It’s all about the he says she says bullshit

Mittwoch, 2. September 2015

Sie sagen: Behalt deinen Job, beiß dich durch und bewirb dich nebenbei woanders! Sie sagen: Du musst endlich mehr Geld verdienen! Sie sagen: Nimm die Antidepressiva weiter und dann probier dich durch die restlichen Psychopharmaka – eines wird schon passen! Sie sagen: Geh zum Heilpraktiker! Sie sagen: Friss wenigstens Johanniskraut! Sie sagen: Lies wieder Lebenshilfe-Ratgeber! Sie sagen: Buch dir einen Power Coach! Sie sagen: Geh nicht in den sozialen Bereich, was willst du denn bei den alten Leuten, das machen nur Schulabbrecher! Sie sagen:  Fahr nicht zu ihr, du kennst sie erst seit zwei Wochen! Sie sagen: Sex in der ersten Nacht wirst du bereuen! Sie sagen: Bloß keine Fernbeziehung und schon gar keine offene! Sie sagen: Mit der anderen solltest du auch keinen Sex haben, das gibt nur Ärger! Sie sagen: Okay, sie einmal zu ficken kann man dir mal durchgehen lassen, aber warum in der nächsten Nacht schon wieder?! Sie sagen: Schau dir an wie geil die aussieht, die will dich sicher nur ausnutzen, mach die scheiß Augen auf! Sie sagen: Ach was, auch wenn du die anderen Tussis nicht scharf findest, fick sie einfach! Ich sage: Bullshit!

Die letzten zehn Tage waren ein göttliches Dankeschön für diese unglaublich abgefuckten vier Monaten, in denen ich im großen Nichts lag, wirklich zitternd, wirklich verzweifelt und wirklich selbstmordgefährdet. Vielleicht muss man einmal solch eine tiefe Lebenskrise durchgemacht haben, um die schönen Seiten noch intensiver genießen zu können. Ich habe etwas nachgeholt, das ich in meiner Jugend versäumte. Ich bin im Inbegriff die Branche zu wechseln und tue – momentan noch in einem Praktikum – das erste mal etwas, das der Gesellschaft wirklich einen Nutzen bringt und mich vollkommen erfüllt. Und ich habe so wenig Geld wie noch nie zuvor, mache keinerlei Anstalten an Geld zu kommen und fühle mich trotzdem (oder deswegen?) frei. Das erste mal in meinem Leben haben Freunde, Verwandte und Bekannte eine ausgedehnte Pause von all dem Bemitleiden, Beraten und Bemuttern.

“I have no money, no resources, no hopes. I am the happiest man alive.”
– Henry Miller

Thema: In Gedanken versunken |  Beitrag kommentieren

Ordnung muss sein

Sonntag, 3. Mai 2015

Gestern Abend habe ich die Kategorien meiner Blog-Beiträge ein wenig überarbeitet. Macht, zum jetzigen Zeitpunkt, so mehr Sinn. Und gerade probiere ich auch die “Veröffentlichung planen”-Funktion aus. Damit sollten Beiträge, zu einer von mir festgesetzten Zeit, automatisch veröffentlicht werden. Hab ich auch noch nie benutzt. ^^

Thema: Blog-Scheiß |  2 Kommentare

Zehntausend&13

Samstag, 2. Mai 2015

Zehntausendmal wurde ich eingeladen, zehntausendunddreizehnmal habe ich abgesagt, nur um sicher zu gehen, dass ich nicht irgendeine Einladung übersehen habe. Ein einziges Mal zusagen, das war ich ihr schuldig. obwohl der Tag beschissen begann.
Ich konnte meiner Therapeutin nicht lange ins Gesicht sehen. Mein Blick pendelte zwischen links- und rechtsunten. Die letzten Termine über ginge es mit mir immer weiter bergab, sagte sie, und sie empfahl mir, mich krank schreiben zu lassen. Für mich fühlt sich das nach feiger Flucht an. Sie machte mir verständlich, das sei nicht der Fall und ich müsse meine zu starken Ideale lockern, die sind ein großes Problem. Bald läuft die Therapie aus und ich bekomme weiterhin Dinge gesagt, die ich schon weiß.

Was ich nicht wusste, ist dass du heute dabei sein wirst. Ich hatte es befürchtet – sie ist unsere gemeinsame Freundin – aber man soll den Teufel ja nicht an die Wand malen, so wie du ihn dir mit Eyeliner ins Gesicht gemalt hast. Und als wäre das nicht eine tolle Möglichkeit, sich mal wieder weiterzuentwickeln, über den eigenen Schatten zu scheißen.
Kontaktlinsen, die ich zuhause ließ, hattest du eingesetzt. Ja, mein Gott, du bist heiß und das weißt du. Ich bin der auf Mülleimern schlafende Grunge-Typ aus den 90ern, der bei diesem Schulkonzert später über einen Grunge-Song lästern wird. Du bist diese Femme-fick-nicht-mit-mir-ich-bin-voller-Gift-dein-Schwanz-wird-abfallen-Fatale, die später ihr Höschen herunterzieht und auf meinen peinlich zusammengekehrten, letzten Rest an Souveränität pinkelt. Würde ich auf Femdom stehen, wäre mein einziger Akt der Dominanz, dich zu zwingen, mit all dem weiterzumachen, was du so verdammt gut kannst – bis dass der Tod uns scheidet. Passt perfekt, dass du schwarz trägst.

