Roche

Montag, 14. April 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Vorwort: Ihr müsst euch diesen Blog-Beitrag nicht durchlesen wenn ihr nur wissen wollt ob Feuchtgebiete gut ist. Das Buch ist beschissen! Es gibt Bücher die euer Leben verändern können (keine Romane sondern Ratgeber). Kauft euch lieber die für das Geld.

Jetzt sei es euch überlassen ob ihr diesen Beitrag weiterlest. Ich kann euch nicht sagen wann ich wieder schreiben werde, mit ein Grund warum der folgende Text etwas umfangreicher wird. Ich nutze lieber meinen momentanen Schreibfluss aus, bevor ich wieder keine Ideen/Zeit/Lust für/auf ein Blog-Update habe. Los geht’s.

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Charlotte Roche, wenn ich in die Glotze starrte warst du keine die ich beim rumzappen gezielt gesucht hätte, aber ich habe mich oft gefreut dich zu sehen, weil du auf eine provokante und angenehm schräge Art zu unterhalten verstehst. Als ich dann beim gedankenzerstreuten Amazon-rumgeklicke auf dein Buch stieß, freute ich mich ebenfalls, ohne gezielt nach dir gesucht zu haben. Heike Makatsch, Markus Kavka und Sarah Kuttner sind die einzigen ehemaligen VIVA-Moderatoren von denen ich weiß, dass sie sich im Bücherschreiben versucht haben oder immer noch versuchen. Gibt bestimmt noch mehr VIVA-Plappermäuler die sich aus Geldmangel (oder Mangel an öffentlicher Geltung) an den PC setzen werden um sich irgendwas blödes aus den Rippen zu tippen. Nicht ohne ein blubberndes Übelkeitsgefühl, stelle ich mir da ein 200-Seiten dickes Buch mit dem Namen Gülcan Kamps auf dem Hardcover vor. Dachte mir, Gott sei’s gedankt dass du, Charlotte, ein Buch geschrieben hast, welches in seiner jetzigen 5. Auflage ganz Deutschland spaltet.

Die Medien predigten den Inhalt deines Buches rauf und runter, du wurdest oft interviewt und ich war sehr angetan von dem was ich hörte. Du bist eine schlaue Frau, Charlotte. Zudem bist du eine von den wenigen Feministinnen die ich respektiere und tolerieren kann (der hier namentlich nicht erwähnte Rest beleidigt in der ewigen Frau-Mann-Diskussion durch schwachgeistige Worte meine Intelligenz). Die Amazon-Seite, derer Rezensionen ich noch keine Beachtung schenkte, kam in das Leseverzeichnis meines Browsers. “Das besorgste dir!”, dachte ich wie so viele da draußen, die einer Charlotte Roche zutrauten einen guten Schreibjob gemacht zu haben. Das hast du aber leider nicht und ich bin froh, dass ich mir das Buch nicht gekauft habe, sondern es von einem lieben Mitstudenten ausgeliehen bekam (er wollte es einer Freundin zum Geburtstag schenken und gab es, nachdem er es selbst bis zur Hälfte durchlas, vorher noch seiner Mutter und seinem Bruder, weswegen das Büchlein, als er es mir in die Hände drückte, schon einige Abnutzspuren hatte).

 

Nach zwei Tagen angestrengten Lesens sah ich mir die Rezensionen schließlich an. Kennt ihr das? Sieht man meistens bei Books-On-Demand-Veröffentlichungen. Bis zu 1000 kurz gehaltene Rezensionen voller ehrerbietender Hochpreisung, und klickt man auf den Rezensenten um zu sehen, was der gute Kerl da noch auf Amazon bewertet hat, zeigt sich, dass der Hurensohn nur eine einzige Rezension geschrieben hat, was sich auch nach Monaten nicht ändern wird (außer der gelobte Autor schreibt ein weiteres Buch). Also nicht von Rezensionen in die Irre führen lassen. Ich habe sogar schon davon gehört, dass einige Top-Rezensenten sich kaufen lassen und gute Bewertungen über ein mittelmäßiges Produkt schreiben. Aber ein gekaufter Top-Rezensent der Feuchtgebiete in den Himmel lobt und gleichzeitig seine Glaubwürdigkeit beibehalten will, wäre verdammt verdächtig, denn das Buch ist einfach zu schlecht. An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern, hier trotzdem eine kleine Inhaltsangabe:

