Tag 2,6666669…
Samstag, 23. Februar 2008 | Autor: Roger B. Nigk
Heute war nichts besonderes über das ich schreiben könnte. Zu groß der Ärger darüber dass ich’s verbockt habe. Ich hole mal ganz weit aus bevor ich schreibe womit ich ein gutes Stück des heutigen Tages verbrachte.
Kennt ihr den Film Once? Wär die Markéta Irglová ein kleines bisschen geiler, wäre mein Experiment wohl wieder stark gefährdet. Jedenfalls hab ich den Streifen am Valentinstag mit meiner Liebsten gesehen. Nein, das hatte rein gar nichts mit dem V-Tag zu tun, wir haben uns darauf geeinigt diesen Tag zu ignorieren, worüber ich sehr froh bin, weil das einen Tag weniger bedeutet, an dem ich – was Geschenke angeht – kreativ sein MUSS.
Once, was ein Film. Ich als passionierter Musiker verliebte mich schon in die Filmbeschreibung. Viel passiert in den eineinhalb Stunden nicht, was die Handlung angeht. Kein spürbarer Höhepunkt, keine wirklich ansteigende Spannungskurve. Erinnerte mich stark an den Kurzgeschichten-Stil, nur halt nicht auf Papier. Wikipedia beschreibt folgende Merkmale einer Kurzgeschichte:
- Konfliktreiche, häufig nur skizzenhaft dargestellte Situation, geprägt von Emotionen.
- Ein oder zwei oft typisierte Hauptpersonen stehen im Mittelpunkt (es gibt jedoch auch Kurzgeschichten mit deutlich mehr Hauptpersonen). Personen werden nur in Aspekten beschrieben/charakterisiert.
- Die Geschichte spielt nur an wenigen Orten.
- Ein entscheidender Einschnitt aus dem Leben der handelnden Person oder Figur wird erzählt.
- Einsträngige Handlung.
- Wenig Handlung.
- Themen sind Probleme der Zeit.
- Meist gibt es einen Glückswechsel (Peripetie).
- Alltäglichkeit von Handlung und Personen: Die Figuren sind Menschen, die nicht herausragen oder heldenhaft auftreten.
Über das Vorkommen eines Glückswechsels könnte man sich streiten (ich bin der Meinung es fand einer statt), der Rest trifft zweifelsfrei zu.
Mir hat der Film sehr gefallen. Einen Tag davor sah ich Til Schweigers Keinohrhasen und, einmal davon abgesehen dass man Nora Tschirner beim Pissen zuhören konnte, gewann Once im Vergleich glasklar. Natürlich hat Keinohrhasen seine Stärken und ich habe mich köstlich amüsiert, schaut ihn euch an solange er noch in den Kinos läuft. Bloß, kennt ihr das? Jemand sagt zu euch “Hey, der Film ist super, den musst du dir anschauen, es gibt nix besseres!”, mit großen Erwartungen geht ihr dann ins Kino oder leiht ihn euch in der Videothek aus, was auch immer. Der Film ist zuende und ihr habt das Gefühl cineastisch nicht ganz befriedigt worden zu sein, obwohl es nicht schlecht war, was ihr gesehen habt. Ich denke, wenn mir im Vorfeld keiner ins Ohr ficken würde wie gut ein Film angeblich sei, würde ich diesen, nachdem ich ihn sah, viel besser einstufen. Geht euch das genauso? Selbst wenn nicht, gewöhnt es euch ab euphorisch einen Film durch die Wolken zu jubeln wenn ihr wollt dass man ihn sich ansieht. Das versaut’s! Jetzt hoff ich nur dass ich noch keinem Once versaut hab, denn den sollte man sich schon mal reinziehen, besonders wenn man Musikliebhaber ist (kluge Leute wie ich schauen sich zuerst den Film an und besorgen sich danach den dazugehörigen Soundtrack).
Habe heute versucht für meine Freundin Lied 2 (“if you want me”) auf der Gitarre rauszuhören und danach für mich das letzte Lied, Nummer 13 (“say it to me now“). Also Herr Hansard, machen Sie des bei den Frames auch ständig? Einfach die Gitarre böse umstimmen und mich dann ewig im Dunkeln darüber lassen was zum Fick Sie da eigentlich spielen. Ich ließ die Gitarre – genau genommen die alte von meiner Freundin – in der Standardstimmung und hab dafür bei dem ein oder anderen Griff improvisiert. Erkennen kann man den Titel auf jeden Fall (so lange ich nicht zu singen anfange). Jetzt schnappt euch eure Süße und macht euch nen schönen Kino-Abend.
Thema: Das Experiment | 2 Kommentare