Amüsieren wollte ich mich, neue Leute kennenlernen, ein paar wenige Kontakte in der Szene knüpfen. Am Ende konzentrierte ich mich fast nur noch auf mich selbst, weil der Stock in meinem Arsch in die falsche Richtung wanderte. Das muss nichts mit dir zu tun haben, sei nicht so scheiße eingebildet. [zu ihr] Hör auf mich herumzukommandieren – hör auf das Staring-Game mit mir zu spielen (hör generell auf Spielchen zu spielen!) – hör auf mich psychologisch zu analysieren – hör auf mich provozieren zu wollen – hör auf meinen letzten Strohhalm an Selbstsicherheit zu würgen und verfickt nochmal knick ihn nicht um, was soll das? Und wenn ich dich zum Abschied nicht umarmen will, dann will ich das nicht, und ich lasse meine Hände wo ich sie haben will, halt Abstand, du hast und kriegst mich nicht, denn es geht dir bei allem gar nicht um mich. Deine Brüste zu spüren verursacht nicht das, was dir dabei helfen würde, dich mächtig und wertvoll zu fühlen. Erinnere dich daran, dass du mir vorher nie geschrieben hast. [zu mir] Lass dich nicht herumkommandieren – es ist scheiß egal ob, wie und wie lange du sie anschaust (für Spiele braucht es immer zwei!) – sie ist verrückt – das Gelände ist groß, du kannst hingehen wo du willst – deine Selbstsicherheit ist unantastbar, wenn du dich entspannt zurücklehnst und einfach nur lachst. Und wenn sie dich umarmen will, dann tätschel ihr den Kopf und BEWEG DICH ZUM FICK NOCHMAL WEG. Es war nicht geil, ihre Brüste an dir zu spüren, oder? Erinnere dich daran, was du in deinem letzten Blog-Beitrag geschrieben hast.

Thema: Liebeslied & -leid |  Beitrag kommentieren

Geradeheraus

Donnerstag, 26. März 2015

Ziemlich lange her, das zwischen uns, was niemals war. Liebe macht blauäugige Buscapés blind und blöd. So konfrontativ unsere Begegnungen für mich waren, du selbst bist einer Konfrontation immer schön ausgewichen. Was du mir ins Gesicht sagtest, war in einer SMS oder E-Mail schnell aufgehoben. Da hattest du Gründe mir zu schreiben. Meine E-Mails dagegen, ließt du unbeantwortet. Es mag schon sein, dass ein Mann mit mehr Stolz dir gar nicht erst welche geschickt hätte. In dieser allumfassenden Dunkelheit war die Hoffnung, dich als Freund zu gewinnen, ein kleiner, rot leuchtender Punkt. Ich sah ihm lange dabei zu, wie er Tag für Tag dunkler wurde. Am Ende wusste ich nicht einmal mehr, dass dein Rufname, eine Abkürzung deines eigentlichen Vornamens ist, geschweige denn, wie dein Vorname überhauptet lautet. Aus den blauen Augen, aus dem wiederkehrenden Sinn.

Es passiert einem im Laufe des Lebens wohl öfters, aber wenn es passiert, wundert man sich stets aufs Neue, wie klein die Welt doch ist. Eine Freundin lud mich zum Fortgehen mit ihrer Mädchen-Clique ein. Sie lockte den alten, notgeilen Sack in mir damit, dass eine heiße Singlefreundin dabei wäre, die gut zu mir passen könnte. Mir war das zu kurzfristig, obwohl ich wusste, wie geil ein Abend werden kann, wenn man der Hahn im Korb ist.

Einige Wochen später kam sie wieder auf ihre vermeintlich heiße Freundin zu sprechen. Ein paar Details ließen mich öfters zwinkern und mit den Nasenflügeln zucken. “Wie heißt sie denn?” Da fiel dein Vorname und sie ging wieder dort hin, wo sie meinen leicht hysterischen Lachanfall nicht hören konnte. Als sie zurückkam, fragte jemand anders nach dem Nachnamen des Mädchens, und es war der, den ich vorhersagte. Yop, es hätte peinlich werden können, wenn ich die Einladung damals angenommen hätte – so peinlich, dass es eigentlich schon wieder verdammt cool gewesen wäre. Klein ist die Welt und klein war deine Antwort – auf eine fast ein Jahr alte E-Mail – die “zufällig” bei mir eintrudelte.