 

Hauptakteurin Helen rasiert sich ihr von Hämorrhoiden aufgequollenes Arschloch und reißt es sich dabei gehörig ein, die blöde Fotze. In der proktologischen Abteilung des Maria-Hilf-Krankenhauses soll sie schließlich darauf warten, dass ihr - in einer Operation halbwegs repariertes - Kackloch wieder unblutigen Stuhl produziert, damit sie entlassen werden kann. Das will sie aber nicht. Warum? Weil ihre Eltern geschieden sind und sie die Hoffnung hegt die beiden durch ihren Krankenhausaufenthalt wieder zusammenbringen zu können. Klingt zwanghaft ins Buch eingebaut? Wurde es auch, weil dass was uns Helen in ihrem 200-Seiten Monolog krankes zu erzählen hat und die Maßnahmen mit denen sie ihren Aufenthalt verlängern will, zu sehr im Vordergrund stehen. Doch mit der Elternsache nicht genug, es passiert noch viel mehr nebensächliches. Die Kleine hat ein Trauma weil Mutti sich mit Sohn umbringen wollte und die arme Helen das verhindern konnte. Außerdem weiß die Kleine erst seit ihrem 18. Lebensjahr, was ihr Vater von Beruf ist. Wie kommt das? Bei mir zuhause war das eine ähnliche Situation und auf ein gesundes Vaterverhältnis lässt das gewiss nicht schließen. Könnte man doch weiter ausbauen, nicht? Wird aber nicht getan. Der Fokus bleibt auf obszönem Blabla. Achja bevor ich’s vergesse, die Schlampe verliebt sich natürlich noch in ihren Krankenpfleger, der ihr hilft, die OP-Wunde zu fotografieren, damit sie sich anschauen kann, was an ihr wie rausgeschnitten und zusammengetackert wurde. Interessanter wird’s leider nicht. Nur langweiliger und unplausibler (würde meine Tochter mit 18 Jahren solche Erfahrungen machen und dieselben Dinge tun, würde ich sie mit Stacheldraht erdrosseln).

 

Charlotte, zurück zu dir. Du hast mich enttäuscht und du hast sicherlich auch jeden enttäuscht, der sich das beschissene Buch für die 18 bzw. 15 Euro zugelegt hat (sofern er noch richtig im Kopf ist). Ich will dir gar nichts unterstellen, aber wenn du schon nicht mit gewissen Dingen kalkuliert hast, dann der Buchverlag: Sex sells. Sex sells noch mehr wenn Frau drüber schreibt. Frau schreibt über Sex und voll eklige Sachen. Frau schreibt über Sex und noch ekligere Sachen. Manuskript der Frau wird von Konkurrenz-Verlag X abgelehnt, der das ebenfalls eklige American Psycho veröffentlicht hat. Verlag Y rechnet das alles im Kopf zusammen und kommt auf eine gute sechsstellige Verkaufszahl. Frau die über Sex und voll eklige Sachen schreibt, verdient einen (nicht zu unterschätzenden) Haufen Kohle und kommt auf den phänomenalen zweiten Platz der Spiegel-Bestseller-Liste. Nebenergebnis: Roger Buscapé Nigk ist wütend!

Jeder der das Buch gut findet soll entweder erwachsen werden oder sich gleich mit einem Nutella-Messer den Kopf ins Klo schneiden und von seiner Mutter runterspülen lassen. Was’ne arschgefickte Schande! Okay, ein 18-jähriges Mädchen ist die Erzählerin. Um’s realistisch zu halten sollte das junge Ding nicht allzu viele Fremdwörter benutzen, klar. Dennoch darf man als Leser einen besseren Schreibstil erwarten, denn schreiberisch ist das Zeug so gut wie nichts wert. Man ärgert sich beim lesen zu oft über beschissene Sätze. Das ist bei meinem Blog nicht anders, ich bin ja selbst kein Überschreiber, ich will aber auch kein Geld hiermit verdienen. Sollte ich irgendwann mal ein Buch auf den Markt bringen, wird es besser geschrieben sein als das, was ich auf ZERFIGKT und meinem früheren Abgelenkt so von mir gebe, keine Angst. Da ich aber keine Frau bin, werden meine perversen Werke ohnehin nicht gekauft.