Deinen Namen zu lesen ließ mich nicht die Augen aufreißen, verschnellerte weder meine Atmung, noch meinen Herzschlag. Ich stieß einen kurzen Lacher aus, das war’s. Dann schloss ich das Fenster, ohne deine Nachricht gelesen zu haben. Es ist mir selbst im nachhinein unmöglich zu benennen, warum ich zickte. Hatte ich Angst vor dem, was du hättest schreiben können? Gab es Grund dazu? Vielleicht hatte unsere gemeinsame Freundin schon mit dir gesprochen (natürlich erzählte ich ihr von unserem “Verhältnis” das nie ein “Verhältnis” wurde, denn so bescheuert ich manchmal auch sein mag, ich stehe zu dem, was ich getan habe) und du wolltest mich aushorchen, erfühlen ob es Grund gab, mir fern zu bleiben, falls wir in Gefahr liefen einander über den Weg zu laufen. Vielleicht wolltest du einfach nur mal ficken. Wäre nicht das erste mal, dass sich ein Mädchen deswegen plötzlich wieder an mich erinnert. War ich so gekränkt und verletzt wie ich damals hoffnungsvoll und anschließend enttäuscht war? Wollte ich selbst dieses mal einer Konfrontation aus dem Weg gehen?

Viel geschrieben hast du nicht. Dein förmlicher, Distanz in persönlichen Themen herstellender Schreibstil weckte Erinnerungen. Du begründest deine Antwort mit Zeit und Muße. Dann Arbeitsstellenwechsel, Umzug und andere familiäre Umstände und verwirfst damit unsere letzten Treffen Ende 2013 oder Anfang 2014, in denen du mir davon bereits erzähltest. Nach meinen Projekten willst du dich erkundigen und selbstredend/-schreibend auch über meine Gesundheit – wäre ja unprofessionell von dir. Nach vier Tagen habe ich dir geantwortet, genauestens darauf achtend, nicht mehr zu schreiben als du (etwas, das mir als Möchtegern-Texter prinzipiell schwer fällt).

Deine nächste Antwort kommt 17 (oder waren es 18?) Tage später. Du schreibst etwas befreiter, achtest nicht auf korrekte Zeichensetzung und Rechtschreibung. Man könnte meinen, du hättest dich gefreut, als du es geschrieben hast – darüber gefreut, dass ich mich nicht wie ein Arschloch benehme. Dazu gab und gibt es keinen Grund, aber meine emotionale Distanz zu dir geht über mehrere Meilen. Es kommt gar nicht bei mir an, wie du mir ungefragt von einem Projekt erzählst, welches mich eigentlich interessieren würde. Ich bin schon lange weg, wünsch mir so oft frohe Ostern wie du willst.

Vielleicht ist meine Distanz zu dir gar keine emotionale. Dass es eine Distanz gibt, ein riesiger, Schall und Schrift zerstreuender Abstand zwischen dir und mir, das ist Fakt. Und vielleicht hat sich das Einbahnstraßen-Zeichen dieser Distanz inzwischen in die andere Richtung gedreht, doch das ist vollkommen egal – ich komme dir nicht entgegen und lasse dich auch nicht an mich ran. Ich werde dir nicht antworten, weder Zeit noch Muße dazu finden. Da bin ich einfach geradeheraus (ja, dieses Wortspiel kannst wohl nur du verstehen, aber das ist okay so). Kein böses Blut zwischen uns, nicht einmal ein Blut pumpendes Herz.

Thema: Liebeslied & -leid |  Beitrag kommentieren

Schon vor dem Kampf besiegt

Freitag, 20. März 2015

Es reicht allein schon die Aussicht darauf, ein riesiges Arschloch (skrupellos gewalttätig, ständig auf Drogen gewesen, noch keine Haare am Sack und schon im Knast, dann Haare am Sack und noch ein paarmal im Knast, Muay-Thai-Training seit zwei Jahrzehnten) nach 17 Jahren beim Sparring wiederzusehen, dass ich wieder diese Ängste, Unsicherheiten und dieses Selbstwertgefühl im tiefen Minusbereich in meinen Knochen spüre, welche mich meine Schulzeit hindurch begleiteten. Ein paar Was-wäre-wenn’s im Kopf durchgespielt und ich fühle mich in diese ekelhafte Zeit zurückversetzt. Ich hoffe, es geht ihm nicht genauso. Ich hoffe, ich werde diesen Menschen nie wieder in meinem Leben sehen müssen.

Thema: Allgemein |  Beitrag kommentieren

Heute steh ich früher auf …

Mittwoch, 11. März 2015

… heute steh ich früher auf, heute steh ich früher auf, heute steh ich verdammt nochmal früher auf …

Oh, schon nach 12.

Thema: Allgemein |  3 Kommentare

Heute geh ich früher ins Bett …

Mittwoch, 11. März 2015

… heute geh ich früher ins Bett, heute geh ich früher ins Bett, heute geh ich früher ins Bett …

Oh, schon nach 12.

Thema: Allgemein |  3 Kommentare