Back 2 da book Feuchtgebiete. Die einzigen Feuchtgebiete die ich hatte, waren meine Augen, weil ich für die vielen Menschen weinte, die sich diesen Müll wirklich gekauft haben. Man selbst regt sich ja immer auf dass ein Bushido, Fler oder B-Tight trotz Deppen-Rap Platten verkaufen kann und damit sogar weit hoch in die Charts kommt. Wie geht das? Weil Leute die Drecksmucke kaufen. Wer kauft das? Kinder die im Bus ihre abgefuckten Handyspeaker aufdrehen und ständig “Opfer” sagen. Trotzdem können wir froh sein, denn: Wie viele von den Kiddies kaufen wirklich und wie viele ziehen sich die Tracks einfach nur aus dem Internet? Das finde ich super dass die Kids ihre Rap-Idole auf diese Art und Weise beklauen können, ohne Schuldgefühle dabei zu haben, denn im tiefsten Inneren denken sie, dass sie ihre Helden supporten nur indem sie sie gut finden, hahaha. Bei Feuchtgebiete sieht’s dagegen anders aus. Wo gibt’s das im Internet? Kostenlose eBooks namhafter Bücher sind nicht leicht zu finden. Nicht dass ich danach suchen würde, egal ob Musik oder Bücher, was ich haben will bezahle ich auch. Oder ich leih’s mir eben von jemanden aus und geb’s nicht mehr zurück. Feuchtgebiete konnte ich allerdings nicht schnell genug zurückgeben, so unwohl war mir. Für alle die masochistisch sind, leiht euch das Ding in ner kostenlosen Stadtbücherei aus oder fragt einen Freund der sich das Teil unglücklicherweise besorgt hat. Halt, ich will noch schnell was aufgreifen bevor ich mich wieder ein wenig genauer auf Feuchtgebiete beziehe: Kinder kaufen Mistmusik und schieben sie damit die Chartplätze hoch. Wie ist das mit dem Buch? Kinder kaufen doch keine Bücher und wenn, dann kein Feuchtgebiete weil sie sich gar nicht erst trauen im Laden danach zu fragen. Und über Internet-Versand ist es normalerweise bis zu einem gewissen Alter nicht einfach sowas an den Eltern vorbeizuschleusen. Damit gehe ich davon aus, dass die Käufer welche den zweiten Platz auf der Spiegel-Bestsellerliste zu verantworten haben, zum Großteil voll schuldfähig sind. Stellt euch mit dem Gesicht zur Wand auf und lasst euch von Autoren die den Erfolg wirklich verdient hätten, ins Genick schießen! Mit der Erlaubnis dieser Autoren würde ich gerne mitschießen und helfen die Leichen nach Geld abzusuchen, von dem wir Buchanbieter bezahlen, damit sie aufhören Feuchtgebiete zu verkaufen…

 

Harte Literatur liebe ich über alles, wenn sie intelligent ausformuliert ist, mich beim lesen inspiriert und zum nachdenken anregt. Dein Buch, Charlotte, versagte in jedem Punkt und nicht nur dort. Dein Hauptcharakter ist mir sehr unsympathisch. Er erinnert mich an ein kleines dickes Punker-Mädchen, von Pickeln übersäht, extrem stinkend und hässlich. An eines dieser Mädchen dass mich im Armdrücken schlagen könnte. Sehr unsympathisch. Ist sie demnach eine Anti-Heldin? Nein, sie sieht sich als Revolutionärin, als unser aller Heiland, besonders als der der Frauen. Die Waffe wird gegen Hygiene-Fanatiker gerichtet und oft genug wird dabei auf den gesunden Menschenverstand geschossen. Was das bringen soll? Nix. Das Buch hat sehr gute Ansätze, die werden aber schon im Ansatz zerstört. Charlotte Roche, ich spreche zu dir, lies was ich schreibe! Hättest du mir das Manuskript vorher gegeben, ich hätte es umgeschrieben und beide Parteien befriedigt: Die, denen es nach Perversion dürstet und die, die eine neue Lebenssicht oder Bestätigung in ihrem Denken haben wollen. Wie viel ich hätte beitragen können! Ich hätte sogar darauf verzichtet auf dem Cover zu stehen, ich wäre für dich der Ghostwriter eines Ghostwriters gewesen.

Weißt du die Szene mit dem Gas? Helen’s Rückblick auf den Selbstmordversuch ihrer Mutter. In meiner Familie hatten wir etwas vergleichbares und ich hätte dir viel erzählen können. Dann das mit der Rebellion gegen Hygiene-Fanatix. Meine Oma ist so eine und in meinem Freundeskreis befinden sich vereinzelt ein paar Eltern die ähnlich sind. Das heißt, es wäre mir ein persönliches Anliegen gewesen, falsche Hygienevorstellungen mit einem literarischen Molotow-Cocktail brennen zu lassen. “Falsche Hygienevorstellungen”, wohlgemerkt! Vieles dass du in deinem Buch als unnötig hinstellen willst, ist alles andere als unnötig. Wo willst du uns da neue Denkansätze bescheren? Durch deine krassen Ausschweifungen bewirkst du genau das Gegenteil! Darüber hinaus scheinst du mir falsche Vorstellungen von der Liebe zu haben. Jedenfalls vermittelst du falsche Vorstellungen. Vieles in deinem Erstlingswerk wirkt einfach unecht, so comic-artig und verblödet. Das hätte nicht sein müssen. Wie dem auch sei, Charlotte, ich weiß du magst Analverkehr und stehst auf natürliche Gerüche. Ich werde zu einer deiner Vorlesungen gehen. ein Date mit dir klarmachen und dich nachher im Bett schön kräftig anpupsen. Du zeigst mir danach deinen Trick mit dem Zahn und ich zeig dir meinen Trick mit dem Dick. *hochschmeiß* Bis dahin: lern lesen! Was ich bisher von dir gehört habe war grottenschlecht betont.

 

Herr Willemsen, an Sie möchte ich mich noch kurz richten. Auch wenn sie mein Namensvetter sind, sie können nicht nüchtern gewesen sein als sie ihre Meinung über das Buch veröffentlichen ließen. Ich zitiere:

»Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses.«

Erstens ist das etwas, was man hinter jedem Bukowski-Buch lesen kann. Zweitens, ist es im Gegensatz zu Bukowski, totaler Blödsinn! Haben Sie das Manuskript nur in der Hand gehalten oder auch gelesen? Ich kenne Sie nicht, weiß nicht was Sie tun oder taten. Wikipedia sagt mir gerade dass sie eigentlich etwas von Literatur verstehen müssten. Karten auf den Tisch, was hat ihnen Charlotte für dieses tolle Lobgesang angeboten? BJ? HJ? TJ? Obwohl ich Sie nicht kenne, Herr Willemsen, habe ich schon jetzt jeglichen Respekt vor Ihnen verloren, denn selbst ich sage es meinen Freunden ehrlich ins Gesicht, wenn sie mit irgendwas beschissenem daherkommen.

 

Fuck it. Let’s keep it real, my brothers and sisters. Und das Buch bloß nicht kaufen!

 

Euer Roger, der viel zu lange nichts von sich hat hören lassen, euch aber immer noch ganz doll lieb hat…

Thema: disrespects | 28 Kommentare

Freitag, 4. April 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Schaut euch auf meinem alten Blog den Eintrag vom 04.04.2008 an. Vielleicht komme ich irgendwann darauf zurück.

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Buchkritik – Feuchtgebiete von Charlotte Roche (Ankündigung)

Mittwoch, 2. April 2008 | Autor: Roger B. Nigk

Geduld, kommt noch…

Pendel seit dem letzten Eintrag stark zwischen Fachhochschule und Krankenhaus hin und her. Alte Freunde meines alten Blogs wissen ungefähr über meinen Opa bescheid. Sieht seit einigen Tagen sehr schlecht aus. Wir alle zuhause wechseln uns ab, sodass er so wenig wie möglich alleine ist. Werde meinen Onkel jetzt von der Nachtschicht ablösen.

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